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Zentrum Industriekultur

Auf Sand gebaut: Berlins Aufstieg zur Weltstadt

Ursprünglich war das Berliner Urstromtal ein großer Sumpf, die Spree ein mächtiger Strom, und an der einzigen Furt entstanden die Schwesterstädte Berlin und Cölln erst, als es Spandau und Köpenick schon längst gab.

Die preußische Hauptstadt war zwar Königsresidenz, aber im europäischen Vergleich doch eher eine provinzielle Stadt. Die drei Schlesienkriege 1740-1763 und der Sieg über Napoleon 1815 sicherten Preußen allerdings den Zugang zu Rohstoffen in Schlesien und dem Ruhrgebiet.

Zum Zeitpunkt der Einigung des Deutschen Reiches 1871 unter Vormachtstellung Preußens war Berlin über das Eisenbahn- und Wasserwegenetz bereits bestens angeschlossen an den Rest des Landes. Die Stadt wurde nach James Hobrechts Bebauungsplan von 1862 in regelmäßigen Blöcken großräumig erweitert.

Mit der Elektrischen Revolution ab 1880 entwickelte sich Berlin dann zu einer rasant wachsenden Stadt, die binnen gerade mal zweier Jahrzehnte zur zeitweise größten Metropole auf dem europäischen Kontinent avancierte. Die deutsche Reichshauptstadt war in vielen Industriezweigen führend - zu ihrem großen Alleinstellungsmerkmal aber entwickelten sich die Elektrizitätswirtschaft und die Elektroindustrie. Auch die Versorgung der Stadt mit öffentlicher Infrastruktur wurde weltweit zum Vorbild. Die "Elektropolis Berlin" galt vor dem Ersten Weltkrieg als Synonym für die moderne, vernetzte Stadt.

Aufgrund der besonderen politischen Umstände der zwei Weltkriege und der Teilung der Stadt, die eine grundlegende Modernisierung verhinderten, hat ein erheblicher Teil dieser Substanz bis heute überlebt - und zwar in einer Dichte, die weltweit einzigartig ist.
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