Hof der KulturBrauerei mit Museum
Turm der Kulturbrauerei an Straßenecke
Infos auf Smartphone bei der KulturBrauerei
Gang im Keller der KulturBrauerei
i

Erbaut
ab 1887

Bauherr
Schultheiss Brauerei AG

Architekt
Franz H. Schwechten

Früher
Brauereigelände

Heute
Kulturzentrum, Gastronomie, Museum, Gewerbeflächen

Die Schrift an den Gebäuden verrät, wo einst Garage, Ställe und Umkleidekabinen untergebracht waren. | © bzi, Foto: Katharina Hornscheidt
Adresse

Schönhauser Allee 36
10435 Berlin-Prenzlauer Berg

Kontakt

Tel.: 030/44 35 21 70
info@tic-berlin.de
www.kulturbrauerei.de

Anfahrt

U-Bahn: U2 (Haltestelle Eberswalder Straße o. Senefelderplatz)
Tram: M1, M10, M12 (Haltestelle Eberswalder Straße)
Nachtbus: N52 (Haltestelle Eberswalder Straße)

Öffnungszeiten

Gelände rund um die Uhr zugänglich
Touristeninfo:
Mo. bis So. 11:00 bis 19:00 Uhr

Eintritt

Gelände frei
Kultureinrichtungen siehe Website

Führungen

Kostenloses Guidesystem für mobile Endgeräte
Führungen auf Anfrage, kostenpflichtig

Barrierefreiheit

Eingeschränkt

ERIH-Mitglied

KulturBrauerei bei ERIH

Best of

Bier und Brot

KulturBrauerei

Kühles Bier aus tiefen Kellern

Von der U-Bahnstation Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg strömen Nachtschwärmer in die KulturBrauerei. Schon von weitem tönen tiefe Bässe aus den verschiedenen Clubs auf dem 25.000 m² Areal. In der Nacht und auch am Tag ist die KulturBrauerei ein Ort zum Essen, Trinken und Tanzen. Das Museum zum Alltag in der DDR, ein Kino und ein Fahrradverleih runden das kulturelle Angebot ab.

1853 übernimmt Jobst Schultheiss eine bayrische Bierbrauerei und den dazugehörigen Lagerkeller in der Schönhauser Allee. Er gibt dem Unternehmen seinen Namen und wird schließlich zu einem der erfolgreichsten Bierbrauer in Berlin. Als Richard Roesicke die Brauerei 1864 übernimmt, behält er nicht nur den Braumeister, sondern auch den eingeführten Namen der Brauerei bei. Durch den Zusammenschluss mit weiteren Unternehmen entwickelt sich die Schultheiss-Brauerei zur größten Brauerei Deutschlands. In der Schönhauser Allee schafft der renommierte Berliner Architekt Franz Schwechten ab 1878 einen modernen Produktionsstandort mit einem repräsentativen Ausschank. Sudhaus, Lagerhalle, Böttcherei – noch heute sind die früheren Nutzungen an den Gebäuden ablesbar. Der Brauereibesitzer Richard Roesicke setzt sich außerdem für gute Arbeitsbedingungen ein. Es entstehen beispielsweise Invalidenwerkstätten, Kindereinrichtungen und eine Bäderabteilung.

Im Nationalsozialismus gilt die Schultheiss-Brauerei als "Nationalsozialistischer Musterbetrieb". Kriegsgefangene müssen Transport- und Hilfsarbeiten übernehmen. In den Tiefkellern produzieren ukrainische Zwangsarbeiterinnen für die Rüstungsproduktion der Telefunken AG. Nach Gründung der DDR geht die Bierproduktion staatlich organisiert als Volkseigener Betrieb (VEB) weiter. Das letzte Bier am Standort Schönhauser Allee wird 1967 abgefüllt. Mit dem Jugendclub Franz-Club beginnt 1970 die kulturelle Nutzung des Areals. Der ganze Brauerei-Komplex erhält 1974 Denkmalstatus. Dennoch ist das Gelände 1990 vom Verfall bedroht. Mit dem Konzept, das in den folgenden Jahren entsteht, etabliert sich eine bis heute tragfähige Mischung aus kommerzieller und kultureller Nutzung.

Der Sozialisierung der Arbeitswelt ist ein Abschnitt innerhalb der Meilensteine der Berliner Industriegeschichte gewidmet.


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