Forum

Das Berliner Forum für Industriekultur und Gesellschaft dient als Plattform und Treffpunkt für Akteure. Dort werden im Expertennetzwerk vorhandene Aspekte, laufende Projekte und neue inhaltliche Ansätze diskutiert.

Seit dem Ersten Forum 2012 hat sich der zunächst auf den Berliner Kontext bezogene Fokus deutlich erweitert.
Ein wichtiges Charakteristikum des Forums ist die Netzwerkarbeit. Diskussionen, Get-togethers und Exkursionen bieten viele Gelegenheiten für den intensiven Austausch.

Industriekultur und Nachhaltigkeit –
Neue Wege mit dem Erbe

Neuntes Berliner Forum für Industriekultur und Gesellschaft
Ort: HTW Berlin, Campus Wilhelminenhof und als Digitalkonferenz

© Foto: Archiv – TD Brikettfabrik LOUISE | © visitBerlin, Malzfabrik, Foto: Matthias Friel | © Naturschutzzentrum Ökowerk, Foto: Andreas Schmidt | © Landgut Stober

Konzept

In den Aufgabenfeldern der Industriekultur (Konservierung, Forschung, Um-/Nutzung, Inwertsetzung) haben sich in den letzten Jahrzehnten Themenschwerpunkte und Arbeitsweisen immer wieder gewandelt. Dafür waren zeithistorische Einflüsse verantwortlich, besondere regionale Entwicklungen und neue Interpretationsansätze in den aktuellen Diskursen. Spätestens seit den Beschlüssen der Pariser Klimakonferenz und dem jüngsten Verfassungsgerichtsurteil zur Klimaschutzpolitik steht ein erneuter Paradigmenwechsel an. Die notwendigen Transformationsprozesse fordern uns heraus, Kriterien der Nachhaltigkeit viel stärker in unserer Arbeit zu berücksichtigen.

In der allgemeinen Denkmalpflege hat die Diskussion um neue Standards und Bewertungsraster schon vor einigen Jahren eingesetzt, für den Bereich der Industriekultur hat eine entsprechende Auseinandersetzung gerade erst begonnen. Der Erhalt von historischen Objekten allein wird den Anforderungen der Nachhaltigkeit nicht genügen. Stattdessen werden sich unsere Konzepte für Restaurierung und Nachnutzung künftig wesentlich intensiver mit Fragen zum Klimaschutz und zur Nachhaltigkeit befassen.

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Die Objekte und Orte der Industriekultur fordern eine solche Debatte besonders vehement ein, stehen sie doch in aller Regel für Innovation und Erfindergeist, aber auch für ein Zeitalter, in dem Aspekte wie Ressourcensparsamkeit, Ökologie und soziale Fairness lange hinter ganz entgegengesetzten Zielen und Werten zurückstanden. Umso wichtiger muss es uns heute sein, bei Konservierungs- wie Umnutzungsfragen Nachhaltigkeitskriterien zu berücksichtigen.

Eine so verstandene Auseinandersetzung mit Industriekultur zielt immer auch auf eine nach vorn schauende Überwindung des klassischen Industriezeitalters. Die Orte der Industriekultur können ganz im Sinne der ursprünglichen innovativen Energien Wiegen eines neuen Zeitalters des Wirtschaftens und Produzierens werden und Leuchttürme für aktiven Klimaschutz und Nachhaltigkeit sein.

Das Neunte Forum will in erster Linie Menschen zusammenbringen, die sich nicht nur auf theoretischer Ebene mit diesen Fragen auseinandersetzen. Vielmehr soll es ein Treffen von Menschen werden, die sich vor Ort in eigener Verantwortung mit sensiblem Gestaltungswillen nachhaltigen Projekten und Konzepten widmen. Das Ziel ist der Austausch von Erfahrungen und Anregungen, eine Würdigung der Arbeit von Pionier:innen und die Gründung von neuen Netzwerken in der Region und darüber hinaus.

Das sind unsere Fragen:

  • Wie ist der aktuelle Stand des Nachdenkens über den Einfluss von Nachhaltigkeitskriterien auf die Industriekultur?
  • Wie werden wir zukünftig unseren ökologischen Fußabdruck ermitteln können?
  • Die Materialfrage: Beton, Backstein oder Stahl? Industriekultur und Graue Energien
  • Neues Wirtschaften in alten Objekten – Beispiele der Kreislaufwirtschaft
  • Kapital und Nachhaltigkeit – Investieren in Industriekultur?
  • Industriekultur und sog. Sanfter Tourismus, eine perfekte Kombination?
  • Die Renaissance der alten Wasserkraftwerke – Ein wertvoller Beitrag für erneuerbare Energien?

Referentinnen und Referenten

Wir haben zu diesen und verwandten Themen engagierte und überzeugende Referentinnen und Referenten gefunden und wollen mit dem Neunten Berliner Forum für Industriekultur und Gesellschaft erneut Anstöße geben für das Nachdenken und Handeln von Menschen, die sich in unterschiedlichen Funktionen und Verantwortungen regional und überregional mit Themen der Industriekultur befassen.

Das Forum findet dieses Jahr hybrid an der HTW Berlin, Campus Wilhelminenhof, statt und als Digitalkonferenz via Zoom. Dank unserer Kooperation mit ERIH (European Route of Industrial Heritage) können wir unseren Online-Gästen eine englische Simultanübersetzung von Vorträgen und Diskussionen anbieten.

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Dank unserer Kooperation mit ERIH (European Route of Industrial Heritage) können wir unseren Online-Gästen eine englische Simultanübersetzung von Vorträgen und Diskussionen anbieten.

Thanks to our cooperation with ERIH (The European Route of Industrial Heritage), we are able to offer our online guests simultaneous English translation of lectures and discussions.

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Frühere Foren

Industriekultur als Soziales Kapital

Achtes Berliner Forum für Industriekultur und Gesellschaft

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Orte und Erzählungen der Industriegeschichte werden neu entdeckt und neu bewertet. Das Achte Berliner Forum für Industriekultur und Gesellschaft nahm sich im Winter 2020 dieser These an. Unter dem Titel »Industriekultur als Soziales Kapital« wurden die Neubewertungen und ihre mutmaßlichen Konsequenzen in den Blick genommen. Dazu standen drei Leitfragen im Raum:

  • Welchen emotionalen und mentalen Status hat Industriekultur in Leitregionen?
  • Welche wirtschaftliche Bedeutung lässt sich aus der Sicht von Tourismus und Immobilienwirtschaft ermitteln?
  • Welche Rolle spielt die Auseinandersetzung mit Industriekultur für neue soziale Bewegungen im Inland und andernorts, zum Beispiel in Südamerika?

Hier finden Sie die Vorträge zum Nachhören und -sehen

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Reiner Nagel: Baukultur und Industriekultur
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Thomas Spring: Innovationskultur als Tradition
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Christiane Baum: Industriekultur im Tourismus: Nischenprodukt oder Trendthema?
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Karin Teichmann: Industriekultur als Ressource der Immobilienwirtschaft
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Prof. Dr. Marion Steiner: Zur Industriekultur Berlins aus globaler Perspektive
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Prof. Dr. Stefan Berger: Industriekultur im Ruhrgebiet heute –wo bleibt die Mobilisierung von unten?
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Flughafen Tempelhof: Europäisches Kulturerbe –
Wert und Inwertsetzung

Siebtes Berliner Forum für Industriekultur und Gesellschaft

© bzi, Foto: Lea Gleisberg

Das Siebte Forum für Industriekultur und Gesellschaft fand im Oktober 2019 am Flughafen Tempelhof statt. Unter dem Titel »Flughafen Tempelhof: Europäisches Kulturerbe – Wert und Inwertsetzung« beschäftigte sich die Tagung mit dieser Ikone der Berliner Industriekultur. Ein markantes Zeugnis der Stadtgeschichte und Ort vielfältiger gesellschaftlicher Projektionen. Obwohl er seine ursprüngliche Funktion verloren hat, ist der Flughafen Tempelhof bis heute eine internationale Landmarke an der Schnittstelle von Metropolenentwicklung und Luftfahrtgeschichte.

  • Wie kann ein Ort mit einer so vieldeutigen Nutzungsgeschichte und einer so heftig-monumentalen Architektur überhaupt redefiniert und als geschätzter Ort der Stadt in-Wert-gesetzt werden?
  • Was braucht es, um großdimensionierte Funktions-Bauwerke als „Leuchtturm“ einer Region zu etablieren und sie als neuen und alten Teil einer städtischen Identität zu begreifen?
  • Welche Anregungen und Lehren lassen sich aus dem Umgang mit vergleichbaren geschichtsgeladenen Großobjekten der Industriekultur an anderen Orten ziehen?
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Verdrängt, vergessen, verloren –
Über die Zeitlichkeit der Industriekultur

Sechstes Berliner Forum für Industriekultur und Gesellschaft

© bzi/Foto: Lea Gleisberg

Das Sechste Berliner Forum für Industriekultur und Gesellschaft fand am 25. und 26. Oktober 2018 am Deutschen Technikmuseum in Berlin statt. Unter dem Titel „Verdrängt, vergessen, verloren – Über die Zeitlichkeit der Industriekultur“ beschäftigte sich das Forum mit dem Verfall und der teils gezielten Vernichtung von industriellem Kulturerbe.

Die Geschichte der Industriekultur in Europa hat an öffentlicher und wissenschaftlicher Würdigung in den vergangenen Jahrzehnten enorm gewonnen; zugleich ist sie aber auch eine Geschichte des Verlustes von bedeutenden Zeugen und Dokumenten des kulturellen Erbes.

Im vierten Leitthema des Europäischen Kulturerbejahres 2018 „Europa: Gelebtes Erbe“ sollten die Netzwerke für Erhalt und Tradierung, Austausch und Teilhabe geistiger und gesellschaftlicher Geschichte im Mittelpunkt stehen. In unserem Forum haben wir kontrapunktisch die Prozesse des allmählichen Verfalls und der teils gezielten Vernichtung von Industrie-Kulturerbe verhandelt, nicht die Erfolgsgeschichten des Erhalts und der Revitalisierung.

Alle europäischen Regionen kennen solche Prozesse des Verlusts. Zum Teil ereignen sie sich, weil es keine verantwortlichen Akteure und Beobachter gibt, zum Teil sind sie Resultat rationaler Abwägung, zum Teil sind sie das Ergebnis anschlagartigen Beräumens.

Referentinnen und Referenten aus verschiedenen Regionen der Industriekultur haben von besonders typischen und herausragenden Fällen sowie symptomatischen Verläufen berichtet. Im Mittelpunkt stand die Rekonstruktion von Akteursrollen, von zeitgenössischen Argumentationsmustern und nachträglichen Legitimationen und eben gerade nicht die bloße Trauerarbeit. Nicht die emotionale Anklage, sondern die detaillierte Interpretation des jeweiligen örtlichen Geschehens im zeithistorischen Umfeld war das Ziel. An Fallbeispielen konnten mögliche Lehren aus aktuellen oder historischen Vorgängen diskutiert werden.

Diskutiert wurde ferner die Frage, inwiefern Formate wie „Rote Listen“ oder andere Formen öffentlicher Plattformen helfen können, Verluste zu minimieren.

Die grundsätzliche Frage aber war, ob nicht die Zeitlichkeit von Objekten der Industriekultur sogar zu akzeptieren ist und wie eine Ethik der Abwägung von Schutz oder Preisgabe aussehen könnte.

Referentinnen und Referenten

Sebastian Dämmler, Projekt Industrie.Kultur.Ost
www.industrie-kultur-ost.de

Thomas Kemnitz, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
vimudea.info

Anja Nixdorf-Munkwitz, Stiftung Kraftwerk Hirschfelde
kraftwerk-hirschfelde.de

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Jenseits der Grenzen. Regionen der Industriekultur im Dialog II

Fünftes Berliner Forum für Industriekultur und Gesellschaft

„Jenseits der Grenzen. Regionen der Industriekultur im Dialog“ lautete das Thema des Fünften Berliner Forums für Industriekultur und Gesellschaft, das am 3. November 2017 an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin-Oberschöneweide stattfand.

Die Thematik des Forums steht in der Kontinuität des Vorjahres. Entsprechend dem European Cultural Heritage Year 2018, weitet es in diesem Jahr seinen Blick auf europäische Grenzregionen mit historischem und aktuellem Bezug zur Industriekultur aus. Das bzi möchte dem Dialog zwischen den Regionen eine Plattform bieten und eine Diskussion anregen über alte sowie neue Strategien für grenzüberschreitende Kooperationen sowie zur Bewahrung und Inwertsetzung des industriellen Erbes Europas.

Auch diesmal bietet sich bei Kaffeepausen und dem anschließenden Get-together die Möglichkeit, mit den Referenten und Gästen des Forums zu netzwerken und sich über aktuelle Entwicklungen der Industriekultur in Deutschland und Europa auszutauschen.

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Zentrum und Peripherie. Regionen der Industriekultur im Dialog

Viertes Berliner Forum für Industriekultur und Gesellschaft

Am 22. und 23. September 2016 fand im Deutschen Technikmuseums in Kreuzberg das Vierte Berliner Forum für Industriekultur und Gesellschaft statt. Unter dem Thema „Zentrum und Peripherie. Regionen der Industriekultur im Dialog“ kamen Referent:innen aus den Regionen Berlin und Brandenburg, dem Ruhrgebiet sowie Nürnberg und Franken zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Eine Exkursion im Oldtimer-Bus nach Spandau rundete das Programm am Freitag ab. Dort besichtigten die Teilnehmenden die industriekulturellen Zeugnisse rund um die Zitadelle sowie das BMW-Motorradwerk.

Download Bericht zum Forum Download Programm

Kreative – Pioniere – Industriekultur: Neues Wirtschaften in historischen Bauten

Drittes Berliner Forum für Industriekultur und Gesellschaft

Am 28. März 2014 fand unser Drittes Berliner Forum für Industriekultur und Gesellschaft statt. Das Thema „Kreative – Pioniere – Industriekultur: Neues Wirtschaften in historischen Bauten“ brachte interessante Redner:innen und ein engagiertes Publikum nach Schöneweide.

Dokumentation der Foren 2012 bis 2014 Download Programm

Die Elektropolis und ihr Netz – Energietechnik, Stadtstruktur, Lebensentwürfe

Zweites Berliner Forum für Industriekultur und Gesellschaft

Am 14. April 2013 fand auf dem Dach des Deutschen Technikmuseums in Kreuzberg das Zweite Berliner Forum für Industriekultur und Gesellschaft des bzi statt. Thema: „Die Elektropolis und ihr Netz – Energietechnik, Stadtstruktur, Lebensentwürfe“.

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Industrielle Stadtlandschaft Berlin: Von Bauten, Menschen und Visionen

Erstes Berliner Forum für Industriekultur und Gesellschaft

Am 27. März 2012 feierte das bzi mit seinem ersten Forum „Industrielle Stadtlandschaft Berlin – Von Bauten, Menschen und Visionen“ an der HTW Berlin in Schöneweide seinen offiziellen Start. Dies war zugleich der Auftakt der Veranstaltungsreihe „Berliner Forum für Industriekultur und Gesellschaft“.

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