Backsteingebäude mit Eingang zum Wasserwerk Friedrichshagen
Brunnen und Gebäude im Wasserwerk Friedrichshagen
Halle mit Dampfmaschinen im Wasserwerk Friedrichshagen
Türme an Backsteingebäude im Wasserwerk Friedrichshagen
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Erbaut
1889 - 1925

Bauherr
Magistrat Berlin

Architekt
Henry Gill, Richard Schultze

Früher
Trinkwasserversorgung

Die Bauten des Wasserwerks Friedrichshagen bestehen zum Großteil aus Backstein. | © bzi, Foto: Katharina Hornscheidt
Adresse

Müggelseedamm 307
12587 Berlin-Friedrichshagen

Kontakt

Tel.: 030/86 44 63 93
fuehrungen@bwb.de
www.bwb.de/fuehrungen

Anfahrt

Tram: 60 (Haltestelle Altes Wasserwerk)

Öffnungszeiten

Auf Grund der Corona-Pandemie bleibt das Alte Wasserwerk Friedrichshagen 2021 geschlossen.

Industriekultur erleben

Schauplätze
JuniorRoute: Grundschule

Best of

Sauber und Gesund

Altes Wasserwerk Friedrichshagen

Sauberes Wasser für die Stadt

Ende des 19. Jahrhunderts hat Berlin ein Wasserproblem. Wegen der zunehmenden Industrialisierung verschmutzt die Spree immer mehr. Auch aus den Rinnsteinen fließt das Abwasser ungereinigt in den Fluss ab. Im Wasserwerk am Stralauer Tor wird mit modernen Sandfilteranlagen Spreewasser aufbereitet. Doch die bestehenden Wasserwerke am Stralauer Tor und am Tegeler See können den Trinkwasserbedarf nicht mehr decken.

Der Müggelsee liegt weit genug vor der Stadt und bietet sauberes Wasser. Im Luftkurort Friedrichshagen entsteht deshalb ab 1889 eine gigantische Baustelle für ein hochmodernes Wasserwerk zur Trinkwasserversorgung Berlins. Es umfasst vier Schöpfanlagen mit je drei dampfbetriebenen Kolbenpumpen sowie drei Dampfkesseln. Hinzu kommen Filteranlagen, Reinwasserbehälter, Werkstätten und Wohnhäuser. Fördermaschinen pumpen das hier aufbereitete Wasser in die Stadt. Über ein System aus Pumpstationen und Wassertürmen gelangt das Wasser auch in höher gelegene Stadtviertel wie das Gebiet vor dem Prenzlauer Tor – dem heutigen Stadtbezirk Prenzlauer Berg.

Ungewöhnlich für ein solches Großprojekt: Ein Teil der Anlage geht im Sommer 1893 vorzeitig in Betrieb. Die Eröffnung des modernsten Wasserwerks in Europa ist ein Großereignis. Unter den 500 geladenen Gästen sind neben Stadträten und Staatsministern auch die Berliner Pioniere der Stadthygiene Rudolf Virchow, Robert Koch und James Hobrecht. Der Ingenieur und erste Direktor der Anlage Henry Gill jedoch stirbt kurz vor der Eröffnung. Er hat die Planung und Umsetzung der modernen Berliner Wasserversorgung maßgeblich gestaltet.

Mit der Zeit lösen moderne Grundwasserwerke das historische Wasserwerk ab, schrittweise entsteht so eine neue Anlage. Die letzte Dampfmaschine arbeitet bis 1979. Seit 1987 wird die historische Anlage museal genutzt. Die Berliner Wasserbetriebe bieten mehrmals wöchentlich kostenlose Führungen an. Im Schaubetrieb zeigt die Dampfmaschine, welche enormen Kräfte zur Trinkwassergewinnung nötig waren. 

Der Wasserversorgung Berlins ist ein Meilenstein der Berliner Industriegeschichte gewidmet.


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