Berliner Industriekultur im Überblick

  • A-Z
  • Best Of
    • Bier und Brot
    • Forschung und Innovation
    • Kommunikation und Medien
    • Krieg und Frieden
    • Produktion damals und heute
    • Sauber und Gesund
    • Strom und Energie
    • Transport und Verkehr
    • Zentralen der Macht
  • Ortstyp
    • Architektonische Highlights
    • Denkmal
    • Eventlocation
    • Geheimtipps
    • Industriekultur in Brandenburg
    • Initiative
    • Kulinarisches
    • Lost Places
    • Museum
    • Schauplätze
    • Unterkunft
Best Of
Ortstyp
 
Alle Filter zurücksetzen
  • Spreepark Plänterwald
    Spreepark Plänterwald
    Außenansicht Riesenrad und Toilettenhäuschen
    Innenansicht Zelt mit Tassenkarusell
    Außenansicht Kuppel
    Das bunte Riesenrad ist das Wahrzeichen des Spreeparks. | © bzi, Foto: Max Braun, 2020
    Adresse

    Kiehnwerderallee 1-3
    12437 Berlin

    Spreepark Plänterwald

    Eine wilde Tierfratze, einst die Einfahrt in einen Achterbahntunnel, verschwindet in dem Blätterdschungel, aus dem sie zu stammen scheint. Dinosauriermodelle aus Kunststoff zerfallen zwischen hohem Wiesengras. Ein rostiges Riesenrad knirscht im Wind. Der stillgelegte Spreepark im Plänterwald, an einem Knick des Spreelaufs in Treptow gelegen, ist Berlins wohl bekanntester Lost Place. Immer neue Geschichten scheint dieser versunkene Ort zu produzieren, zigfach porträtiert in DDR-Fernsehserien, investigativen Dokumentationen, selbst Theaterproduktionen. Auch zwanzig Jahre nach Stilllegung noch vermarktet in Büchern, DVDs und Fanartikeln.

    Zum 20. Jahrestag der Gründung der DDR 1969 soll es etwas Besonderes sein. In weniger als einem Jahr entsteht der erste und einzige Freizeitpark im sozialistischen Deutschland. Weil es keine inländische Produktion von Fahrgeschäften gibt, kauft ein niederländischer Zwischenhändler die Anlagen für den VEB Kulturpark Berlin auf der ganzen Welt ein. Das Team vor Ort gestaltet sie anschließend „systemkonform“ um: BMW-Motorräder verlieren ihre Logos, Sputnik-Darstellungen ersetzen NASA-Raketen, der Astrojet wird zum Kosmosjäger. 1991 übernimmt der westdeutsche Schausteller Norbert Witte den Park und modernisiert ihn nach dem Muster westlicher Themenparks. Die ehrgeizigen Pläne der Spreepark Berlin GmbH scheinen aufzugehen, Ende der 1990er Jahre aber brechen die Besucherzahlen ein. Im November 2001 dreht sich das Riesenrad zum letzten Mal. Betreiber Witte schifft sich mit einem Großteil der Fahrgeschäfte nach Peru ein, verwickelt sich in Drogenschäfte, wird verurteilt. Der Spreepark versinkt im Dornröschenschlaf und lockt Abenteurer magisch an. Dutzende Internetvideos dokumentieren ihre Streifzüge durch die einsturzgefährdeten Anlagen. 2014, nach einem gelegten Großbrand, kauft das Land Berlin den Park lastenfrei zurück.

    Zurzeit entwickelt die landeseigene Grün Berlin GmbH einen Freizeitpark neuer Art, in dem Kunst, Kultur und Natur zusammenkommen sollen. Das Konzept bezieht einige historische Anlagen mit ein, das alte Riesenrad soll sich schon 2024 wieder drehen. Es scheint, als sei die Geschichte des Spreeparks im Plänterwald noch nicht zu Ende erzählt.

  • Vaubeka-Kran
    Vaubeka-Kran
    Außenansicht Verladekran
    Außenansicht Verladekran mit Spree
    Außenansicht Verladekran Detail Führerhaus
    Außenansicht Verladekran
    Der Vaubeka-Kran wurde von den Vereinigten Berliner Kohlenhändlern (VAUBEKA) genutzt. | © bzi, Foto: Max Braun, 2020
    Adresse

    Teilestraße 3-8
    12099 Berlin

    Vaubeka-Kran

    Schmucklose Hallen, Betriebshöfe, kleine Bürocontainer. Immer wieder KFZ-Werkstätten und Gebrauchtwagenhändler. Mitten in einem Feld von Gebrauchtautos am Teltower Kanal in Tempelhof wächst eine monumentale Konstruktion aus Eisenfachwerk in die Höhe. Nichts an der heutigen Szenerie lässt erahnen, welche Rolle der größte historische Portalkran Berlins einmal in der Geschichte der Stadt gespielt hat.

    Im Winter 1948/49 wird hier fieberhaft Kohle umgeschlagen. Kohle, ohne die die Westberliner diesen Nachkriegswinter nicht überstehen werden. Der Brennstoff kommt vom nahegelegenen Tempelhofer Feld. US-amerikanische Bomber landen dort im Halbstundentakt und fliegen alles ein, was der Westen der geteilten Stadt zum Überleben braucht. Im Juni 1948 hat die Rote Armee die Enklave Westberlin von der Versorgung auf dem Land- und Wasserweg abgeriegelt. Ganz Berlin soll in die sowjetische Besatzungszone gezwungen werden. Der Portalkran am Teltowkanal kann in acht Stunden 500 Tonnen Kohle auf Kanalschiffe, Güterwaggons und LKW verladen und er steht in diesen Monaten nur selten still. Die Hälfte der über die Luftbrücke eingeflogenen Kohlenmenge wird hier schnell und effizient in der Stadt verteilt, auch deshalb brechen die Sowjets die Blockade im Mai 1949 ohne Ergebnis ab.

    1935 hatten  die Vereinigten Berliner Kohlenhändler (VAUBEKA) den Verladekran errichten lassen. Die filigrane Ingenieurskonstruktion verbindet eine 122 Meter lange Verladebrücke mit zwei 22 Meter hohen Portalrahmen. Auf Schienen kann sich das gesamte Bauwerk 233 Meter parallel zum Kanal bewegen, um seinen Greifer an jede Stelle des Umschlagplatzes zu bringen. Noch bis 1991 ist der Vaubeka-Kran in Dienst. Heute erinnert er an die frühe wirtschaftliche Bedeutung des Teltowkanals als Wasserstraße – und an den schicksalhaften Berliner Winter 1948/49.

  • BEHALA Viktoriaspeicher
    BEHALA Viktoriaspeicher
    Außenansicht des Speichergebäudes
    Außenansicht des Speichergebäudes mit Beschriftung BEHALA Victoriaspeicher
    Das Gelände des Victoriaspeichers liegt direkt an der Spree. | © bzi, Foto: Max Braun, 2020
    Adresse

    Köpenicker Str. 22
    10997 Berlin

    BEHALA Viktoriaspeicher

    „BEHALA Viktoriaspeicher“ verkünden große Lettern an dem sechsgeschossigen Lagergebäude am Kreuzberger Spreeufer und verweisen damit auf seine wechselvolle Geschichte. 1878/80 entstehen dort mehrere Lagergebäude für die Victoria-Speicher Actien-Gesellschaft. 1905 zieht die ABOAG, die Allgemeine Berliner Omnibus-Aktien-Gesellschaft, mit ihrem Omnibusdepot auf das Gelände. Weil der Berliner Nahverkehr damals noch großenteils pferdegetrieben ist, bedeutet das: Der Speicher wird zu Garagen und Stallungen für über 500 Pferde umgebaut. Doch nur zwei Jahre später vernichtet ein Feuer die Gebäude fast vollständig.

    Die Katastrophe prägt den Wiederaufbau des Architekten Franz Ahrens 1910-11. Ein moderner Skelettbau aus Eisenbetonteilen soll den Neubau brandsicher machen. Dort lagern nun wieder loses Getreide und Hülsenfrüchte in Säcken. Im Jahr 1928 übernimmt die städtische BEHALA als Eigentümerin, sie vermietet den Speicher bis heute als Lagerfläche an Gemüsehändler und Altpapierverwerter. Zuletzt scheiterte 2014 der Versuch, das Areal durch Verkauf an Investoren grundlegend neu zu entwickeln. So kann man bis heute an dem Fassadenraster aus Eisenbetonelementen und ausgemauerten Segmenten ablesen, wo im Inneren früher Getreidesilos und Sacklager untergebracht waren. Auch die typischen Lamellenfenster zur Dauerbelüftung sind bis heute erhalten. Ein anderes, dunkles Kapitel Geschichte hat keine Spuren am Gebäude hinterlassen: Von 1937-39 nutzt die nationalsozialistische Aktion „entartete Kunst“ das Areal des Viktoriaspeichers als Depot.

  • Berliner Velvet AG
    Berliner Velvet AG
    Außenansicht Fabrikgebäude
    Außenansicht Fabrikgebäude
    Außenansicht Fabrikgebäude
    In der ehemaligen Textilfabrik ist heute unter anderem ein Möbelgeschäft angesiedelt. | © bzi, Foto: Max Braun, 2020
    Adresse

    Köpenicker Str. 20
    10997 Berlin

    Best of

    Produktion damals und heute

    Berliner Velvet AG

    Am 31. Juli 1883 muss die Berliner Feuerwehr zu einem Brand in die Köpenicker Straße 18 in Berlin-Kreuzberg ausrücken. Hier steht die Textilfabrik „Berliner Velvet-Fabrik, Mengers & Söhne“ lichterloh in Flammen. Die Löscharbeiten enden tragisch: Zwei Feuerwehrmänner sterben beim Sprung aus dem brennenden Gebäude. Ein herabstürzendes Gesims tötet einen dritten Kameraden.

    Kattunfabriken, Bleichen und Färbereien belegen damals weite Flächen entlang der Köpenicker Straße. Die Textilindustrie floriert in Europa. 1873 übernimmt Martin Mengers die existierende Färberei am Standort für seine neu gegründete Berliner Velvet-Fabrik AG. Mengers bringt ein erfolgreiches Geschäftsfeld mit nach Berlin: Mit weiterentwickelten Webstühlen lässt sich jetzt auch aus Baumwollfäden Samtstoff produzieren – Baumwollsamt. Samte und Plüsche, bisher Luxusartikel, werden allgemeine Bedarfsartikel.

    Noch im Jahr des Brandes ist das Fabrikgebäude wiederaufgebaut. Rote Ziegelbänder schmücken wieder die gelbe Klinkerfassade wie im Originalentwurf von Maurermeister Carl Lüdecke. Auch das ungewöhnlich über dem Erdgeschoss platzierte Zwischengeschoss entsteht wieder original, bis heute außen zu erkennen an den kleinen Schmuckarkaden. Neue Gebäude kommen zur Berliner Velvet Fabrik hinzu: eine Färberei, Schererei, Bürsterei und Stopferei. Mit durchschnittlich 1400 Arbeitern produziert die Fabrik hier bis in die 1920er Jahre weiter Baumwollsamt. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist die ehemalige Velvet-Fabrik Sitz unterschiedlicher Firmen. Seit 2009 teilen sich ein Möbelkontor, ein Bekleidungs-Outlet sowie ein Restaurant die sanierten und denkmalgeschützten Bauten.

  • Museumspark Rüdersdorf
    Museumspark Rüdersdorf
    Außenansich Detail der Schachtofenbatterie
    Außenansicht Seilscheibenpfeiler
    Außenansicht Kalkmagazingebäude mit Glockenturm
    Ein Highlight im Museumspark Rüdersdorf ist die Schachtofenbatterie. | © bzi, Foto: Max Braun, 2021

    Museumspark Rüdersdorf

    Düster und etwas unheimlich ragen die merkwürdig geformten Schornsteine der „Kathedrale des Kalks“ in den Himmel. Was aussieht wie eine Filmkulisse, wird auch oft als solche genutzt. In erster Linie ist es aber ein bedeutendes Industriedenkmal im Herzen eines Freilichtmuseums. Der Museumspark Rüdersdorf ist ein historisches Kalk- und Bergwerk mit beeindruckenden Baudenkmälern.

    Kalkstein aus Rüdersdorf gehörte jahrhundertelang zu den Grundbaustoffen Berlins. Das Brandenburger Tor, das Olympiastadion und die Berliner Mauer bestehen aus Rüdersdorfer Kalkstein. Bereits vor über 750 Jahren begannen Mönche des Zisterzienserordens den 240 Millionen Jahre alten Kalkstein zu brechen. Im 16. Jahrhundert entstanden die ersten Kalkbrennöfen. Ab 1885 wurde Zement hergestellt. Ende des 19. Jahrhunderts war der Hunger der boomenden Metropole nach Kalkstein so groß, dass eine riesige Schachtofenbatterie mit 18 Öfen hinzukam. 1967 ging die betagte Anlage außer Dienst. Heute erhalten Besucherinnen und Besucher im Museumspark Rüdersdorf Einblicke in eine Vielzahl historischer Bauwerke. Neben Führungen werden auch geologische Exkursionen mit Fossiliensuche sowie Land-Rover-Touren in den aktiven Tagebau angeboten.

  • Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv
    Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv
    BBWA Eichborndamm
    Das Areal der ehemaligen Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik liegt am Eichborndamm in Berlin-Reinickendorf. | © BBWA, Björn Berghausen
    Adresse

    Eichborndamm 167, Haus 42
    3403 Berlin

    Kontakt

    Tel. 030 411 90 698
    mail[at]bbwa.de
    www.bb-wa.de/

    Führungen

    nach Vereinbarung

    Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv

    Akten in historischen Fabrikgebäuden

    Im Stadtteil Reinickendorf kann man „Hinter die Fassade“ blicken und die großen Themen der Berliner Wirtschaftsgeschichte und Industriekultur entdecken – neben Industrialisierung und Randwanderung sind dies kriegsbedingte Sonderkonjunkturen, Zwangsarbeit und Kriegszerstörung, Folgen der Teilung und kulturelle Nachnutzung ehemals industrieller Objekte.

    In einem ehemaligen Werksgebäude der Deutschen Waffen­ und Munitionsfabriken hat heute das Berlin-­Brandenburgi­sche Wirtschaftsarchiv (BBWA) seinen Sitz. Akten, Fotos, Karten und Pläne von Unternehmen, aber auch Verbänden, werden hier als historische Quellen bewahrt. Ausstellungen, Archivführungen und geführte Spaziergänge laden zur vertiefenden Auseinandersetzung mit Berliner Wirtschafts­geschichte ein. Für interessierte Spurensucher werden fünf thematische Industriespaziergänge zur Selbsterkundung angeboten. Dazu stehen Faltblätter, mobile Angebote oder für die ersten drei Touren auch Audioguides zur Verfügung.

  • Pumpstation Radialsystem VII
    Pumpstation Radialsystem VII
    Turm des ehemaligen Pumpwerks VII
    Pumpwerk VII, Außenansicht, Gebäude aus rotem Backstein
    Inmitten des Wohngebiets ragt der Turm des ehemaligen Pumpwerks in die Höhe. | © bzi, Foto: Nathalie Scholl, 2019
    Adresse

    Lützowstraße 42
    10785 Berlin-Tiergarten

    Best of

    Sauber und Gesund

    Pumpstation Radialsystem VII

    Inmitten eines Blockes zwischen Lützowufer und Landwehrkanal befindet sich ein ruhiges Kleinod für Jung und Alt. In der historischen Pumpstation VII befinden sich inzwischen unter anderem ein Restaurant, ein Veranstaltungsraum, eine Jugendherberge und ein Kulturzentrum.

    Die Anlage der Pumpstation VII ging 1884 in Betrieb. Sie beförderte die Abwässer aus der Stadt auf die Rieselfelder im Umland. Damit gehörte sie zu den in Berlin von James Hobrecht eingeführten Radialsystemen. Nach knapp 100 Jahren im Dienst und einigen Jahren Stillstand folgte schließlich die Umnutzung. Die eher technisch gestalteten Bauten blieben dabei äußerlich fast unverändert. Als Zeugen der Geschichte sind einige Dampfkolbenpumpen im Innenraum erhalten.

  • AEG-Turbinenhalle
    AEG-Turbinenhalle
    AEG Turbinenhalle Peter Behrens
    AEG Turbinenhalle historisch Peter Behrens
    Die AEG Turbinenhalle nutzt ihr Stahlskelett als Designelement an der Fassade. | © Foto: Andreas Muhs
    Adresse

    Huttenstr. 12-16
    10553 Berlin-Moabit

    Best of

    Produktion damals und heute

    AEG-Turbinenhalle

    Die Turbinenhalle der AEG von Peter Behrens ist das wahrscheinlich bekannteste Industriebauwerk Berlins und gilt als eines der Schlüsselwerke der Elektropolis. Der Architekt Peter Behrens war damals künstlerischer Beirat der AEG. Er entwarf das Gebäude in enger Abstimmung mit dem Ingenieur Karl Bernhard. Erstmals war hier die Konstruktion der Halle an der Fassade ablesbar. Damit begründeten die Architekten eine neue Richtung in der Industriearchitektur. Bis dahin hatten sich Industriebauten eher hinter historisierenden Fassaden versteckt.

    Die 1909 fertiggestellte Halle dient bis heute als Produktionsort für Turbinen, allerdings nicht mehr für die AEG. Seit 1977 entwickelt die Siemens AG neue Technologien am Standort. Eine Besichtigung der Halle ist daher leider nicht möglich.


    Download Faltmappe
  • Computermuseum
    Computermuseum
    Mädchen spielt Packman an einem Commodore 1802 im Computermuseum zur JuniorRoute.
    Im Computermuseum können Besucherinnen und Besucher eine Runde Packman spielen. | © bzi, Foto: Lea Gleisberg
    Adresse

    HTW Berlin
    Wilhelminenhofstraße 75A
    Raum C 610
    12459 Berlin

    Computermuseum

    Als die Monitore noch Grün waren

    Die Geschichte des Rechnens ist so alt wie die Menschheit selbst. Seit jeher ist der Mensch versucht, sich die Arbeit mit Zahlen und Daten durch Hilfsmittel zu vereinfachen. Im Computermuseum der HTW Berlin können Besucherinnen und Besucher Rechenhelfer und Rechner ansehen, anfassen und ausprobieren. Ein Besuch bei Atari, Commodore und Kleincomputer (KC) ist nach Anmeldung möglich.

  • Deutsche Waffen- und Munitionsfabrik DWM
    Deutsche Waffen- und Munitionsfabrik DWM
    Deutsche Waffen- und Munitionsfabrik, Haupfront
    Messingherstellung in einer Halle
    Die charakteristische Hauptfront der DWM-Fabriken enstand 1912. | © Foto: Andreas Muhs
    Adresse

    Eichborndamm 105-177,
    Miraustraße 10-42
    13403 Berlin-Reinickendorf

    Industriekultur erleben

    JuniorRoute: Sek 1
    JuniorRoute: Sek 2

    Best of

    Krieg und Frieden

    Deutsche Waffen- und Munitionsfabrik DWM

    Der ausgedehnte Industriestandort in Borsigwalde ist in seiner Entwicklung und Nutzung eng mit der deutschen Militär- und Politikgeschichte verbunden. In beiden Weltkriegen versorgten die hier angesiedelten Munitionsfabriken deutsche Soldaten mit Waffen und Munition. Für die Kriegsproduktion im zweiten Weltkrieg wurden um das Gelände herum mehrere Zwangsarbeiterlager errichtet.

    Jeweils nach Kriegsende wurden die Betriebe verpflichtet, ihre Produktion auf zivile Güter umzustellen.

    Heute wird ein Teil der unter Denkmalschutz stehenden Gebäude der Munitionsfabrik von Archiven wie dem Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv genutzt, die der Geschichte und der Erinnerung verpflichtet sind. Im Zentrum des Areals ist die aktive industrielle Produktion mit einem Hersteller von Messingstangen, Profilen und Drähten weiter vertreten.


    Download Faltmappe
  • AEG-Apparatefabrik
    AEG-Apparatefabrik
    AEG-Apparatefabrik, roter Backsteinbau
    Fensterfront der AEG-Apparatefabrik
    Die AEG-Apparatefabrik an der Ecke Feldstraße/Ackerstraße in Berlin-Wedding. | © Berliner Unterwelten e.V., Foto: Holger Happel

    AEG-Apparatefabrik

    Ausgangspunkt der Elektroindustrie

    Emil Rathenau gründet 1883 die spätere „Allgemeine Elektricitäts Gesellschaft (AEG)“. In den folgenden Jahrzehnten steigt die AEG zu einem Weltkonzern der Elektrotechnik auf. Ab 1888 produziert das Unternehmen in der neuen AEG-Apparatefabrik zukunftsweisende Haushaltsgeräte und elektrotechnisches Material. Die Fassade des damaligen Neubaus an der Ackerstraße gestaltet Franz Schwechten, „Hofarchitekt“ von Kaiser Wilhelm II. Florale Verzierungen schmücken die Außenseite des Gebäudes. Eine aufgehende Sonne steht dabei symbolhaft für die aufstrebende Elektroenergie.

    Die Produktionsfläche reicht jedoch bald nicht mehr aus. Bereits 1894 kauft die AEG deswegen einen Teil des benachbarten Schlachthofgeländes. Hier am Humboldthain entsteht in den folgenden Jahren eine regelrechte Fabrikstadt der AEG. Ein Tunnel verbindet beide Standorte.

    Im Gebäude der AEG-Apparatefabrik in der Ackerstraße befindet sich inzwischen das Institut für Lebensmitteltechnologie der TU Berlin.

  • BAE Batterien GmbH (ehem. AFA)
    BAE Batterien GmbH (ehem. AFA)
    BAE Batterien Einfahrt
    BAE Batterien Produktionshalle
    Seit 1899 produziert die AFA, später BAE in Oberschöneweide Batterien. | © bzi, Foto: Max Braun, 2020
    Adresse

    Wilhelminenhofstraße 69-70
    12459 Berlin-Schöneweide

    Best of

    Produktion damals und heute

    BAE Batterien GmbH (ehem. AFA)

    Die BAE Batterien GmbH zählt aktuell zu den letzten größeren Produktionsstätten in Berlin-Oberschöneweide. Sie hat den Industriestandort an der Spree von Anfang an mitgeprägt.

    Anfang des 20. Jahrhunderts bekam das Werk durch die Fusion von Loewe mit der AEG einen Auftragsschub. Als AFA (Accumulatoren Fabrik Aktiengesellschaft) war die Firma international bekannt. Es diente vornehmlich der Produktion von Kleinbatterien und gehörte dabei zu den führenden Herstellern weltweit.

    Auch nach dem Ersten Weltkrieg behauptete sich der Standort dank der Fusion mit Pertrix als wichtiger Hersteller für Batterien. 1958 übernahm dann die VEB Berliner Akkumulatoren- und Elementefabrik (VEB BAE) die Akkumulatorenfabrik. Inzwischen forscht und produziert die BAE Batterien GmbH in Oberschöneweide.


    Download Faltmappe
  • Umspannwerk Scharnhorst
    Umspannwerk Scharnhorst
    Umspannwerk Scharnhorst, Backsteinbau mit Fenstern
    Das Umspannwerk Scharnhorst, heute bekannt als „Vattenfall-Haus”. | © Foto: Stefan Joseph Müller
    Adresse

    Sellerstraße 16 – 26
    13353 Berlin

    Best of

    Strom und Energie

    Umspannwerk Scharnhorst

    Beobachtungsposten für Straßenbeleuchtung

    Dieses Umspannwerk hat eine Besonderheit: Seit 1927 lässt sich in 25 Metern Höhe von der verglasten Lichtwarte aus die Straßenbeleuchtung überwachen. Allabendlich entscheidet bis in die 1940er-Jahre ein Mitarbeiter über den richtigen Zeitpunkt zum Einschalten der Straßenlaternen. Mit einem Knopfdruck schaltet sich das Licht in den umliegenden Bezirken ein.

    Der Hausarchitekt des ehemaligen Berliner Stromversorgers „Bewag“, Hans Heinrich Müller, entwickelt die moderne Architektur des Umspannwerks. Seine Gebäude verehren die Elektrizität fast wie ein Heiligtum. Seine „Kathedralen der Elektrizität“ repräsentieren dadurch die Bedeutung der Umspannwerke für die rasante Stadt- und Industrieentwicklung Berlins. Inzwischen beherbergt das nach seinem derzeitigen Nutzer genannte „Vattenfall-Haus” Verwaltung und Kundenservice des Stromkonzerns.

  • Umspannwerk Ost
    Umspannwerk Ost
    Umspannwerk Ost Friedrichshain
    Das Umspannwerk Ost beherbergt heute ein Theater und ein Restaurant. | © bzi, Foto: Florian Rizek, 2015
    Adresse

    Palisadenstraße 48
    10243 Berlin-Friedrichshain

    Best of

    Strom und Energie

    Umspannwerk Ost

    Das 1900 fertiggestellte Umspannwerk Ost in Friedrichshain gehört zur ersten Generation der Berliner Umspannwerke. Im großzügigen Erdgeschoss formten die Transformatoren den vom Kraftwerk kommenden Strom um. Dadurch bekam er die benötigte Spannung für diverse Abnehmer. Mit der Gestaltung des Baukörpers und seiner Fassade fügte er sich gut in die umgebende gründerzeitliche Wohnbebauung ein. Sein ehemals technischer Zweck bleibt daher dem normalen Passanten bis heute zumeist verborgen.

    Nach der Zerstörung großer Teile der Anlage im Zweiten Weltkrieg nutzte eine Fabrik das Gebäude des Umspannwerk Ost als Produktionsstätte. Seit einigen Jahren bespielt das Berliner Kriminal Theater die denkmalgeschützten Räume, die zum Teil auch als Restaurant dienen.

  • Umspannwerk Oberspree
    Umspannwerk Oberspree
    Umspannwerk Oberspree Wilhelminenhofstraße
    Umspannwerk Oberspree Skulpturengiesserei
    Im Osten grenzt das Kraftwerk Oberspree an das Umspannwerk. | © bzi, Foto: Nathalie Scholl, 2021

    Umspannwerk Oberspree

    Neben dem ehemaligen Kraftwerk Oberspree entstanden im Laufe der Jahrzehnte drei Umspannwerke. Das erste Werk verteilte seit 1912 den Strom aus dem benachbarten Kraftwerk an die Umgebung. Als das Kraftwerk gut 20 Jahre später außer Betrieb ging, übernahm ein neues Umspannwerk ab 1933 die Versorgung der Industrie an der Oberspree. Der bekannte Architekt Hans Heinrich Müller plante das elegante und lichtdurchflutete Umspannwerk Oberspree mit auffällig geschwungenen Formen.

    Dank neuester Technik kam der Bau mit einem viel geringeren Gebäudevolumen aus als bis dahin üblich. Inzwischen nutzt die Skulpturengießerei Knaak die Räumlichkeiten. Die Stromversorgung übernimmt seit 1995 ein noch kleinerer Neubau.


    Download Faltmappe
  • Umspannwerk Humboldt
    Umspannwerk Humboldt
    Umspannwerk Humboldt, Torbogen
    Vogelperspektive auf das Umspannwerk Humboldt, Gebäude aus rotem Backstein
    Das Eingangsportal des Umspannwerks Humboldt in Berlin-Prenzlauer Berg. | © tic, Foto: Friedel Kantaut etc.
    Adresse

    Kopenhagener Straße 58 – 63
    10437 Berlin

    Best of

    Strom und Energie

    Umspannwerk Humboldt

    Eine Marienburg für Berlin

    1925 begeistert sich der Hausarchitekt der „Bewag“, Hans Heinrich Müller für die Marienburg, den größten gotischen Backsteinbau Europas in der inzwischen polnischen Stadt Malbork. Müller greift architektonische Stilmittel dieser mittelalterlichen Burg im Umspannwerk Humboldt auf. Das Eingangsportal des Umspannwerks in Berlin-Prenzlauer Berg zieren Spitzbögen. Zwei Brücken verbinden die mittig im Innenhof liegende Warte mit den Werkshallen. Ein Türmchen befindet sich im Innenhof des Umspannwerks.

    Viele Bauten von Müller, die ebenfalls in den 1920er-Jahren entstanden sind, greifen diese Detailverliebtheit auf. Inzwischen sind die großflächigen Räume des ehemaligen Umspannwerks in gewerblicher Nutzung.

  • Osram-Höfe
    Osram-Höfe
    Osram-Höfe Innenhof
    Osram-Höfe Blick aus dem Fenster
    Die Osram-Höfe sind seit den 1990ern ein Geschäfts- und Gewerbezentrum. | © visitBerlin, visumate
    Adresse

    Oudenarder Straße 18–20
    13347 Berlin–Wedding

    Industriekultur erleben

    JuniorRoute: Sek 2

    Best of

    Strom und Energie

    Osram-Höfe

    1935 übernahm die Osram GmbH KG den Standort an der Oudenarder Straße von der Bergmann Elektricitäts-Werke AG und verlegte anschließend einen großen Teil der Produktion in ihr neues „Werk B“. Das Unternehmen erweiterte den Baubestand um ein modernes Fabrikgebäude mit zwei Flügeln. Das Bauwerk wurde von Waldemar Pattri als Stahlskelettbau im Stil der funktionalistischen Architektur gestaltet. Die beiden unteren, mit Klinkern verkleideten Geschosse bilden einen massiven Sockel, über dem sich ein gläserner kubischer Baukörper erhebt. Auf der Hofseite sind kubische Treppen- und Aufzugtürme angesetzt. Besonders heraus sticht jedoch der wuchtige, 33 Meter hohe Turmblock. Das „Werk B“ soll seinerzeit das größte Glühlampenwerk Europas gewesen sein.

    Nachdem Osram nach 1990 die Produktion von diesem Standort abgezogen hatte, entstand hier unter dem Namen "Osram-Höfe" ein Geschäfts- und Gewerbezentrum.

  • Kraftwerk Reuter
    Kraftwerk Reuter
    Kraftwerk Reuter an der Spree
    Kraftwerk Reuter West Kühlturm
    Ein Teil des 1932 errichteten Kraftwerks ist heute denkmalgeschützt. | © Foto: Alexrk2 via Wikimedia Commons, 2012
    Adresse

    Otternbuchtstraße 11–27
    13599 Berlin–Siemensstadt

    Best of

    Strom und Energie

    Kraftwerk Reuter

    Das unter Leitung der Siemens-Schuckertwerke AG 1929/32 errichtete Kraftwerk West war mit einer Leistung von 228 MW das zweite Berliner Großkraftwerk. Architekt Wilhelm Dohme entwarf den Baukörper aus Kessel- und Maschinenhaus als klinkerverkleidete Stahlfachwerkkonstruktion im Stil der Neuen Sachlichkeit. Zum Umschlag der großen Mengen an Steinkohle erhielt die Anlage einen eigenen Hafen, einen Kohlebahnhof mit Großbunker sowie umfangreiche Transportvorrichtungen.

    Im Juli 1945 stoppte die britische Militärverwaltung die von sowjetischen Truppen begonnene Demontage der weitgehend unversehrten Kraftwerkstechnik. Die Arbeiten zur Wiederinbetriebnahme erreichten nach Beginn der Berlin-Blockade Ende Juni 1948 die höchste Dringlichkeitsstufe. Zu Ehren des 1953 verstorbenen Berliner Regierenden Bürgermeisters hieß das Kraftwerk fortan „Kraftwerk Reuter“.

    Mit dem Anschluss Berlins an das europäische Hochspannungsnetz nach der Wende konnten schließlich die Maschinen aus den 1940er und 1950er Jahren stillgelegt werden. Grundlegend modernisiert arbeitete das Kraftwerk bis Ende 2019 weiterhin als Heizkraftwerk für den Betreiber Vattenfall. Nach der Abschaltung des letzten Kraftwerkblocks, wird die Turbine des Kraftwerks durch den Dampf der benachbarten Müllverbrennungsanlage betrieben.

  • Kraftwerk Berlin und Heizkraftwerk Mitte
    Kraftwerk Berlin und Heizkraftwerk Mitte
    Kraftwerk Mitte an der Spree
    Große Halle, Party im Kraftwerk Berlin
    Der Gebäudekomplex des Kraftwerks Mitte liegt direkt an der Spree. | © bzi, Foto: Florian Rizek

    Kraftwerk Berlin und Heizkraftwerk Mitte

    Energieversorgung im Wohngebiet

    Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 benötigt die Hauptstadt der DDR eine eigene, gesicherte Energieversorgung. Das Heizkraftwerk Berlin-Mitte geht noch im gleichen Jahr in Betrieb und ist lange Zeit das wichtigste Kraftwerk Ostberlins. Neben den umliegenden Wohnungen erhalten auch der Alexanderplatz, die Charité und das Staatsratsgebäude der DDR Wärme und Elektrizität. 1996 löst ein benachbarter Neubau das alte Kraftwerk ab. Anschließend steht es einige Jahre lang leer. 2006 zieht im südlichen Trakt der legendäre Techno-Club „Tresor“ ein. Der Club befand sich zuvor im Tresorraum des ehemaligen Kaufhauses Wertheim am Leipziger Platz.

    Der riesige Komplex mit zahlreichen Erweiterungsbauten dient heute noch zum Teil der Energieerzeugung. Seit 2010 bietet das „Kraftwerk Berlin“ mit seiner 100 Meter langen Turbinenhalle Raum für Ausstellungen und Veranstaltungen. Mit ihrer mächtigen Erscheinung prägen das alte und neue Kraftwerk Mitte noch heute die umgebende Stadtlandschaft an der Spree.

  • Gasometer Schöneberg
    Gasometer Schöneberg
    Euref Campus Gasometer Schöneberg
    Gasometer Schöneberg EUREF Campus
    Der ehemalige Gasometer ist heute Teil des EUREF Campus. | © visitBerlin, Foto: Andreas Schwarz
    Adresse

    Torgauer Straße 12-15
    10829 Berlin-Schöneberg

    Best of

    Strom und Energie

    Gasometer Schöneberg

    Der 1910 fertiggestellte Gasometer Schöneberg ist inzwischen ein Wahrzeichen des gleichnamigen Stadtteils und ein markanter Teil der Berliner Stadtsilhouette. Bis zur Stilllegung des Teleskopgasbehälters 1995 fürchteten viele Anwohnerinnen und Anwohner die riesige gespeicherte Gasmenge, die der Gasometer beinhaltete. Denn je nach Füllstand befanden sich zur Versorgung Berlins bis zu 160 000 Kubikmeter Gas in der Metallglocke.

    Der Architekt Alfred Messel entwarf den Gasometer Schöneberg mit dem dazugehörigem Retorten- und Kesselhaus. Inzwischen ist das denkmalgeschützte Ensemble Teil des EUREF Campus, einem 5,5 Hektar großen Stadtquartier. Hier ist neben Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen Energie und Mobilität auch ein Campus der Technischen Universität Berlin ansässig. In das Stahlgerüst des Gasometers ist eine Kuppel integriert, die als Kulisse für Veranstaltungen und vor allem Fernsehaufzeichnungen dient.

    Im Juni 2021 wurde in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg ein umstrittener Bebauungsplan beschlossen, der die Innenbebauung des Gasometers bis 7 Meter unter seiner Oberkante ermöglicht. Auf den geplanten 35.000 m2 Bürofläche sollen 2.000 Arbeitsplätze für die Sparte „Digitale Schiene“ der Deutschen Bahn entstehen.


    Download Faltmappe
  • ewerk Berlin
    ewerk Berlin
    Schaltwarte im Hof des ewerk aus rotem Backstein
    Halle im ewerk
    Der heute als ewerk bekannte Gebäudekomplex hat schon einige Nutzungs- und Umbauphasen erlebt. | © Foto: Andreas Muhs
    Adresse

    Mauerstr. 78-80
    10117 Berlin-Mitte

    Kontakt

    ewerk.net/

    Best of

    Strom und Energie

    ewerk Berlin

    Umspannwerk und Techno-Club

    Das heute als ewerk bekannte Gebäude hat in seiner über 100-jährigen Geschichte einige Nutzungs- und Umbauphasen erlebt. Bereits kurz nach dem Bau platzt das Kraftwerk aus allen Nähten. 1885 an der Mauerstraße in Mitte erbaut ist es das Zweite seiner Art in Berlin. Das erste Kraftwerk entsteht nur ein Jahr zuvor am Gendarmenmarkt.

    Berlin ist Ende des 19. Jahrhunderts eine wachsende Stadt. Der stetig steigende Stromverbrauch erfordert neue Lösungen. Um Strom speichern zu können, kommt 1898 ein fünfgeschossiges Speichergebäude dazu. Erst die neue Drehstromtechnik erlaubt es, Strom am Stadtrand zu erzeugen und fast verlustfrei in die Stadt zu leiten. Das Kraftwerk in der Mauerstraße wird um ein Umspannwerk ergänzt. Dieses spannt den hochgespannten Strom aus den Fernleitungen auf niedrigere Voltzahlen um. Der Architekt Hans Heinrich Müller verbindet beim Umbau des Werkes zwischen 1924 und 1928 Funktionalität und Ästhetik. Die neue zentrale Schaltwarte im Hof ist stilprägend. Sie ist rund und in der Höhe gestaffelt.

    Das Mitte der 1980er-Jahre stillgelegte Gelände erlebt nach der Wende seine Wiederentdeckung. Der Ort ist unter dem Namen „E-Werk“ als Techno-Club weit über Berlins Grenzen bekannt. Nach jahrelanger Sanierung öffnet das Gelände 2006 wieder. Heute dient das ewerk zum Beispiel als Eventlocation, Wohn- und Arbeitsstätte. Eine kleine Gleichrichterstation übernimmt auch heute noch teilweise die Stromversorgung der U-Bahn.


    Download Faltmappe
  • Berghain (ehem. Heizkraftwerk Rüdersdorfer Straße)
    Berghain (ehem. Heizkraftwerk Rüdersdorfer Straße)
    Berghain, ehemaliges Heizkraftwerk
    Heizkraftwerk Rüdersdorferstraße Kohle
    Vor seiner Karriere als international bekannter Techno-Club war das Berghain ein Heizkraftwerk. | © bzi, Foto: Florian Rizek, 2016
    Adresse

    Am Wriezener Bahnhof
    10243 Berlin-Friedrichshain

    Best of

    Strom und Energie

    Berghain (ehem. Heizkraftwerk Rüdersdorfer Straße)

    Das Berghain gehört zu den beliebtesten Clubs in Berlin und ist international bekannt. Seit 2004 werden die Räumlichkeiten des ehemaligen Heizkraftwerks Rüdersdorfer Straße zum Feiern und Tanzen genutzt. Das Gebäude gehört mit seinem neoklassizistischen Zuckerbäckerstil zum Ensemble der DDR-Bauten, die Mitte der 1950er Jahre entlang der Karl-Marx-Allee entstanden. Im Inneren erinnert jedoch nur noch wenig an die einstmalige Nutzung. Moderne Architektur und Kunst ergänzen die großzügigen Räumlichkeiten.

    Immer öfter steht das Berghain auch außerhalb von Clubnächten offen. Verschiedene Konzerte und teilweise auch Ausstellungen ergänzen das kulturelle Programm und machen den alten Industriebau inzwischen auch für andere Zielgruppen interessant.

  • Werksanlage Borsig
    Werksanlage Borsig
    Tor Borsig Tegel
    Lokomotive Borsig Produktion 1915
    Borsigs Maschinenbau-Anstalt zu Berlin,
    Borsig Turm Hochhaus
    1898 weiht das Maschinenbau-Unternehmen Borsig sein neues Werk in Tegel ein. | © Foto: Andreas FranzXaver Süß

    Werksanlage Borsig

    Das Werksgelände von Borsig in Tegel ist heute vor allem für das Einkaufszentrum in einigen der umgebauten Industriehallen bekannt und weniger für seine Architektur und Geschichte. Allerdings entstand hier mit dem 65 Meter hohen Borsigturm 1922 das erste Hochhaus Berlins.

    Der Ausbau des Werksgeländes in Tegel begann bereits 1894 nachdem das ursprüngliche Firmengelände in Mitte zu klein wurde. Damals war August Borsig mit dem, nur wenige Jahrzehnte zuvor gegründeten Familienunternehmen zum größten europäischen Produzenten von Lokomotiven aufgestiegen. Das Geschäft florierte bis zur Weltwirtschaftskrise 1929, danach kam es zu zahlreichen Fusionen und Umgestaltungen in der Firma. Die BORSIG GmbH nutzt Teile des Geländes in Tegel jedoch noch immer.

  • Villa Rathenau
    Villa Rathenau
    Villa Rathenau Koenigsallee
    Walter Rathenau entwarf seine Villa gemeinsam mit dem AEG-Architekten Johannes Kraaz. | © Foto: Jochen Teufel, 2008 via Wikimedia Commons

    Villa Rathenau

    Die symmetrisch aufgebaute Villa Rathenau wirkt von außen erstaunlich schlicht. Das Haus in der Koenigsallee ist unter Mitwirkung seines Bauherren Walther Rathenau entstanden. Der berühmte Industrielle, Literat und Politiker entwarf das Haus 1910 gemeinsam mit Johannes Kraaz. Dieser war damals Architekt bei der Allgemeinen Elektricitäts Gesellschaft, AEG. Rathenau hingegen war in leitender Funktion bei der AEG und diversen anderen Firmen tätig. Er stieg später sogar zum Präsidenten der AEG auf und war deutscher Reichsaußenminister.

    Unweit seines Hauses fiel der Polikter 1922 einem rechtsradikalen Attentat zum Opfer. Inzwischen erinnert ein Gedenkstein vor der Villa-Rathenau an sein tragisches Schicksal.

  • Rathenau-Hallen, ehem. AEG Transformatorenfabrik Oberschöneweide
    Rathenau-Hallen, ehem. AEG Transformatorenfabrik Oberschöneweide
    Rathenau-Hallen AEG
    AEG Transformatorenwerk Kraftzentrale
    Reinbeckhallen Ausstellung Atelier
    Die Rathenau-Hallen waren einst Maschinen- und Montagehallen des AEG Transformatorenwerks. | © Foto: Andreas Muhs, 2013

    Rathenau-Hallen, ehem. AEG Transformatorenfabrik Oberschöneweide

    Der riesige Hallenkomplex im Zentrum der ehemaligen Transformatorenfabrik Oberschöneweide (TRO) ist heute unter dem Namen Rathenau-Hallen bekannt. Das zwischen 1898 und 1941 entstandene Gebäudeensemble gehörte anfangs der Deutschen Niles-Werkzeugmaschinen-Fabrik, ein Maschinenbau-Unternehmen unter Beteiligung der AEG. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm die AEG das Gelände. Ab 1921 errichtete sie neue Gebäude und benannte den Standort in Transformatorenfabrik Oberschöneweide, kurz AEG-TRO um. Während der DDR-Zeit nutzte dann das VEB Transformatorenwerk "Karl Liebknecht" viele der Industriebauten. Nach 1990 gehörte es bis zu ihrem Bankrott wieder der AEG.

    Heute dienen viele der kleineren Räumlichkeiten Kunst- und Kulturschaffenden als Arbeitsstätte. Die großen Flächen der eigentlichen Rathenau-Hallen werden temporär für diverse Veranstaltungen, wie Modeschauen und Video-Drehs vermietet. Im Jahr 2019 hat das multinationale Unternehmen BaseCamp das Areal des ehemaligen AEG-TRO mit den Rathenau-Hallen erworben. Das Unternehmen entwickelt die Hallen als offenen Ort für Gewerbe, Kultur und Freizeit weiter. Außerdem sollen die Hallen ein Ausgangspunkt werden, um die Industriekultur im Bezirk zu entdecken.


    Download Faltmappe
  • Telefunken-Werke
    Telefunken-Werke
    Telefunken-Werke Zehlendorf Goerzallee
    Das ehemalige Telefunken-Werk war bis in die 1990er Jahre Kaserne der USA. | © Foto: Mib18, 2008 via Wikimedia Commons
    Adresse

    Billy-Wilder-Promenade, Harry-S.-Truman-Allee, Platz des 4. Juli
    14167 Berlin-Lichterfelde

    Best of

    Krieg und FriedenZentralen der Macht

    Telefunken-Werke

    Die Telefunken-Werke in Zehlendorf entstanden ab 1937 nach den Plänen von Hans Hertlein, der für seine Industriearchitektur bekannt ist. Telefunken entwickelte und produzierte in Zehlendorf bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 vor allem Rüstungsgüter wie Elektronenröhren und Funkanlagen. Danach nutzten die Amerikaner das Gelände als US-Hauptquartier und bis 1994 als Kaserne McNair-Barracks. Die gut erhaltenen Gebäude der alten Telefunken-Werke beherbergten unter anderem eine Schule und Wohnungen.

    Das Unternehmen Telefunken entstand aus einer Kooperation zwischen den Konkurrenten Siemens und AEG. Die Bündelung der Kräfte in der Erforschung neuer Kommunikationstechniken erwies sich schließlich als äußerst vorteilhaft. Telefunken war oft führend in der Herstellung neuer Produkte aus dem Bereich Funk- und Nachrichtentechnik sowohl für den militärischen als auch für den zivilen Markt.

  • Pfefferberg-Brauerei
    Pfefferberg-Brauerei
    Moderne Gebäude neben alten Backstein-Bauten am Pfefferberg
    Eingang der Brauerei Pfefferberg an der Schönhauser Allee
    Rotes Backsteingebäude am Pfefferberg, Eingang von AEDES
    Bäume auf der Terrasse am Pfefferberg
    i

    Erbaut
    1842 - 1914, Umbauten

    Architekt
    A. Rohmer, Carl Koeppen u.a.

    Früher
    Brauereigelände

    Heute
    Brauerei, Hostel, Theater, Galerie

    Die Christinenstraße bietet den besten Blick auf die moderne Architektur neben historischen Brauereigebäuden. | © bzi, Foto: Anja Liebau
    Adresse

    Schönhauser Allee 176
    Christinenstr. 18/19
    10119 Berlin-Prenzlauer Berg

    Anfahrt

    U-Bahn: U2 (Haltestelle Senefelderplatz)

    Öffnungszeiten

    Areal frei zugänglich | Anlieger siehe Website

    Führungen

    Auf Anfrage

    Barrierefreiheit

    eingeschränkt

    ERIH-Mitglied

    Pfefferberg bei ERIH

    Best of

    Bier und BrotProduktion damals und heute

    Pfefferberg-Brauerei

    Braukunst vor den Toren der Stadt

    An der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg liegt der Pfefferberg. Das Plateau mit Biergarten und Terrassencafé unter Bäumen überrascht viele Besucherinnen und Besucher. Niedrige Grundstückspreise und die erhöhte Lage im Norden der Stadt bieten Mitte des 19. Jahrhunderts beste Voraussetzungen für den Bau von Brauereien mit großen Kühlkellern. So beginnt auch die industrielle Karriere des Pfefferbergs. Namensgeber für das Areal an der Schönhauser Allee ist Joseph Pfeffer. Der bayerische Braumeister ist einer der ersten, der die untergärige Brauart nach Berlin bringt und ab 1841 an dem damals noch vor den Stadtgrenzen gelegenen Ort eine eigene Brauerei errichtet. Das so gebraute Bier ist länger lagerfähig und eignet sich deshalb besonders gut für die industrielle Produktion. Bis 1921 bestimmen deshalb Hopfen, Malz und Hefe das Geschehen.

    Nach dem Ersten Weltkrieg übernimmt die Schultheiss-Brauerei den Braubetrieb auf dem Pfefferberg, stellt ihn aber bald ein. Danach ziehen die unterschiedlichsten Betriebe in die Gebäude. Mal duftet es auch nach Schokolade, mal nach Brot. Nach dem Zweiten Weltkrieg finden Druckerei und Verlag „Neues Deutschland" auf dem Pfefferberg ihren Platz. Zeitweilig wird auch die gleichnamige Zeitung, damals Organ des Zentralkomitees der SED, hier gedruckt. Lager-, Büro- und Werkstatträume, Poliklinik und Großküche – die vielen folgenden Nutzungen hinterlassen Spuren.

    Die Wege auf dem Gelände sind heute verschlungen und die Architektur ist vielfältig. Roter und gelber Backstein wechseln sich mit modernen Fassaden ab. In dieser kreativen Umgebung arbeiten viele Künstlerinnen und Künstler. Orte wie das Aedes Architekturforum, das Museum für Architekturzeichnung oder das Pfefferberg Theater laden zum Besuch ein. Gelegenheit zum Verweilen bieten Restaurants, Hausbrauerei, Hostel, ein schattiger Biergarten. Eigentümerin des Areals ist die Stiftung Pfefferwerk, die in Berlin Projekte für mehr Chancengerechtigkeit von Benachteiligten fördert.


    Download Faltmappe
  • Shell-Haus
    Shell-Haus
    Shell-Haus geschwungene Fassade
    Shell-Haus geschwungene Fassade
    Shell-Haus Landwehrkanal
    Das Shell-Haus ist mit dem porösen Kalkstein Travertin verkleidet. | © bzi, Foto: Nathalie Scholl, 2019
    Adresse

    Reichpietschufer 60
    10785 Berlin-Tiergarten

    Best of

    Zentralen der Macht

    Shell-Haus

    Mit sanft geschwungener Fassade und lang gezogenen Fensterbändern steht das Shell-Haus am Ufer des Landwehrkanals. Ende der 1920er Jahre gewann der Architekt Emil Fahrenkamp den Wettbewerb für das 5- bis 10-geschossige Bürogebäude. Dank einer umfassenden Sanierung vor wenigen Jahren erstrahlt das Gebäude inzwischen wieder im selben weißlichen Glanz wie damals. Dieser ist dem Travertin an der Fassade geschuldet, im Inneren besteht der Bau jedoch aus einer leichten Stahlkonstruktion.

    Das Shell-Haus hat eine abwechslungsreiche Geschichte hinter sich. Die namensgebende Ölfirma Shell konnte hier nur ein paar Jahre bis zur Enteignung durch die Nationalsozialisten bleiben. Das im Krieg teilweise beschädigte Haus war später lange Zeit Hauptsitz der BEWAG. Seit 2012 ist es ein Dienstsitz des Bundesministeriums der Verteidigung.

  • Peter-Behrens-Bau
    Peter-Behrens-Bau
    Peter-Behrens-Haus Wilhelminenhofstraße
    Lichthof Peter-Behrens-Haus
    Peter-Behrens-Haus 1958 historisch
    Das Peter-Behrens-Haus war bei seiner Fertigstellung 1917 eins der höchsten Gebäude Deutschlands. | © Foto: Andreas Muhs, 2013

    Peter-Behrens-Bau

    Der nach dem Architekten benannte Peter-Behrens-Bau bildet den städtebaulichen Abschluss der Wilhelminenhofstraße. Das 1917 fertiggestellte Gebäude fällt vor allem durch seinen markanten Wasserturm auf. Die Nationale Automobil-Gesellschaft (NAG) produzierte hier bis Mitte der 1930er-Jahre Elektro-Fahrzeuge. Dazu gehörten beispielsweise PKW, Busse und Lastkraftwagen. 1934 siedelte der Mutterkonzern AEG die Forschung und Produktion für Telefunken am Standort an. Zu DDR-Zeiten stellte das Werk für Fernsehelektronik (WF) hier vor allem Bildröhren für Fernsehgeräte her. Diese kamen nicht nur in Ostdeutschland zum Einsatz und wurden noch bis 2005 von Samsung weiter produziert.

    Inzwischen nutzen verschiedene Firmen das Gelände, es stehen jedoch auch einige Teile des Gebäudekomplexes leer und warten auf eine zukünftige Nutzung. Der Lichthof im Peter-Behrens-Bau dient hin und wieder als Kulisse für Film- und Fernsehenproduktionen, u. a. für Babylon Berlin.


    Download Faltmappe
  • Reichspostzentralamt
    Reichspostzentralamt
    Reichspostzentralamt Türme Klinker
    Reichspostzentralamt Lichthof
    Das ehemalige Reichspostzentralamt ist mit einer Fassade aus Klinkern verziert. | © Foto: Rafael Kölmel, 2014
    Adresse

    Ringbahnstraße 126-134
    12103 Berlin-Tempelhof

    Best of

    Zentralen der Macht

    Reichspostzentralamt

    Das Reichspostzentralamt ist ein monumentaler Komplex in der Ringbahnstraße. Der expressionistische Klinkerbau ist eng mit der Entstehung des Fernsehens in Deutschland verbunden. Darüber hinaus war er stets ein Ort für die Entwicklung von neuen Technologien. Postbaurat Edmund Beisel entwarf den 1930 fertiggestellten Bau gemeinsam mit Karl Pfuhl. Auf dem ursprünglich vom Militär genutzten Gelände befanden sich bereits mehrere Backsteinbauten. Also verbanden die Architekten den Neubau mittels einer Brücke mit einem ehemaligen Lagergebäude. Diese nahm danach ebenfalls Räume der Reichspost auf. Im Inneren des Reichspostzentralamts finden sich teils prachtvolle Art-Deco-Verzierungen.

    Nach umfangreichen Sanierungen ziehen in den nächsten Jahren etwa 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landeskriminalamts Berlin in das ehemalige Reichspostzentralamt.


    Download Faltmappe
  • ORWOhaus
    ORWOhaus
    ORWOhaus Hochhaus Musik
    Im ORWOhaus wurden einst Filme für Foto- und Videoaufnahmen hergestellt. | © Foto: Lutz Günther via Wikimedia Commons, 2015
    Adresse

    Frank-Zappa-Str. 19
    12681 Berlin-Lichtenberg

    Best of

    Produktion damals und heute

    ORWOhaus

    Das ORWOhaus erinnert mit seinem Namen an die industrielle Vergangenheit des siebengeschossigen Plattenbaus. Bis zur deutschen Wiedervereinigung 1989/90 produzierte hier der Filmhersteller ORWO (Akronym aus ORiginal WOlfen). Heute ist das Haus vor allem als Probe- und Spielstätte für junge und alte Bands bekannt.

    Seit 1988 zogen in das damals leer stehende ORWOhaus zwischen Eisenbahnschienen und Landsberger Allee immer mehr Bands ein. Denn das Gebäude eignete sich aufgrund seiner Lage und preiswerten Räume ideal als Probestätte. 2004 wehrten sich die Nutzerinnen und Nutzer erfolgreich gegen die geplante Schließung wegen baulicher Mängel. Sie gründeten einen gemeinnützigen Verein, sanierten die Räumlichkeiten und bespielen diese heute wieder.

  • Pelikan-Haus
    Pelikan-Haus
    pelikan-haus mit goldenem Schriftzug
    pelikan-haus große Fenster
    Verzierung und Name des Pelikan-Hauses haben sich trotz wandelender Nutzung gehalten. | © bzi, Foto: Florian Rizek, 2016
    Adresse

    Ritterstraße 9-10
    10969 Berlin-Kreuzberg

    Best of

    Zentralen der Macht

    Pelikan-Haus

    Georg Salomonsohn, Bankier und Besitzer der Metallwarenfabrik Hompesch & Co, ließ zwischen 1901 und 1905 das heutige Pelikan-Haus errichten. Der Architekt Kurt Berndt, der mehrere herausragende Gewerbehöfe in Berlin entwarf, konzipierte das fünfgeschossige Gebäude im neoklassizistischen Stil. Architektonische Highlights bilden die großen Fensterflächen, die klassizistische Säulengestaltung und der auffallende Bauschmuck in der fünften Etage, der überlebensgroße Atlanten darstellt.  Ansässig waren hier nicht nur die Metallwarenfabrik Hompesch, sondern auch eine Tapisseriefabrik und die Zigarettenfabrik Massary. Das Viertel im Umfeld der Ritterstraße erlangte Bekanntheit durch seine anliegenden Geschäfte und die vielen repräsentativen Bauten, in denen Handelsvertreter und Exporteure Luxusprodukte für den Handel erworben.

    Ab 1933 übernahm schließlich die Firma Günther Wagner den Komplex, die unter dem Markenzeichen "pelikan" Schreibgeräte und Tinte produzierten. Die Fassade ziert noch heute die Aufschrift "Pelikan-Haus" und ein Relief mit Pelikan-Motiv. Seit Herbst 2014 ist hier die Brillenmanufaktur MYKITA ansässig.

  • Orenstein & Koppel AG
    Orenstein & Koppel AG
    Fabrik der Orenstein & Koppel 1913
    Lokomotive 5000 von Orenstein & Koppel, 2013
    Gesamtansicht der Fabrik der Orenstein & Koppel AG in Spandau 1913. | © gemeinfrei
    Adresse

    Brunsbütteler Damm 144-208
    13581 Berlin-Spandau

    Best of

    Produktion damals und heute

    Orenstein & Koppel AG

    Orenstein & Koppel wurde 1876 als Handelsunternehmen für Eisenbahnbedarf, wie Schienen und Loren, gegründet. Seit 1890 stieg das Unternehmen mit einem ersten Werk in Dortmund selbst in die Produktion ein. Neben zahlreichen Standorten in Berlin und der ganzen Welt wurde auch in Spandau um die Jahrhundertwende die Waggon- und Weichen-Bauanstalt gegründet, die später auch Bagger produzierte.

    In den 1930er Jahren arbeiteten knapp 20.000 Mitarbeiter in dem weltweiten Produktions- und Vertriebsnetz. Der von der jüdischen Familie Orenstein geleitete Betrieb fiel zu Zeiten des Nationalsozialismus der Arisierung zum Opfer. Der Name blieb bei der Wiederaufnahme der Produktion nach dem zweiten Weltkrieg jedoch erhalten. Bis 2006 produzierte Orenstein & Koppel in Spandau. Die reich dekorierten Backsteingebäude am Brunsbütteler Damm nutzen inzwischen verschiedene Gewerbebetriebe.

  • Mercedes-Benz Werk Marienfelde
    Mercedes-Benz Werk Marienfelde
    Mercedes-Benz Marienfelde Produktion
    Zeichnung Mercedes Marienfelde 1898
    Im Mercedes-Benz Werk Marienfelde wird seit über 120 Jahren produziert. | © Daimler AG

    Mercedes-Benz Werk Marienfelde

    Das Mercedes-Benz Werk in Marienfelde mit etwa 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das inzwischen älteste noch produzierende Werk des Automobil-Konzerns. 1899 gründet sich die Motorfahrzeug- und Motorenfabrik Berlin AG (MMB). SIe übernimmt die Kleinmotorenfabrik Adof Altmann, die 20 Jahre zuvor ihre Produktion begonnen hatte . Die MMB produziert in Marienfelde Fahrzeuge nach Daimler-Lizenzen. 1902 übernimmt Daimler schließlich den Betrieb und die MMB meldet Konkurs an. In den nächsten 100 Jahren stellt die Zweigstelle in Marienfelde vor allem Motoren und einzelne Komponenten für ihre Fahrzeuge her. Durch Fusionierung entsteht 1926 die Daimler-Benz AG, später Daimler AG (1998). Ihre Tochtergesellschaft, die Mercedes-Benz AG nutzt heute noch immer das Werk in Marienfelde.

    In den letzten Jahren fokussierte das Unternehmen die Entwicklung und den Bau umweltschonender Antriebstechniken. Mit dem Bau von Hybrid- und Elektromotoren spannt sich ein Bogen zum Ende des 19. Jahrhunderts, als Berlin mit dem Namen "Elektropolis" bekannt war. Denn vor ihrer Übernahme stellte die Motorfahrzeug- und Motorenfabrik Berlin in der Fabrik ebenfalls Elektrofahrzeuge her.

  • MehringHof
    MehringHof
    Mehringhof Schild Berthold AG
    1869 bis 1979 produziert die Schriftgießerei H. Berthold AG in den Mehringhöfen. | © Foto: Peter Kuley via Wikimedia Commons, 2011
    Adresse

    Gneisenaustr. 2a
    10961 Berlin-Kreuzberg

    Best of

    Produktion damals und heute

    MehringHof

    Der Mehringhof in Berlin-Kreuzberg geriet vor allem während den 1980er Jahren immer wieder in die Schlagzeilen. Als alternatives Zentrum mit zahlreichen Mietern aus dem linken Milieu stand es bei der Polizei stets schnell in Verdacht. Dabei hatten die Mieter das ehemalige Fabrikgrundstück der Firma Berthold 1979 als GmbH rechtmäßig erworben. Neben der Schule für Erwachsenenbildung finden sich im MehringHof heute auch ein Theater, ein Café, Handwerks- und Gewerbebetriebe, sowie zahlreiche soziale und politische Initiativen.

    Auch die lange und abwechslungsreiche Geschichte der 1858 gegründeten Berthold AG ist mittlerweile gut aufgearbeitet. Das einstige Weltunternehmen war bis zum Konkurs 1993 einer der größten Anbieter von Schriften.

  • Grenanderhaus
    Grenanderhaus
    Grenanderhaus Eckgebäude
    Das Grenanderhaus war gleichzeitig ein Gleichrichterwerk für die U-Bahn und Verwaltungssitz der BGV. | © Foto: Jörg Zägel, 2010 via Wikimedia Commons
    Adresse

    Rosa-Luxemburg-Straße 2
    10178 Berlin-Mitte

    Best of

    Zentralen der Macht

    Grenanderhaus

    Das Grenanderhaus ist nach seinem Architekten Afred Grenander benannt. Während des Ausbaus der U-Bahn entstand 1929/30 am Verkehrsknotenpunkt Alexanderplatz ein Gleichrichterwerk für die Energieversorgung der U-Bahn. Gleichzeitig plante Architekt Grenander auf demselben Grundstück ein kombiniertes Büro- und Dienstgebäude für die Berliner Verkehrs Aktiengesellschaft (BVG). Im unteren Stockwerk bot es Platz für Geschäftsräume. Das Gebäude ist eine Stahlskelettkonstruktion mit Verblendung aus Muschelkalkplatten und Klinkern an den Brüstungen. Das im Hof gelegene Gleichrichterwerk ist als Querbau zwischen den beiden Flügeln des Büro- und Dienstgebäudes angelegt. Von der Straße aus ist es jedoch nicht sichtbar.

    Mit dem Umzug der BVG-Verwaltung in die Nähe der Jannowitzbrücke 2008 findet das Haus an der Rosa-Luxemburg-Straße einen neuen Besitzer. Zu den Mietern im Grenanderhaus zählen inzwischen das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. und ein Car-Sharing Unternehmen.

  • Haus am Werderschen Markt, Reichsbank
    Haus am Werderschen Markt, Reichsbank
    Reichsbank Haus am Werderschen Markt
    Gebäude Zentralkommittee der SED 1967
    Die Reichsbank errichtete ab 1934 einen riesigen Komplex am Werderschen Markt. | © Foto: Andreas Muhs, 2014

    Haus am Werderschen Markt, Reichsbank

    Das inzwischen als Haus am Werderschen Markt bekannte ehemalige Reichsbank-Gebäude westlich der Spree zählt auch heute noch zu den größten Gebäuden Berlins. Ende der 1930er Jahre errichtete die Reichsbank einen Erweiterungsbau auf der gegenüberliegenden Straßenseite ihres Stammhauses. Das Bauwerk am ehemaligen Werderschen Markt durchlebte im Laufe der Jahrzehnte verschiedenste Nutzungen. Es war unter anderem von 1945 bis 1990 Sitz des Zentralkomitees der SED. Das Haus am Werderschen Markt beherbergt seit 1999 Teile des Auswärtigen Amtes.

    Die 1876 gegründete Reichsbank leitete als staatliches Finanzinstitut maßgeblich die Geldpolitik des Deutschen Kaiserreiches. Mit dem Wechsel der verschiedenen politischen Systeme in den darauffolgenden Jahrzehnten änderte sich auch der Name der Reichsbank immer wieder. Die Rolle als zentrale Notenbank blieb ihr jedoch bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs erhalten.


    Download Faltmappe
  • Knorr-Bremse AG Hauptwerk
    Knorr-Bremse AG Hauptwerk
    Knorr-Bremse Hauptwerk
    Das ehemalige Knorr-Bremse Hauptwerk liegt an der Grenze zwischen Friedrichshain und Lichtenberg. | © Foto: Andreas Muhs, 2014
    Adresse

    Hirschberger Straße 4
    10317 Berlin-Lichtenberg

    Best of

    Zentralen der Macht

    Knorr-Bremse AG Hauptwerk

    Die Knorr-Bremse AG stieg um 1900 mit der Erfindung einer neuartigen Bremsentechnologie zu einem der wichtigsten Bremsenproduzenten Deutschlands auf. Die Fabrik in Friedrichshain wuchs ab 1903 zu einem riesigen Komplex mit 160 Metern Länge an.

    Mit dem Anstieg der Produktion insbesondere für die Eisenbahnindustrie, brauchte die Firma mehr Platz. Daher errichtete der Architekt Alfred Grenander 1922 auf einem Nachbargrundstück östlich der Ringbahn ein neues Hauptwerk. Dieses war durch eine Unterführung mit den Bestandsgebäuden verbunden. Das Knorr-Bremse Hauptwerk mit seinen vier markanten Türmen lief nach dem Krieg unter dem Namen VEB Bremsenwerk weiter. Nach der Wende war es kurzzeitig wieder in Besitz der Knorr-Bremse AG, heute nutzt die Deutsche Rentenversicherung es als Bürohaus.


    Download Faltmappe
  • Knorr-Bremse AG Verwaltung
    Knorr-Bremse AG Verwaltung
    Knorr-Bremse Verwaltung
    Das alte Fabrik- und Verwaltungsgebäude von 1906 wurde in den Neubau integriert. | © Knorr-Bremse AG, um 1913

    Knorr-Bremse AG Verwaltung

    Das zwischen 1913 und 1916 erbaute repräsentative Verwaltungsgebäude der Knorr-Bremse AG in der Neuen Bahnhofstraße ist ein Projekt des Architekten Alfred Grenander. Das ältere Verwaltungs- und Produktionsgebäude von 1906 wurde schrittweise auf die Nachbargrundstücke erweitert. Das Unternehmen produzierte seit 1899 hauptsächlich Bremssysteme für Schienenfahrzeuge. In den 1920er Jahren stieg Knorr zum größten Bremsenproduzent Europas auf. 1922 baute Grenander das angrenzende Knorr-Bremse Hauptwerk. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges zählte das Unternehmen zu den drei größten Metallbetrieben Berlins. Währenddessen waren über 1000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in der Rüstungsproduktion der Firma tätig.

    Nach der Übernahme durch die Knorr-Bremse AG München wurde das Werk 1992 schließlich stillgelegt. Zeitweise zog Zalando in die Gebäude und ließ für seine Eigenmarken Kleidung designen. Inzwischen ist "das größte Modeatelier Berlins" jedoch wieder ausgezogen.


    Download Faltmappe
  • Deutsche Bank
    Deutsche Bank
    Deutsche Bank Verbindungsbrücke
    Deutsche Bank 1929
    Die Alt- und Neubauten der Deutschen Bank sind über Brücken miteinander verbunden. | © bzi, Foto: Florian Rizek, 2015
    Adresse

    Französische Straße 1-7, 63-68
    10117 Berlin-Mitte

    Best of

    Zentralen der Macht

    Deutsche Bank

    Die 1870 gegründete Deutsche Bank beauftragte die Architekten Hermann Ende und Wilhelm Böckmann mit der Planung ihrer eigenen Niederlassung. Dafür erwarb sie ein großes Grundstück an der Französischen Straße. In den Jahren zwischen 1871 und 1910 expandierte das Bankhaus stark. Die Um- und Erweiterungsbauten waren zum Teil mit Brücken untereinander verbunden. Um 1914 verteilte sich der Gebäudekomplex der Deutschen Bank schließlich auf drei Straßenblöcke.

    Die von namhaften Bankiers und Industriellen gegründete Bank sollte von Anfang an als wichtige Stütze des deutschen Exports dienen. Sie war eng verbunden mit der Industrie und unterstützte deutsche Firmen bei der Ausführung von Projekten in der ganzen Welt. Die eigens gegründete Deutsche Überseeische Bank war vor allem im Lateinamerikageschäft ein wichtiger Geldgeber der deutschen Industrie.

    Im Zweiten Weltkrieg trugen die Bankgebäude starke Schäden davon. Sanierungen und Neubauten prägten daher die 1950er Jahre. Bis 1990 befand sich in den Komplexen an der Mauerstraße das Ministerium des Inneren der DDR. Nach der Wiedervereinigung ziehen verschiedene Bundesministerien ein.


    Download Faltmappe
  • Berliner Handels-Gesellschaft
    Berliner Handels-Gesellschaft
    Berliner Handelsgesellschhaft KfW
    Berliner Handelsgesellschaft KfW Gendarmenmarkt
    1994 zieht die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in das Gebäude am Gendarmenmarkt. | © Foto: Andreas Muhs, 2013
    Adresse

    Behrenstraße 32/33
    Französische Straße 42-44
    Charlottenstraße 33
    10117 Berlin-Mitte

    Best of

    Zentralen der Macht

    Berliner Handels-Gesellschaft

    Schon bei der Eröffnung des Hauptsitzes der Berliner Handels-Gesellschaft im Jahr 1900 war diese ein wichtiger Partner der Industrie in Berlin. 1856 gegründet, finanzierte die Bank in den ersten Jahren vor allem den Bau von Eisenbahnen. Bankier Carl Fürstenberg übernahm 1883 die Gesellschaft und richtete sie auf die Finanzierung von Industrie aus. Er schaffte es, große Betriebe langfristig an die Bank zu binden. Zum Beispiel hatte der Vorstandsvorsitzende der AEG automatisch den Vorsitz im Verwaltungsrat der Berliner Handels-Gesellschaft inne.

    1933 mussten drei der vier Geschäftsinhaber der Bank ihre Posten aufgeben. Die diskriminierende Politik der Nationalsozialisten zwang die jüdischen Bankiers dazu, das Land zu verlassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg tätigte die Bank ihre Geschäfte hauptsächlich im neuen westdeutschen Bankenzentrum Frankfurt am Main. Das Gebäude in der Behrenstraße blieb jedoch bis heute als Bankhaus erhalten. Erst zog die Staatsbank der DDR in die eindrucksvollen Räumlichkeiten ein, die einen ganzen Block beanspruchen. 1994 übernahm dann schließlich die Kreditanstalt für Wiederaufbau das Gebäude.


    Download Faltmappe
  • Ullstein-Haus Tempelhof
    Ullstein-Haus Tempelhof
    Außenansicht Ullstein-Haus
    Statue einer Eule aus Bronze am Ullstein-Haus
    Der Uhrturm des Ullstein-Haus ist von Weitem sichtbar. | © Foto: Florian Rizek, CC BY-SA 3.0
    Adresse

    Mariendorfer Damm 1-3
    12099 Berlin-Tempelhof

    Best of

    Kommunikation und Medien

    Ullstein-Haus Tempelhof

    Das 1927 eröffnete Ullstein-Haus prägt mit seiner vertikalen Fassade und dem imposanten Turm die Umgebung am Tempelhofer Hafen. Der von Eugen Schmohl entworfene Stahlbetonskelettbau zeigt sich nach außen mit einer expressiven Gestaltung aus Backstein und auffälligen Skulpturen. Im Inneren waren die Zeitschriften- und Bücherdruckerei sowie die Verwaltung des Ullstein-Verlags untergebracht. Die Nationalsozialisten enteigneten die Besitzer wegen ihrer jüdischen Herkunft. Erst nach dem Zweiten Krieg erhielten diese den Verlag wieder zurück.

    Das Ullstein-Haus zeugt von der Bedeutung Berlins als Zeitungsstadt. Die Axel Springer Gruppe druckte hier noch bis 1985 Zeitungen und Zeitschriften. In den 1990er Jahren folgte die Umnutzung für verschiedene Gewerbe und Modefirmen. Entlang des Kanals kam zu dieser Zeit ein großer Anbau hinzu.

  • Uferhallen Gesundbrunnen
    Uferhallen Gesundbrunnen
    Außenansicht der Uferhallen
    Innenansicht der Uferhallen
    Innenansicht des Cafe Pförtner
    Die in den Uferhallen angesiedelten Uferstudios sind ein Kultur- und Veranstaltungsort für zeitgenössischen Tanz. | © visitBerlin, Foto: Uferstudios
    Adresse

    Uferstraße 8-11
    13357 Berlin-Gesundbrunnen

    Best of

    Kommunikation und Medien

    Uferhallen Gesundbrunnen

    In der Uferstraße entstand ab 1892 eine große Werkstatt zur Wartung von öffentlichen Verkehrsmitteln. Inzwischen ist das Gelände als Uferhallen bekannt. In den Anfangsjahren reparierte die Werkstatt vor allem die Wagen der Pferdestraßenbahnlinien. Später kamen vermehrt elektrisch betriebene Straßenbahnlinien hinzu.

    Im Jahr 1929 schlossen sich diverse Betreiber von öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Berliner Verkehrsbetrieben, kurz BVG, zusammen. Bereits drei Jahre zuvor hatte der Architekt Jean Krämer das Gelände neben der Panke komplett umgeplant. Für seine Straßenbahn-Infrastrukturbauten bekannt, errichtete er auch hier zahlreiche Neubauten. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzt die BVG die Hallen als Omnibusbetriebshof. Die gut erhaltenen Uferhallen werden seit der Stilllegung der Hauptwerkstatt 2006 größtenteils von Künstlern als Ateliers verwendet. 2017 erwarben private Investoren das Areal.

  • Glockenturm Sacrower Heilandskirche
    Glockenturm Sacrower Heilandskirche
    Außenansicht der Heilandskirche mit Glockenturm
    Zeichnung der Sacrower Heilandskirche mit Glockenturm
    Der Glockenturm ist nach Vorbild der italienischen Campanile erbaut. | © visitBerlin, Wirtschaftsförderung Steglitz-Zehlendorf, Foto: Steven Ritzer
    Adresse

    Fährstraße
    14469 Potsdam

    Best of

    Kommunikation und Medien

    Glockenturm Sacrower Heilandskirche

    Südlich des Potsdamer Ortsteils Sacrow entstand 1844 eine Kirche mit freistehendem Glockenturm nach italienischem Vorbild erbaut. 1897 errichteten die Physiker Adolf Slaby und Georg Graf von Arco im Glockenturm die erste deutsche Antennenanlage für drahtlose Telegraphie. Von der Station auf dem Glockenturm glückte die Übertragung zu der 1,6 km entfernten Empfängerstelle auf der Matrosenstation Kongsnæs am gegenüberliegenden Ufer des Jungfernsees. Im Herbst 1897 gelang schließlich eine Funkverbindung von Schöneberg nach Rangsdorf. Ein Jahr später überbrückte die Verbindung bereits über 60 km nach Jüterbog.

    Seit 1928 erinnert ein Gedenkstein an den geglückten Versuch von 1897. Nachdem in den 1990er Jahren eine Kopie eingesetzt wurde, ist das Original inzwischen im Technikmuseum zu sehen.

  • KulturBrauerei
    KulturBrauerei
    Hof der KulturBrauerei mit Museum
    Turm der Kulturbrauerei an Straßenecke
    Infos auf Smartphone bei der KulturBrauerei
    Gang im Keller der KulturBrauerei
    i

    Erbaut
    ab 1887

    Bauherr
    Schultheiss Brauerei AG

    Architekt
    Franz H. Schwechten

    Früher
    Brauereigelände

    Heute
    Kulturzentrum, Gastronomie, Museum, Gewerbeflächen

    Die Schrift an den Gebäuden verrät, wo einst Garage, Ställe und Umkleidekabinen untergebracht waren. | © bzi, Foto: Katharina Hornscheidt
    Adresse

    Schönhauser Allee 36
    10435 Berlin-Prenzlauer Berg

    Kontakt

    Tel.: 030/44 35 21 70
    info[at]tic-berlin.de
    www.kulturbrauerei.de

    Anfahrt

    U-Bahn: U2 (Haltestelle Eberswalder Straße o. Senefelderplatz)
    Tram: M1, M10, M12 (Haltestelle Eberswalder Straße)
    Nachtbus: N52 (Haltestelle Eberswalder Straße)

    Öffnungszeiten

    Gelände rund um die Uhr zugänglich
    Touristeninfo:
    Mo. bis So. 11:00 bis 19:00 Uhr

    Eintritt

    Gelände frei
    Kultureinrichtungen siehe Website

    Führungen

    Kostenloses Guidesystem für mobile Endgeräte
    Führungen auf Anfrage, kostenpflichtig

    Barrierefreiheit

    Eingeschränkt

    ERIH-Mitglied

    KulturBrauerei bei ERIH

    Best of

    Bier und Brot

    KulturBrauerei

    Kühles Bier aus tiefen Kellern

    Von der U-Bahnstation Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg strömen Nachtschwärmer in die KulturBrauerei. Schon von weitem tönen tiefe Bässe aus den verschiedenen Clubs auf dem 25.000 m² Areal. In der Nacht und auch am Tag ist die KulturBrauerei ein Ort zum Essen, Trinken und Tanzen. Das Museum zum Alltag in der DDR, ein Kino und ein Fahrradverleih runden das kulturelle Angebot ab.

    1853 übernimmt Jobst Schultheiss eine bayrische Bierbrauerei und den dazugehörigen Lagerkeller in der Schönhauser Allee. Er gibt dem Unternehmen seinen Namen und wird schließlich zu einem der erfolgreichsten Bierbrauer in Berlin. Als Richard Roesicke die Brauerei 1864 übernimmt, behält er nicht nur den Braumeister, sondern auch den eingeführten Namen der Brauerei bei. Durch den Zusammenschluss mit weiteren Unternehmen entwickelt sich die Schultheiss-Brauerei zur größten Brauerei Deutschlands. In der Schönhauser Allee schafft der renommierte Berliner Architekt Franz Schwechten ab 1878 einen modernen Produktionsstandort mit einem repräsentativen Ausschank. Sudhaus, Lagerhalle, Böttcherei – noch heute sind die früheren Nutzungen an den Gebäuden ablesbar. Der Brauereibesitzer Richard Roesicke setzt sich außerdem für gute Arbeitsbedingungen ein. Es entstehen beispielsweise Invalidenwerkstätten, Kindereinrichtungen und eine Bäderabteilung.

    Im Nationalsozialismus gilt die Schultheiss-Brauerei als "Nationalsozialistischer Musterbetrieb". Kriegsgefangene müssen Transport- und Hilfsarbeiten übernehmen. In den Tiefkellern produzieren ukrainische Zwangsarbeiterinnen für die Rüstungsproduktion der Telefunken AG. Nach Gründung der DDR geht die Bierproduktion staatlich organisiert als Volkseigener Betrieb (VEB) weiter. Das letzte Bier am Standort Schönhauser Allee wird 1967 abgefüllt. Mit dem Jugendclub Franz-Club beginnt 1970 die kulturelle Nutzung des Areals. Der ganze Brauerei-Komplex erhält 1974 Denkmalstatus. Dennoch ist das Gelände 1990 vom Verfall bedroht. Mit dem Konzept, das in den folgenden Jahren entsteht, etabliert sich eine bis heute tragfähige Mischung aus kommerzieller und kultureller Nutzung.

    Der Sozialisierung der Arbeitswelt ist ein Abschnitt innerhalb der Meilensteine der Berliner Industriegeschichte gewidmet.


    Download Faltmappe
  • Museum für Kommunikation Berlin
    Museum für Kommunikation Berlin
    Ausstellung im Museum für Kommunikation mit Kindern und Tablet
    Museum für Kommunikation bei Nacht
    Roboter im Museum für Kommunikation
    Schwarz-weiß Foto, Lichthof im Reichspostmuseum um 1912
    i

    Erbaut
    1871 - 1874, 1898, Umbauten

    Bauherr
    Reichspostamt

    Architekt
    Carl Schwatlo u.a.

    Früher
    Kaiserliches Generalpostamt, Reichspostmuseum

    Heute
    Museum

    Im Museum finden verschiedene Workshops statt. Für Kinder und Familien sind einige Angebote dabei. | © Museum für Kommunikation Berlin, Foto: Michael Ehrhart
    Adresse

    Leipziger Straße 16
    10117 Berlin-Mitte

    Kontakt

    Tel.: 030/20 29 40
    mfk-berlin[at]mspt.de
    www.mfk-berlin.de

    Anfahrt

    U-Bahn: U2 (Haltestelle Mohrenstraße o. Stadtmitte), U6 (Haltestelle Stadtmitte)
    Bus: M48, 265 (Haltestelle U Stadtmitte/Leipziger Straße), 200 (Haltestelle Mohrenstraße)

    Öffnungszeiten

    Öffnungszeiten werktags:
    Di. 9:00 bis 20:00 Uhr
    Mi. bis Fr. 9:00 bis 17:00 Uhr
    Öffnungszeiten Sa./So./Feiertag:
    10:00 bis 18:00, geschl. am 24., 25. u. 31.12.

    Aufgrund der Coronamaßnahmen gibt es momentan abweichende Öffnungszeiten. Alle aktuellen Informationen unter www.mfk-berlin.de/besuch/

    Eintritt

    Erwachsene 6 €, Ermäßigungen
    bis einschl. 17 Jahre frei

    Führungen

    jeden Sonntag und mit Anmeldung

    Barrierefreiheit

    eingeschränkt

    Best of

    Kommunikation und Medien

    Museum für Kommunikation Berlin

    Von Rauchzeichen, Rohrpost und Robotern

    Die Begrüßung im Museum für Kommunikation Berlin fällt überraschend aus: In der imposanten Eingangshalle heißen freundliche Roboter die Besucherinnen und Besucher willkommen. Dieses Museum ist ein Ort, an dem sich Menschen (und Roboter) begegnen, austauschen und unterhalten. Der Name des Museums ist dabei Programm. Schließlich geht es um bedeutende Fragen unserer Zeit:

    • Wie hat sich der Umgang mit Zeichen, Codes und Medien im Laufe der Zeit verändert?
    • Wie prägen neue Formen der Kommunikation unser privates und öffentliches Leben? 
    • Welche Zukunftsperspektiven gibt es für unsere Informationsgesellschaft?

    Kommunikation prägt schließlich schon immer das Leben der Menschen. Beginnend beim Rauchzeichen bis hin zum heutigen Smartphone – die umfangreiche Sammlung des Museums spiegelt unsere vielfältigen Formen von Kommunikation wieder. 1872 eröffnet das Museum als erstes Postmuseum der Welt. In der Schatzkammer befinden sich besondere Raritäten und kostbarste Exponate. Dazu gehören das erste "Telephon" von Johann Philipp Reis und die wohl berühmtesten Briefmarken: die Blaue und die Rote Mauritius.

    Interaktion ist im Museum für Kommunikation Berlin ausdrücklich erwünscht. So laden beispielsweise eine funktionsfähige Rohrpostanlage und ein Green-Screen-Studio zum Ausprobieren ein.

    Der Rundfunkgeschichte ist ein Meilenstein der Berliner Industriekultur gewidmet.

  • Industriesalon Schöneweide
    Industriesalon Schöneweide
    Historischer Arbeitsplatz mit Werkzeug Industriesalon Schöneweide
    Industriesalon Schöneweide
    Maschinen und Fernseher im Industriesalon Schöneweide
    Dieser Glasbläser-Arbeitsplatz für Fernsehröhren ist heute Teil der Ausstellung im Industriesalon. | © Foto: Andreas Muhs
    Adresse

    Reinbeckstraße 10
    12459 Berlin-Schöneweide

    Kontakt

    Tel.: 030/53 00 70 42
    info[at]industriesalon.de
    www.industriesalon.de

    Anfahrt

    Tram: 27, 60, 67 (Haltestelle Firlstraße),
    M17, 21, 27, 37 (Haltestelle Wilhelminenhofstraße/Edisonstraße)

    Öffnungszeiten

    Mi. bis So. 14:00 bis 18:00 Uhr

    Eintritt

    Spende erbeten
    Stadtführungen kostenpflichtig

    Führungen

    Fr. 14:00, So. 12:00 Uhr
    und auf Anfrage.
    Bitte Website beachten
    (Anmeldung erbeten)!

    Barrierefreiheit

    eingeschränkt

    Best of

    Produktion damals und heuteStrom und Energie

    Industriesalon Schöneweide

    Das Tor zur Elektropolis

    Eine schnaufende Lokomotive zieht schwer beladene Güterwagen durch die Straßen. Die „Bullenbahn“ verbindet Industriestandorte in Oberschöneweide mit den Rangierbahnhöfen Niederschöneweide und Rummelsburg. Es ist laut und betriebsam Ende der 1980er Jahre in Schöneweide. Tausende Arbeiterinnen und Arbeiter strömen zum Schichtwechsel durch die Fabriktore, hier im größten innerstädtischen Industriegebiet der DDR.

    Doch diese Zeiten sind längst vergangen. Über hundert Jahre industrielle Entwicklung haben Schöneweide geprägt und bis heute sichtbare Spuren hinterlassen. Die Wasserlage und die Nähe zur Eisenbahn begünstigen Ende des 19. Jahrhunderts die Ansiedlung von neuen Fabriken. Maßgeblich für die Entwicklung von Oberschöneweide wird die Allgemeine Electricitäts-Gesellschaft (AEG) unter Emil Rathenau. In rascher Folge entstehen ab 1897 neue Anlagen, wie beispielsweise das erste Drehstromkraftwerk Europas und ein hochmodernes Kabelwerk. Außerdem entstehen Versorgungseinrichtungen, Verwaltungs- und Wohnsiedlungen – aus Oberschöneweide wird eine Industriestadt mit Modellcharakter.

    Krananlagen, Bahngleise, die die Straßen durchziehen und Fabrikhallen mit großen Fensterfassaden dominieren bis heute das Stadtbild. Nach dem abrupten Aus für die DDR-Großbetriebe Anfang der 1990er Jahre stehen viele Gebäude leer. Große Teile der Industrieanlagen unterliegen mittlerweile dem Denkmalschutz – doch das rettet sie nicht in jedem Fall vor dem Abriss.

    Aus einer nachbarschaftlichen Initiative heraus und mit Unterstützung lokaler Unternehmen entsteht 2009 der Industriesalon Schöneweide. Das Besucherzentrum und Museum ist inzwischen als Startpunkt für die Erkundung der „Elektropolis Berlin“ etabliert. Über Führungen und Sonderausstellungen hinaus engagiert sich der Industriesalon mit vielfältigen Veranstaltungen wie beispielsweise Podiumsgesprächen und der Organisation von Architekturwettbewerben für den Erhalt des industriellen Erbes.

    Die Meilensteine der Berliner Industriegeschichte widmen sich auch der »Elektropolis Berlin« und den Themen »Repräsentieren und Produzieren in Ost-Berlin«.


    Download Faltmappe
  • Generaltelegrafenamt
    Generaltelegrafenamt
    Außenansicht Generaltelegrafenamt
    Historische Außenansicht Generaltelegrafenamt
    Der Architekt Carl Schwatlo orientierte sich an italienischen Renaissance-Palazzi. © Beek100, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
    Adresse

    Jägerstraße 42–44,
    Oberwallstraße 4a–5
    10117 Berlin-Mitte

    Best of

    Kommunikation und Medien

    Generaltelegrafenamt

    Ab 1862 wurde das Generaltelegrafenamt in der Jägerstraße in Mitte errichtet. Das erste Gebäude weltweit, das ausschließlich der Telegrafie diente. 1876 begann der Ausbau eines unterirdischen Telegrafenkabelnetzes mit Zentrum in Berlin. Sie sollte schnelle Kommunikation garantieren. Der wachsende Telegrafenverkehr und die neue Fernsprechvermittlung führten schließlich zu einem weiteren Neubau an der Oranienburger Straße. Das Gebäude in der Jägerstraße blieb vor Zerstörungen im Ersten und Zweiten Weltkrieg verschont. Deshalb kann man heute noch das ehemalige Generaltelegrafenamt mit seiner eindrucksvollen Sandsteinfassade betrachten. Skulpturen an der Fassade stellen die verschiedene Abläufe der Telegrafie und Telefonie dar.

    Der zentrale Telegrafensaal im Erdgeschoss beherbergte auf einer Grundfläche von 860 m² 100 Typendruck-Telegrafenapparate. 250 Morseapparate waren im ersten Obergeschoss untergebracht. Das zweite Obergeschoss umfasste nicht nur zahlreiche Büroräume, sondern auch die Dienstwohnung des Amtsvorstehers. Noch heute dient das imposante Gebäude „fernmeldetechnischen“ Zwecken und ist inzwischen Sitz der Deutschen Telekom AG.

  • Funkturm
    Funkturm
    Funkturm Berlin auf Wiese
    Funkturm Aussicht Berlin
    Messe mit Funkturm 1932
    Der Funkturm ist heute ein Wahrzeichen Berlins. | © Foto: Andreas FranzXaver Süß, 2016
    Adresse

    Hammarskjöldplatz
    14055 Berlin-Charlottenburg

    Best of

    Kommunikation und Medien

    Funkturm

    Der Funkturm war bei seiner Fertigstellung 1926 das Highlight der damals stattfindenden 3. Deutschen Funkausstellung. Mit seiner Höhe von 147 Metern ist er ein weithin sichtbares Wahrzeichen Berlins und diente früher sogar Flugzeugen als Orientierungshilfe. Die eigentliche Funktion des Turms, das Funken, übernahm die Antenne an der Spitze. Die zwei Plattformen mit Restaurant und Aussichtspunkt führten damals zu einer etwas längeren Bauzeit. Der Funkturm entwickelte sich durch diese jedoch zu einem beliebten Ausflugsziel.

    Ab Mitte der 1930er Jahre verlor der Turm als Funkstandort kontinuierlich an Bedeutung, während er als Wahrzeichen auch heute noch beliebt ist.


    Download Faltmappe
  • Fernsprechamt 2
    Fernsprechamt 2
    Fernsprechamt Lübecker Straße
    Der große Vermittlungssaal befand sich hinter den großen Fenstern im Obergeschoss. | © Foto: Norbert Gilson, 2016
    Adresse

    Lübecker Straße 1-2
    10559 Berlin-Moabit

    Best of

    Kommunikation und Medien

    Fernsprechamt 2

    Um 1910 breitete sich das Telefon rasend schnell aus. Als Folge platzte das Fernsprechamt 2 in Moabit in den erst 1894 errichteten Bauten aus allen Nähten. An deren Stelle errichtete die Deutsche Reichspost nach Plänen von Louis Ratzeburg und Otto Spalding einen 1912 fertiggestellten Neubau. Der durch hohe Fenster und Dachgauben besonders gut belichtete Vermittlungssaal lag im Obergeschoss. Das Erdgeschoss beherbergte hingegen den Bereich der Paketpost. Dazwischen lagen Verwaltung und Fernsprechtechnik.

    1934 wurde das Fernsprechamt 2 umgebaut, um die bisherige Handvermittlungsstelle in ein Selbstanschlussamt umzuwandeln. In dem inzwischen leer stehenden Vermittlungssaal entstand 1936 eine öffentliche „Fernseh-Großbildstelle”, die bis zu 230 Zuschauerinnen und Zuschauern die Verfolgung der Olympischen Spiele ermöglichte. Eine frühe Form des heute beliebten Public Viewings.

  • Fernsehturm Alexanderplatz
    Fernsehturm Alexanderplatz
    Fernsehturm Panorama Berlin
    Fernsehturm Alexanderplatz Bau 1969
    Der Fernsehturm überragt alle Gebäude in Berlin und ist von fast überall zu sehen. | © Foto: Axel Mauruszat, 2017 via Wikimedia Commons
    Adresse

    Karl-Liebknecht-Straße / Gontardstraße
    10178 Berlin-Mitte

    Best of

    Kommunikation und Medien

    Fernsehturm Alexanderplatz

    Die bis 1952 zurückreichenden Planungen für einen Fernsehturm in Ostberlin fanden erst ab 1965 ihre Umsetzung, nachdem der Standort westlich des Alexanderplatzes festlag. Als Basis entstand ein 250 m hoher Stahlbetonschaft in Form einer sich verjüngenden Röhre. Darauf setzte man den aus 120 Edelstahlsegmenten geformten, kugelförmigen Turmkopf auf. Über diesem ragt der 118 m hohe stählerne Antennenmast auf. Außer den Technikräumen befinden sich im Turmkopf auch ein Café und eine Aussichtsplattform. Mit 368 m Höhe ist der Fernsehturm das höchste Bauwerk Deutschlands.

    Ende der 1990er Jahre finden umfangreiche Sanierungen an den Antennen und deren Tragwerk statt. Seitdem trägt der Antennenmast Abstrahleinrichtungen für den UKW-Rundfunk sowie für Digitalrundfunk und Digitalfernsehen.

  • Fernamt Berlin
    Fernamt Berlin
    Fernamt Berlin Winterfeldtstraße
    Die Fassade des Fernamts ist mit Klinkern verkleidet. | © Foto: Jörg Zägel, 2013 via Wikimedia Commons
    Adresse

    Winterfeldtstraße 19–23
    10781 Berlin-Schöneberg

    Best of

    Kommunikation und Medien

    Fernamt Berlin

    Das Fernamt Berlin ist Zeugnis der Geschichte des Telefonierens. Im Berliner Fernsprechverkehr nahm in den 1920er Jahren das Bedürfnis nach überregionalen Telefonverbindungen stark zu. Zwar setzte sich in der Vermittlung die Selbstwähltechnik als Ersatz für die ursprüngliche Handvermittlung zunehmend durch, dies gelang jedoch zunächst nur im lokalen Rahmen. Für den Fernverkehr blieb man auf das „Fräulein vom Amt“ angewiesen. Zur Bewältigung des Gesprächsaufkommens ließ die Deutsche Reichspost in den 1920er Jahren einen gewaltigen Neubau mit einer Frontlänge von 90 m und einer Tiefe von 140 m errichten. Die damals größte Fernsprecheinrichtung Europas bot Platz für bis zu 8.000 Personen Dienstpersonal. Der siebengeschossige Stahlskelettbau ist mit roten Klinkern verkleidet, wobei die Fassade expressionistische Stilelemente aufweist. Über dem mittig hervorgehobenen Treppenhaus prangt eine Plastik des Reichsadlers.

    Nachdem die Fernvermittlungsstelle in den 1980er Jahren in einen Neubau umgezogen war, erhielt das ehemalige Fernamt eine neue Bestimmung. Heute sind hier Büros und Seminarräume der Deutschen Telekom AG sowie das Gründerzentrum "hubraum".

  • Colosseum
    Colosseum
    Kino Colosseum 1957
    Das Colosseum war Premierenkino der DDR. | © bpk, Foto: Max Ittenbach, 1957
    Adresse

    Schönhauser Allee 123
    10437 Berlin-Prenzlauer Berg

    Best of

    Kommunikation und Medien

    Colosseum

    Das berühmte Kolosseum in Rom ist nicht zu verwechseln mit dem Berliner Kino Colosseum. 1924 eröffnet das Colosseum als Kino mit 1200 Plätzen. Zuvor war das Gebäude eine Wagenhalle der Pferde-Eisenbahn und bis 1918 ein Omnibusdepot. Das neue Kino bot neben Filmen auch Vorstellungen mit orchestraler Begleitung an. Während des Zweiten Weltkrieges dienten die Räumlichkeiten als Lazarett. Vorübergehend beherbergte das Bauwerk das Metropol-Theater und fungierte bis 1963 als Premierenkino der DDR.

    Seit 1992 gehörte das denkmalgeschützte Filmtheater zur Sputnik-Gruppe und später zur UCI Gruppe. Während der COVID-19-Pandemie schloss das Kino im März 2020. Seither kämpft die Initiative "Rettet das Colosseum e.V." für den Erhalt des Kinos.

  • Historischer Hafen Berlin
    Historischer Hafen Berlin
    Historischer Hafen Berlin-Brandenburg
    Ausstellung im Schiff Historischer Hafen Fischerinsel
    Dampfschiff im Historischen Hafen Fischerinsel mit Fernsehturm
    Dampfschiff Restaurant im Historischen Hafen Fischerinsel
    i

    Erbaut
    ab 13. Jahrhundert

    Früher
    Binnenhafen

    Heute
    Hafen- und Schifffahrtsmuseum

    Im Historischen Hafen ist anfassen erlaubt, aber es könnte ölige Finger geben. | © Berlin-Brandenburgische Schifffahrts-gesellschaft e.V. Historischer Hafen
    Adresse

    Märkisches Ufer
    10179 Berlin-Mitte

    Anfahrt

    U-Bahn: U2 (Haltestelle Märkisches Museum)
    S-Bahn: S3, S5, S7, S9 (Haltestelle Jannowitzbrücke)

    Öffnungszeiten

    Mai bis 3. Oktober: Sa. 14:00 bis 17:00 Uhr

    Eintritt

    Eintritt frei, Spenden willkommen

    Führungen

    Nach Vereinbarung

    Barrierefreiheit

    Nein

    ERIH-Mitglied

    ja

    Best of

    Transport und Verkehr

    Historischer Hafen Berlin

    Berlin ist aus dem Kahn gebaut

    Während eines Spaziergangs entlang der Fischerinsel in Berlin-Mitte stoßen Flaneure auf ein maritimes Kleinod. Zwischen der Mühlendammschleuse und dem Märkischen Museum befindet sich der Historische Hafen Berlin. Alte Dampfschlepper, historische Maßkähne und typische Fahrgastschiffe des 20. Jahrhunderts liegen hier vor Anker.

    Bereits im Mittelalter gibt es im historischen Zentrum Berlins erste Anlegestellen für den Warenverkehr. 1298 beurkundet der brandenburgische Landesherr Markgraf Otto V. schließlich die Erhebung eines Berliner Zolls, den Schifffahrtsverkehr und den Hafenbetrieb. Auch in den darauf folgenden Jahrhunderten bleiben die Wasserstraßen die wichtigsten Verkehrswege für den Waren- und Gütertransport. Mit Dampfschleppern und Maßkähnen kommen Anfang des 20. Jahrhunderts auch die so dringend benötigten Ziegel für den Wohnungsbau aus Brandenburg nach Berlin. Kohle aus der Lausitz und aus Schlesien sorgt für Wärme und Strom.

    „Willkommen an Bord“ heißt es mittlerweile für alle Besucherinnen und Besucher des Berliner Maßkahns „Renate Angelika“. Die Kajüten unter Deck geben einen Eindruck vom Leben auf dem Kahn, dazu informiert eine Ausstellung über die Hafengeschichte und die Bedeutung der Schifffahrt für die Stadtentwicklung. Die „Hafenbar“ lädt darüber hinaus im Sommer zum kulinarischen Verweilen auf dem Kahn ein. Mit großem ehrenamtlichen Einsatz erhält die Berlin Brandenburgische Schifffahrtsgesellschaft e.V. die historischen Binnenschiffe in einem fahrtüchtigen Zustand.

    Jahreshighlight im Historischen Hafen Berlin ist das An- und Abdampfen zu Saisonbeginn und -ende. Auf historischen Dampfschiffen geht es dabei von Berlin-Mitte bis vor die Tore Köpenicks und zurück.

    Mehr Informationen zu Berlins Wasserwegen finden Sie in den Meilensteinen der Berliner Industriegeschichte.

  • Museum Kesselhaus Herzberge
    Museum Kesselhaus Herzberge
    Museum Kesselhaus, Backsteingebäude mit Fensterfront
    Historische Dampfkessel im Museum Kesselhaus
    Beleuchteter Kessel im Museum Kesselhaus
    Krankenhaus Herzberge im Park
    i

    Erbaut
    1889 - 1893, 1903

    Bauherr
    Magistrat Berlin

    Architekt
    Hermann Blankenstein

    Früher
    Kesselhaus

    Heute
    Museum

    Das Museum Kesselhaus liegt im Landschaftspark Herzberge in Lichtenberg. | © Foto: Andreas FranzXaver Süß
    Adresse

    Herzbergstraße 79
    10365 Berlin-Lichtenberg

    Anfahrt

    Tram: M8, 37 (Haltestelle Evangelisches Krankenhaus KEH),
    Tram: 21 (Haltestelle Herzbergstraße/Siegfriedstraße)
    Bus: 256 (Haltestelle Herzbergstraße/Siegfriedstraße)

    Öffnungszeiten

    Dienstag: 14:00 bis 18:00 Uhr
    Donnerstag: 14:00 bis 18:00 Uhr
    An Feiertagen geschlossen

    Eintritt

    Erwachsene 2 €
    Ermäßigungen

    Führungen

    Nach Vereinbarung

    Barrierefreiheit

    Eingeschränkt

    Best of

    Sauber und GesundStrom und Energie

    Museum Kesselhaus Herzberge

    Technik im Grünen

    Zwischen Gewerbegebieten, Plattenbauten und großen Verkehrsadern liegt im Bezirk Lichtenberg der Landschaftspark Herzberge, eine grüne Oase in der Großstadt. Ein Bau aus rotem und gelbem Backstein beherbergt das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge. Das dazugehörende historische Kesselhaus befindet sich am Rande des Parks und beherbergt heute das Museums Kesselhaus Herzberge.

    Der rasante Bevölkerungsanstieg in Berlin sowie neue medizinische Erkenntnisse führen Ende des 19. Jahrhunderts zu einem regelrechten Krankenhaus-Boom in Berlin. Deswegen lässt der Stadtbaudirektor Hermann Blankenstein auch außerhalb des damaligen Stadtgebietes Krankenhäuser errichten. Das grüne Umfeld soll zur Genesung beitragen. In der Gemeinde Lichtenberg entsteht 1893 deshalb die zweite Städtische Irrenanstalt Berlins. Ein eigenes Kesselhaus sichert die Versorgung der Gebäude mit Wärme und elektrischem Strom für die Beleuchtung. Ab 1920 ist Lichtenberg Teil der neuen Stadt- und Einheitsgemeinde Groß-Berlin. Deswegen liefern fortan die Städtischen Elektrizitätswerke Berlin den Strom. Um die Wärmeversorgung kümmern sich weiter die Heizer im Kesselhaus, bis 1986 und als Reserve sogar bis 1991.  

    Mittlerweile ist das Kesselhaus denkmalgeschützt. Ein Förderverein kümmert sich maßgeblich um den Erhalt des Ortes und hat das Kesselhaus zu einem etablierten Ort für Kulturveranstaltungen entwickelt. Das kleine Museum stellt die Krankenhausgeschichte und den Architekten Hermann Blankenstein vor. Highlight der Technikausstellung sind die aufwendig restaurierten Heizkessel aus drei Generationen (1892, 1938, 1960). Zudem etablieren jüngere Vereinsmitglieder den atmosphärischen Ort im Spannungsfeld zwischen Erhalten & Gestalten als Plattform für zeitgenössische Kultur. Zwischen den stimmungsvoll beleuchteten Heizkesseln finden Konzerte, Performances und Ausstellungen statt.

    Die Meilensteine der Industriegeschichte Berlins thematisieren im Kapitel »Elektropolis Berlin« den Einzug der Elektrizität, z.B. in die Versorgung mit elektrischem Licht.


    Download Faltmappe
  • Naturschutzzentrum Ökowerk
    Naturschutzzentrum Ökowerk
    Ökowerk im historischen Wasserwerk in Grunewald
    Dampfmaschine im Ökowerk Berlin
    Kinder bestaunen Modell einer Dampfmaschine im Ökowerk Berlin zur JuniorRoute
    Historisches Kesselhaus im Ökowerk Berlin 1920
    i

    Erbaut
    1872 - 1873, 1892

    Bauherr
    Charlottenburger Wasserwerke GmbH

    Architekt
    Martin Gropius, Hanshent und F. Schmetzer

    Früher
    Wasserwerk Teufelssee

    Heute
    Naturschutzzentrum

    Das historische Wasserwerk Teufelssee, heute Ökowerk, liegt mitten im Grunewald. | © Naturschutzzentrum Ökowerk, Foto: Andreas Schmidt
    Adresse

    Teufelsseechaussee 22
    14193 Berlin-Grunewald

    Kontakt

    Tel.: 030/3 00 00 50
    info[at]oekowerk.de
    www.oekowerk.de

    Anfahrt

    S-Bahn: S3, S9 (Haltestelle Heerstraße), S7 (Haltestelle Grunewald).
    Bus: M19, 186, 349 (Haltestelle Grunewald).
    Achtung: von dort je 20 Minuten Fußweg

    Öffnungszeiten

    Sommer:
    Mi. bis Fr.: 10.00 bis 18.00 Uhr
    Sa., So., Feiertag: 12:00 bis 18:00 Uhr

    Winter:
    Mi. bis Fr.: 10.00 bis 16.00 Uhr
    Sa., So., Feiertag: 11:00 bis 16:00 Uhr

    Eintritt

    Gelände frei zugänglich
    Infozentrum Wasserleben: 2,50€, ermäßigt 1€

    Führungen

    Zum Wasserwerk und weiteren Themen, Termine siehe Website und nach Vereinbarung

    Barrierefreiheit

    Eingeschränkt

    Best of

    Sauber und Gesund

    Naturschutzzentrum Ökowerk

    Ein Wasserwerk im Grunewald

    Mitten im Grunewald liegt das älteste erhaltene Wasserwerk Berlins. Das idyllisch am Teufelssee gelegene Industriedenkmal ist heute das Zuhause des Naturschutzzentrum Ökowerk. Die Bedeutung von sauberem Wasser ist ein zentrales Thema der vielfältigen Bildungsangebote.

    Mitte des 19. Jahrhunderts ist die westlich von Berlin gelegene und finanzstärkste Stadt Charlottenburg Sommerresidenz des Königs von Preußen und zudem Ausflugsziel für viele Berlinerinnen und Berliner. Mehr und mehr wohlhabende Bürger lassen ihre Villen hier errichten, wozu 1866 die Baugesellschaft Westend & Co AG von Johannes Werckmeister, Johannes Quistorp und Martin Gropius gegründet wird. Der Anschluss an eine zentrale Wasserversorgung ist ein wichtiges Verkaufsargument. Werkmeister beginnt mit der Planung und dem Bau eines Wasserwerkes am Teufelssee. Doch 1868 geht die Baugesellschaft in die Insolvenz. Quistorp steigt aus und sein Bruder Heinrich übernimmt als Großinvestor das Management der neuen Westend-Gesellschaft Quistorp & Co. Fertiggestellt wird das Wasserwerk 1872. Im Laufe der Zeit werden von hier aus weitere Haushalte außerhalb Berlins bis nach Rixdorf mit Wasser versorgt.

    1920 wird Charlottenburg Teil der neu gegründeten Stadtgemeinde Groß-Berlin. Das Wasserwerk am Teufelssee wird deshalb fortan durch die neu gegründete Berliner Städtischen Wasserwerke AG verwaltet. Rund 100 Jahren ist es in Betrieb. Dann genügt es den hygienischen und technischen Ansprüchen nicht mehr. 1969 droht schließlich der Abriss, den öffentlicher Protest verhindert. Naturschutzvereine und Einzelpersonen schließen sich Anfang der 1980er-Jahre zusammen und gründen den Verein Naturschutzzentrum Ökowerk Berlin. , Der anerkannte Naturschutzverband ist seitdem hier im Bereich Umweltbildung aktiv. Das Gebäudeensemble wurde restauriert und enthält noch heute wesentliche Teile der historischen Technik.

    Zwischen Teufelssee, Streuobstwiesen und Erlebnisgärten bietet das Ökowerk ein vielfältiges Programm. Geheimnisvolle Orte wie den unterirdischen Reinwasserspeicher erleben Besucherinnen und Besucher bei einer Führung. Eine GPS-Rallye lädt kleine Gruppen dazu ein, dass Gelände auf eigene Faust zu erkunden.

    Der Wasserversorgung Berlins ist ein Meilenstein der Berliner Industriegeschichte gewidmet.

  • Altes Wasserwerk Friedrichshagen
    Altes Wasserwerk Friedrichshagen
    Backsteingebäude mit Eingang zum Wasserwerk Friedrichshagen
    Brunnen und Gebäude im Wasserwerk Friedrichshagen
    Halle mit Dampfmaschinen im Wasserwerk Friedrichshagen
    Türme an Backsteingebäude im Wasserwerk Friedrichshagen
    i

    Erbaut
    1889 - 1925

    Bauherr
    Magistrat Berlin

    Architekt
    Henry Gill, Richard Schultze

    Früher
    Trinkwasserversorgung

    Die Bauten des Wasserwerks Friedrichshagen bestehen zum Großteil aus Backstein. | © bzi, Foto: Katharina Hornscheidt
    Adresse

    Müggelseedamm 307
    12587 Berlin-Friedrichshagen

    Kontakt

    Tel.: 030/86 44 63 93
    fuehrungen[at]bwb.de
    www.bwb.de/fuehrungen

    Anfahrt

    Tram: 60 (Haltestelle Altes Wasserwerk)

    Öffnungszeiten

    Auf Grund der Corona-Pandemie bleibt das Alte Wasserwerk Friedrichshagen 2021 geschlossen.

    Industriekultur erleben

    Schauplätze
    JuniorRoute: Grundschule

    Best of

    Sauber und Gesund

    Altes Wasserwerk Friedrichshagen

    Sauberes Wasser für die Stadt

    Ende des 19. Jahrhunderts hat Berlin ein Wasserproblem. Wegen der zunehmenden Industrialisierung verschmutzt die Spree immer mehr. Auch aus den Rinnsteinen fließt das Abwasser ungereinigt in den Fluss ab. Im Wasserwerk am Stralauer Tor wird mit modernen Sandfilteranlagen Spreewasser aufbereitet. Doch die bestehenden Wasserwerke am Stralauer Tor und am Tegeler See können den Trinkwasserbedarf nicht mehr decken.

    Der Müggelsee liegt weit genug vor der Stadt und bietet sauberes Wasser. Im Luftkurort Friedrichshagen entsteht deshalb ab 1889 eine gigantische Baustelle für ein hochmodernes Wasserwerk zur Trinkwasserversorgung Berlins. Es umfasst vier Schöpfanlagen mit je drei dampfbetriebenen Kolbenpumpen sowie drei Dampfkesseln. Hinzu kommen Filteranlagen, Reinwasserbehälter, Werkstätten und Wohnhäuser. Fördermaschinen pumpen das hier aufbereitete Wasser in die Stadt. Über ein System aus Pumpstationen und Wassertürmen gelangt das Wasser auch in höher gelegene Stadtviertel wie das Gebiet vor dem Prenzlauer Tor – dem heutigen Stadtbezirk Prenzlauer Berg.

    Ungewöhnlich für ein solches Großprojekt: Ein Teil der Anlage geht im Sommer 1893 vorzeitig in Betrieb. Die Eröffnung des modernsten Wasserwerks in Europa ist ein Großereignis. Unter den 500 geladenen Gästen sind neben Stadträten und Staatsministern auch die Berliner Pioniere der Stadthygiene Rudolf Virchow, Robert Koch und James Hobrecht. Der Ingenieur und erste Direktor der Anlage Henry Gill jedoch stirbt kurz vor der Eröffnung. Er hat die Planung und Umsetzung der modernen Berliner Wasserversorgung maßgeblich gestaltet.

    Mit der Zeit lösen moderne Grundwasserwerke das historische Wasserwerk ab, schrittweise entsteht so eine neue Anlage. Die letzte Dampfmaschine arbeitet bis 1979. Seit 1987 wird die historische Anlage museal genutzt. Die Berliner Wasserbetriebe bieten mehrmals wöchentlich kostenlose Führungen an. Im Schaubetrieb zeigt die Dampfmaschine, welche enormen Kräfte zur Trinkwassergewinnung nötig waren. 

    Der Wasserversorgung Berlins ist ein Meilenstein der Berliner Industriegeschichte gewidmet.


    Download Faltmappe
  • Funkhaus Nalepastraße
    Funkhaus Nalepastraße
    Wiese und Gebäude Funkhaus Nalepastraße
    Sendesaal Funkhaus Nalepastraße
    Funkhaus Nalepastraße Milchbar
    Funkhaus Nalepastraße Spree
    Zwischen 1956 und 1990 sitzt der Rundfunk der DDR im Funkhaus Nalepastraße. | © bzi, Foto: Max Braun, 2020

    Funkhaus Nalepastraße

    Im Dezember 1951 strahlt das Haus des Rundfunks der DDR die erste Sendung aus. Im Osten wie im Westen galten Radio- und Fernsehbeiträge als wichtige Instrumente im Wettstreit der politischen Systeme. Mitte der 1980er Jahre wuchs das Funkhaus zu einer kleinen Stadt. 1990 endete schließlich der Sendebetrieb nach fast vierzig Jahren Sendungen bei Tag und Nacht.

    Die beiden Sendesäle liegen bei internationalen Künstlerinnen und Künstlern bis heute wegen ihrer außergewöhnlichen Tonqualität hoch im Kurs. Weitere Gebäudeteile des Traditionsstandortes an der Spree nutzen inzwischen zahlreiche Mieter aus den Bereichen Kunst, Mode und Musik.


    Download Faltmappe
  • Haus des Rundfunks des rbb
    Haus des Rundfunks des rbb
    Treppenhaus mit Lampe im Haus des Rundfunks rbb
    Eingang mit Schriftzug Haus des Rundfunks rbb
    Großer Sendesaal im Haus des Rundfunks rbb
    Historisches Luftbild Haus des Rundfunks 1957
    i

    Erbaut
    1929 - 1931

    Bauherr
    Reichsrundfunk-GmbH

    Architekt
    Hans Poelzig

    Früher
    Produktions- und Sendehaus

    Heute
    Medienzentrum

    Der beeindruckende Lichthof im Haus des Rundfunks verbindet die Sendesäle miteinander. | © rbb, Foto: Hanna Lippmann
    Adresse

    Masurenallee 8-14
    14057 Berlin-Charlottenburg

    Anfahrt

    U-Bahn: U2 (Haltestelle Theodor-Heuss-Platz)
    S-Bahn: S41, S42
    (Haltestelle Messe Nord/ICC)
    Bus: M49 (Haltestelle Haus des Rundfunks)

    Öffnungszeiten

    Nur im Rahmen einer Führung zugänglich

    Eintritt

    Führung kostenfrei

    Führungen

    Auf Grund der pandemischen Lage sind aktuell nur virtuelle Führungen möglich, eine Anmeldung ist erforderlich.

    Gruppen ab einer Größe von 15 Personen aus der Region Berlin-Brandenburg können individuelle Termine vereinbaren.

    Barrierefreiheit

    Ja, mit Anmeldung

    Industriekultur erleben

    Schauplätze

    Best of

    Kommunikation und Medien

    Haus des Rundfunks des rbb

    Vollkommener Klang in moderner Architektur

    Mattbrauner Klinker außen, vollkommener Klang im Inneren. Das Haus des Rundfunks des rbb in Berlin-Charlottenburg gehört zu Europas ältesten Rundfunkhäusern. Architekt Hans Poelzig plant 1929/30 erstmals ein Gebäude, das speziell auf die Bedürfnisse des neuen Mediums Rundfunk zugeschnitten ist. Der ungewöhnliche dreieckige Grundriss sorgt für eine optimale Schallisolierung in den Sendesälen. Diese befinden sich im Inneren des Hofes und somit weit entfernt vom Lärm der Straße.

    Das NS-Regime erkennt schnell die Möglichkeiten des Rundfunks. Das Programm: Musik, Anleitungen zum Sport und nationalsozialistische Propaganda. Der „Reichssender Berlin“ sendet bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs aus dem Haus in Charlottenburg. Ab Mai 1945 kontrollieren die sowjetischen Alliierten das Haus des Rundfunks, das jedoch im britischen Sektor liegt. Nach und nach berauben sie das Haus seiner technischen Anlagen und statten damit das neue Funkhaus an der Nalepastraße im sowjetischen Sektor aus. Die Briten finden 1952 schließlich ein weitgehend leeres Gebäude vor. Nach aufwändiger Sanierung und technischer Neuausstattung sendet ab 1957 der „Frontstadtsender“ Sender Freies Berlin (SFB) aus der Masurenallee.

    Seit 2003 produziert der Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb) nicht nur Radio, sondern auch Fernsehen vor Ort. Künftig soll das denkmalgeschützte Haus des Rundfunks mit dem Fernsehzentrum und einem neuen Medienhaus Teil eines Digitalen Campus sein. Führungen sind nach Anmeldung möglich.

    Der Geschichte des Rundfunks ist ein Meilenstein der Berliner Industriegeschichte gewidmet.


    Download Faltmappe
  • Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM Berlin)
    Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM Berlin)
    Gebäude der KPM Berlin aus Backstein
    Frauen mit Teekanne KPM Berlin
    Manufaktur vom Brandenburger Tor bei KPM
    Frauen beim Porzellan Workshop bei KPM
    i

    Erbaut
    1868 - 1872, 1962

    Bauherr
    Königliche Porzellan-Manufaktur

    Architekt
    Ferdinand Möller, Emil Boethke, Bruno Grimmek

    Früher
    Porzellanmanufaktur

    Heute
    Porzellanmanufaktur, Austellung

    Die Manufaktur und die KPM Welt inklusive Ausstellung liegen in einem Hof am Tiergarten. | © KPM Berlin
    Adresse

    Wegelystr. 1
    10623 Berlin

    Anfahrt

    S-Bahn: S3, S5, S7, S9 (Haltestelle Tiergarten)

    Öffnungszeiten

    Mo.-Sa. 10:00 bis 18:00 Uhr

    Eintritt

    Öffentliche Führungen Sa.,
    14 €, ermäßigt 9 €,
    Audiotour kostenfrei

    Führungen

    Öffentlich Sa. 15:00 Uhr,
    exklusiv für Gruppen mit Voranmeldung,
    Workshops mit Voranmeldung

    Barrierefreiheit

    Ja

    ERIH-Mitglied

    Die KPM bei ERIH

    Best of

    Produktion damals und heute

    Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM Berlin)

    „Weißes Gold“ aus Berlin

    Klares Weiß, zarte Formen und feine Malerei – jedes Stück ein Unikat. Seit über 300 Jahren ist die Faszination für Porzellan in Europa ungebrochen. Als König Friedrich II von Preußen 1763 eine Porzellan-Manufaktur übernimmt, benennt er das zuvor durch den Woll-Händler Wilhelm Caspar Wegely betriebene Unternehmen um. Fortan produziert die Königliche Porzellan-Manufaktur das „weißes Gold“, wie Porzellan damals auch genannt wird, nach für diese Zeit fortschrittlichen Prinzipien. Die Manufaktur gilt Ende des 18. Jahrhunderts als Musterbetrieb der Frühindustrialisierung. Es gibt keine Kinderarbeit, stattdessen geregelte Arbeitszeiten, Renten und eine Betriebskrankenkasse.

    1871 bezieht die Berliner Porzellan-Manufaktur einen neuen Standort am Rande des Tiergartens, nahe der Spree. Nun ist der Transport von Rohstoffen und gefertigten Produkten mit dem Schiff möglich. Berühmte Künstler wie beispielsweise Karl Friedrich Schinkel und Johann Gottfried Schadow entwerfen Tafelservice, Vasen und Skulpturen für die Manufaktur. Die Eröffnung der Manufaktur eigenen Chemisch-Technischen Versuchsanstalt im Jahr 1878 bringt die Entwicklung neuer Fertigungstechniken und Innovationen weiter voran. Hier leistet die Manufaktur Pionierarbeit für die keramische Industrie.

    Bis zum Ende der Monarchie 1918 ist die Manufaktur in königlichem Besitz, die kobaltblaue Zeptermarke und das Signet „KPM“ für die Königliche Porzellan-Manufaktur bleiben auch danach erhalten. Inspiriert von Werkbund und Bauhaus, entwickelt die KPM Ende der 1920er-Jahre eine klare Formensprache. Im Jahr 1943 zerstören Bombenangriffe das Manufaktur-Gebäude, dabei gehen wertvolle Gussformen und Maschinen für immer verloren.

    Heute ist die Königliche Porzellan-Manufaktur (KPM Berlin) in Privatbesitz und produziert am historischen Standort bis heute Porzellan fast ausschließlich von Hand. Damit ist sie der älteste bis heute produzierende Handwerksbetrieb Berlins. Die historischen Gebäude und die zentrale Ringkammerofenhalle, die nach den Zerstörungen des Krieges unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten wiederaufgebaut wurden, sind heute als Teil der Ausstellung KPM WELT erlebbar und beherbergen den KPM Flagshipstore. Besucherinnen und Besucher entdecken Designs aus 250 Jahren und können Teile des Fertigungs- und Malereiprozesses live erleben. Angeleitete Workshops machen aus Erwachsenen und Kindern echte Manufakturistinnen und Manufakturisten von Morgen.

    Die Meilensteine der Berliner Industriegeschichte informieren zu Berlins Wasserwegen und zur Frühindustrialisierung in Berlin.

  • Kabelwerk Oberspree KWO
    Kabelwerk Oberspree KWO
    HTW Berlin Campus Wilhelminenhof, ehemaliges Kabelwerk Oberspree
    Kabeltrommeln KWO
    AEG Kabelwerk Oberspree Luftbild 1923
    Logo des KWO auf Fassade
    Eine Outdoor-Ausstellung am Gebäude D erzählt die Geschichte des Standorts. | © HTW Berlin, Foto: Alexander Rentsch