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Zentrum Industriekultur

03.03.2013, 15:00   Sechste "Reportage aus der Welt der Dinge"

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Sechste "Reportage aus der Welt der Dinge"

Veranstalter: Museumsverband des Landes Brandenburg e. V.
Datum: 3. März 2013 um 15 Uhr
Ort: Archäologisches Landesmuseum Brandenburg im Pauli-Kloster, Neustädtische Heidestraße 28, 14776 Brandenburg an der Havel

Treffpunkt: Im Foyer des Landesmuseums
Museumseintritt: 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro
Anmeldung: unter 0331/2327911 oder per E-Mail unter museumsverband@t-online.de

Thema: "Der letzte Abstich im Brandenburger Siemens-Martin-Stahlwerk"

Die sechste Reportage bezieht sich auf ein Objekt aus dem Industriemuseum Brandenburg - die letzte Gussprobe aus dem Siemens-Martin-Stahlwerk in Brandenburg an der Havel. Dr. Sieglinde von Treskow, Leiterin des Industriemuseums Brandenburg an der Havel, leitet in das Thema ein. Der ehemalige Arbeitsdirektor, Herr Hubert Borns, wird aus seiner Sicht die Ereignisse des Jahres 1993 schildern.

Darüber hinaus hoffen die Veranstalter auf eine rege Beteiligung der ehemaligen Stahl- und Walzwerker, um von ihren ganz persönlichen Erinnerungen zu berichten.

Kontext: Die Jahrhundertausstellung

Die Gesprächsreihe "Zum Sprechen gebracht. Reportagen aus der Welt der Dinge" bildet das Begleitprogramm zu der Jahrhundertausstellung des Museumsverbands Brandenburg. Mehr Informationen zum Begleitprogramm und zur Ausstellung:

Aus dem Austellungskatalog

Am Montag, den 13. Dezember 1993 wurde im Stahlwerk Brandenburg an der Havel im Ofen X von 4.30 bis 11.50 Uhr geschmolzen. Zur Kontrolle der Schmelze wurden mehrere Proben genommen und mit der Rohrpost zur Spektralanalyse ins Labor geschickt. Nach wenigen Minuten erfuhr der Schmelzer, ob die Qualität stimmte oder Zuschläge notwendig waren.

Der letzte Abstich begann um 12.15 Uhr. Geschmolzen wurden 173 t Baustahl, der an den folgenden Tagen im Walzwerk verarbeitet werden sollte. Technologisch alles fast wie immer. Diesmal aber hatten sich viele Kollegen in der Halle versammelt. Der Werksleiter hielt eine Rede und der Betriebsrat war mit einer schwarzen Fahne gekommen.

Im Siemens-Martin-Stahlwerk Brandenburg wurde an diesem Tag das letzte Mal Stahl geschmolzen. Da hatte der Abriss der ersten Öfen bereits begonnen. Für die Belegschaft wurde Kurzarbeit beantragt, erste Entlassungen waren bereits erfolgt. Dieser Tag bedeutete zugleich das Ende der langen Siemens-Martin-Tradition im westlichen Europa. Einer der gewaltigen Öfen wurde später zum Denkmal erklärt und ist heute Kern des Industriemuseums.
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