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24
Orte
17

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»Warmes Licht und kühles Bier«

Tagesausflug: 24 km, 17 Sehenswürdigkeiten
Rundweg: ab/an Deutsches Technikmuseum
Strecke: Uferwege, Nebenstraßen und Radwege

Harte Arbeit macht durstig! Diese Fahrradoute führt zu beeindruckenden Schauplätzen und Orten der Elektroindustrie und den überraschend vielen Brauereien auf dem Prenzlauer Berg. Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Werner von Siemens gründet 1847 in einer Hinterhofwerkstatt seine erste Firma. Siemens elektrotechnische Erfindungen befeuern die aufstrebende Elektroindustrie. Berlin wird zur Elektropolis. Größter Konkurrent ist die AEG, die am Humboldthain ab 1894 eine imposante Fabrikstadt errichtet. Die eindrucksvollen Bauten der Elektroindustrie verändern das Gesicht der Stadt, anfangs im Baustil des kaiserlichen Historismus, später im Stil der Neuen Sachlichkeit.

In die pulsierende Metropole strömen Arbeiter:innen aus Pommern und Schlesien. Auch der Durst der ständig wachsenden Bevölkerung steigt. Innovative Braumeister wittern ihre Chance und brauen Bier mit neuen industriellen Methoden. Die Hanglage des Prenzlauer „Bergs“ begünstigt den Bau von Kellergewölben für die Lagerung. Mehr als ein Dutzend Brauereien entstehen alleine in diesem Stadtteil und machen die Elektropolis Berlin auch zur Brauereimetropole.

  • AEG-Apparatefabrik

    Ausgangspunkt der Elektroindustrie 

    AEG-Apparatefabrik, roter Backsteinbau
    Fensterfront der AEG-Apparatefabrik
    Die AEG-Apparatefabrik an der Ecke Feldstraße/Ackerstraße in Berlin-Wedding. | © Berliner Unterwelten e.V., Foto: Holger Happel

    Emil Rathenau gründet 1883 die spätere „Allgemeine Elektricitäts Gesellschaft (AEG)“. In den folgenden Jahrzehnten steigt die AEG zu einem Weltkonzern der Elektrotechnik auf. Ab 1888 produziert das Unternehmen in der neuen AEG-Apparatefabrik zukunftsweisende Haushaltsgeräte und elektrotechnisches Material. Die Fassade des damaligen Neubaus an der Ackerstraße gestaltet Franz Schwechten, „Hofarchitekt“ von Kaiser Wilhelm II. Florale Verzierungen schmücken die Außenseite des Gebäudes. Eine aufgehende Sonne steht dabei symbolhaft für die aufstrebende Elektroenergie.

    Die Produktionsfläche reicht jedoch bald nicht mehr aus. Bereits 1894 kauft die AEG deswegen einen Teil des benachbarten Schlachthofgeländes. Hier am Humboldthain entsteht in den folgenden Jahren eine regelrechte Fabrikstadt der AEG. Ein Tunnel verbindet beide Standorte.

    Im Gebäude der AEG-Apparatefabrik in der Ackerstraße befindet sich inzwischen das Institut für Lebensmitteltechnologie der TU Berlin.

  • Umspannwerk Scharnhorst

    Beobachtungsposten für Straßenbeleuchtung  

    Umspannwerk Scharnhorst, Backsteinbau mit Fenstern
    Das Umspannwerk Scharnhorst, heute bekannt als „Vattenfall-Haus”. | © Foto: Stefan Joseph Müller

    Dieses Umspannwerk hat eine Besonderheit: Seit 1927 lässt sich in 25 Metern Höhe von der verglasten Lichtwarte aus die Straßenbeleuchtung überwachen. Allabendlich entscheidet bis in die 1940er-Jahre ein Mitarbeiter über den richtigen Zeitpunkt zum Einschalten der Straßenlaternen. Mit einem Knopfdruck schaltet sich das Licht in den umliegenden Bezirken ein.

    Der Hausarchitekt des ehemaligen Berliner Stromversorgers „Bewag“, Hans Heinrich Müller, entwickelt die moderne Architektur des Umspannwerks. Seine Gebäude verehren die Elektrizität fast wie ein Heiligtum. Seine „Kathedralen der Elektrizität“ repräsentieren dadurch die Bedeutung der Umspannwerke für die rasante Stadt- und Industrieentwicklung Berlins. Inzwischen beherbergt das nach seinem derzeitigen Nutzer genannte „Vattenfall-Haus” Verwaltung und Kundenservice des Stromkonzerns.

    Adresse

    Sellerstraße 16 – 26
    13353 Berlin

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    Strom und Energie

  • Umspannwerk Humboldt

    Eine Marienburg für Berlin 

    Umspannwerk Humboldt, Torbogen
    Vogelperspektive auf das Umspannwerk Humboldt, Gebäude aus rotem Backstein
    Das Eingangsportal des Umspannwerks Humboldt in Berlin-Prenzlauer Berg. | © tic, Foto: Friedel Kantaut etc.

    1925 begeistert sich der Hausarchitekt der „Bewag“, Hans Heinrich Müller für die Marienburg, den größten gotischen Backsteinbau Europas in der inzwischen polnischen Stadt Malbork. Müller greift architektonische Stilmittel dieser mittelalterlichen Burg im Umspannwerk Humboldt auf. Das Eingangsportal des Umspannwerks in Berlin-Prenzlauer Berg zieren Spitzbögen. Zwei Brücken verbinden die mittig im Innenhof liegende Warte mit den Werkshallen. Ein Türmchen befindet sich im Innenhof des Umspannwerks.

    Viele Bauten von Müller, die ebenfalls in den 1920er-Jahren entstanden sind, greifen diese Detailverliebtheit auf. Inzwischen sind die großflächigen Räume des ehemaligen Umspannwerks in gewerblicher Nutzung.

    Adresse

    Kopenhagener Straße 58 – 63
    10437 Berlin

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    Strom und Energie

  • Kraftwerk Berlin und Heizkraftwerk Mitte

    Energieversorgung im Wohngebiet 

    Kraftwerk Mitte an der Spree
    Große Halle, Party im Kraftwerk Berlin
    Der Gebäudekomplex des Kraftwerks Mitte liegt direkt an der Spree. | © bzi, Foto: Florian Rizek

    Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 benötigt die Hauptstadt der DDR eine eigene, gesicherte Energieversorgung. Das Heizkraftwerk Berlin-Mitte geht noch im gleichen Jahr in Betrieb und ist lange Zeit das wichtigste Kraftwerk Ostberlins. Neben den umliegenden Wohnungen erhalten auch der Alexanderplatz, die Charité und das Staatsratsgebäude der DDR Wärme und Elektrizität. 1996 löst ein benachbarter Neubau das alte Kraftwerk ab. Anschließend steht es einige Jahre lang leer. 2006 zieht im südlichen Trakt der legendäre Techno-Club „Tresor“ ein. Der Club befand sich zuvor im Tresorraum des ehemaligen Kaufhauses Wertheim am Leipziger Platz.

    Der riesige Komplex mit zahlreichen Erweiterungsbauten dient heute noch zum Teil der Energieerzeugung. Seit 2010 bietet das „Kraftwerk Berlin“ mit seiner 100 Meter langen Turbinenhalle Raum für Ausstellungen und Veranstaltungen. Mit ihrer mächtigen Erscheinung prägen das alte und neue Kraftwerk Mitte noch heute die umgebende Stadtlandschaft an der Spree.

  • ewerk Berlin

    Umspannwerk und Techno-Club 

    Schaltwarte im Hof des ewerk aus rotem Backstein
    Halle im ewerk
    Der heute als ewerk bekannte Gebäudekomplex hat schon einige Nutzungs- und Umbauphasen erlebt. | © Foto: Andreas Muhs

    Das heute als ewerk bekannte Gebäude hat in seiner über 100-jährigen Geschichte einige Nutzungs- und Umbauphasen erlebt. Bereits kurz nach dem Bau platzt das Kraftwerk aus allen Nähten. 1885 an der Mauerstraße in Mitte erbaut ist es das Zweite seiner Art in Berlin. Das erste Kraftwerk entsteht nur ein Jahr zuvor am Gendarmenmarkt.

    Berlin ist Ende des 19. Jahrhunderts eine wachsende Stadt. Der stetig steigende Stromverbrauch erfordert neue Lösungen. Um Strom speichern zu können, kommt 1898 ein fünfgeschossiges Speichergebäude dazu. Erst die neue Drehstromtechnik erlaubt es, Strom am Stadtrand zu erzeugen und fast verlustfrei in die Stadt zu leiten. Das Kraftwerk in der Mauerstraße wird um ein Umspannwerk ergänzt. Dieses spannt den hochgespannten Strom aus den Fernleitungen auf niedrigere Voltzahlen um. Der Architekt Hans Heinrich Müller verbindet beim Umbau des Werkes zwischen 1924 und 1928 Funktionalität und Ästhetik. Die neue zentrale Schaltwarte im Hof ist stilprägend. Sie ist rund und in der Höhe gestaffelt.

    Das Mitte der 1980er-Jahre stillgelegte Gelände erlebt nach der Wende seine Wiederentdeckung. Der Ort ist unter dem Namen „E-Werk“ als Techno-Club weit über Berlins Grenzen bekannt. Nach jahrelanger Sanierung öffnet das Gelände 2006 wieder. Heute dient das ewerk zum Beispiel als Eventlocation, Wohn- und Arbeitsstätte. Eine kleine Gleichrichterstation übernimmt auch heute noch teilweise die Stromversorgung der U-Bahn.


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    Adresse

    Mauerstr. 78-80
    10117 Berlin-Mitte

    Kontakt

    ewerk.net/

    Best of

    Strom und Energie

  • Pfefferberg-Brauerei

    Braukunst vor den Toren der Stadt 

    Moderne Gebäude neben alten Backstein-Bauten am Pfefferberg
    Eingang der Brauerei Pfefferberg an der Schönhauser Allee
    Rotes Backsteingebäude am Pfefferberg, Eingang von AEDES
    Bäume auf der Terrasse am Pfefferberg
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    Erbaut
    1842 - 1914, Umbauten

    Architekt
    A. Rohmer, Carl Koeppen u.a.

    Früher
    Brauereigelände

    Heute
    Brauerei, Hostel, Theater, Galerie

    Die Christinenstraße bietet den besten Blick auf die moderne Architektur neben historischen Brauereigebäuden. | © bzi, Foto: Anja Liebau

    An der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg liegt der Pfefferberg. Das Plateau mit Biergarten und Terrassencafé unter Bäumen überrascht viele Besucherinnen und Besucher. Niedrige Grundstückspreise und die erhöhte Lage im Norden der Stadt bieten Mitte des 19. Jahrhunderts beste Voraussetzungen für den Bau von Brauereien mit großen Kühlkellern. So beginnt auch die industrielle Karriere des Pfefferbergs. Namensgeber für das Areal an der Schönhauser Allee ist Joseph Pfeffer. Der bayerische Braumeister ist einer der ersten, der die untergärige Brauart nach Berlin bringt und ab 1841 an dem damals noch vor den Stadtgrenzen gelegenen Ort eine eigene Brauerei errichtet. Das so gebraute Bier ist länger lagerfähig und eignet sich deshalb besonders gut für die industrielle Produktion. Bis 1921 bestimmen deshalb Hopfen, Malz und Hefe das Geschehen.

    Nach dem Ersten Weltkrieg übernimmt die Schultheiss-Brauerei den Braubetrieb auf dem Pfefferberg, stellt ihn aber bald ein. Danach ziehen die unterschiedlichsten Betriebe in die Gebäude. Mal duftet es auch nach Schokolade, mal nach Brot. Nach dem Zweiten Weltkrieg finden Druckerei und Verlag „Neues Deutschland" auf dem Pfefferberg ihren Platz. Zeitweilig wird auch die gleichnamige Zeitung, damals Organ des Zentralkomitees der SED, hier gedruckt. Lager-, Büro- und Werkstatträume, Poliklinik und Großküche – die vielen folgenden Nutzungen hinterlassen Spuren.

    Die Wege auf dem Gelände sind heute verschlungen und die Architektur ist vielfältig. Roter und gelber Backstein wechseln sich mit modernen Fassaden ab. In dieser kreativen Umgebung arbeiten viele Künstlerinnen und Künstler. Orte wie das Aedes Architekturforum, das Museum für Architekturzeichnung oder das Pfefferberg Theater laden zum Besuch ein. Gelegenheit zum Verweilen bieten Restaurants, Hausbrauerei, Hostel, ein schattiger Biergarten. Eigentümerin des Areals ist die Stiftung Pfefferwerk, die in Berlin Projekte für mehr Chancengerechtigkeit von Benachteiligten fördert.


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    Adresse

    Schönhauser Allee 176
    Christinenstr. 18/19
    10119 Berlin-Prenzlauer Berg

    Anfahrt

    U-Bahn: U2 (Haltestelle Senefelderplatz)

    Öffnungszeiten

    Areal frei zugänglich | Anlieger siehe Website

    Führungen

    Auf Anfrage

    Barrierefreiheit

    eingeschränkt

    ERIH-Mitglied

    Pfefferberg bei ERIH

    Best of

    Bier und BrotProduktion damals und heute

  • KulturBrauerei

    Kühles Bier aus tiefen Kellern 

    Hof der KulturBrauerei mit Museum
    Turm der Kulturbrauerei an Straßenecke
    Infos auf Smartphone bei der KulturBrauerei
    Gang im Keller der KulturBrauerei
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    Erbaut
    ab 1887

    Bauherr
    Schultheiss Brauerei AG

    Architekt
    Franz H. Schwechten

    Früher
    Brauereigelände

    Heute
    Kulturzentrum, Gastronomie, Museum, Gewerbeflächen

    Die Schrift an den Gebäuden verrät, wo einst Garage, Ställe und Umkleidekabinen untergebracht waren. | © bzi, Foto: Katharina Hornscheidt

    Von der U-Bahnstation Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg strömen Nachtschwärmer in die KulturBrauerei. Schon von weitem tönen tiefe Bässe aus den verschiedenen Clubs auf dem 25.000 m² Areal. In der Nacht und auch am Tag ist die KulturBrauerei ein Ort zum Essen, Trinken und Tanzen. Das Museum zum Alltag in der DDR, ein Kino und ein Fahrradverleih runden das kulturelle Angebot ab.

    1853 übernimmt Jobst Schultheiss eine bayrische Bierbrauerei und den dazugehörigen Lagerkeller in der Schönhauser Allee. Er gibt dem Unternehmen seinen Namen und wird schließlich zu einem der erfolgreichsten Bierbrauer in Berlin. Als Richard Roesicke die Brauerei 1864 übernimmt, behält er nicht nur den Braumeister, sondern auch den eingeführten Namen der Brauerei bei. Durch den Zusammenschluss mit weiteren Unternehmen entwickelt sich die Schultheiss-Brauerei zur größten Brauerei Deutschlands. In der Schönhauser Allee schafft der renommierte Berliner Architekt Franz Schwechten ab 1878 einen modernen Produktionsstandort mit einem repräsentativen Ausschank. Sudhaus, Lagerhalle, Böttcherei – noch heute sind die früheren Nutzungen an den Gebäuden ablesbar. Der Brauereibesitzer Richard Roesicke setzt sich außerdem für gute Arbeitsbedingungen ein. Es entstehen beispielsweise Invalidenwerkstätten, Kindereinrichtungen und eine Bäderabteilung.

    Im Nationalsozialismus gilt die Schultheiss-Brauerei als "Nationalsozialistischer Musterbetrieb". Kriegsgefangene müssen Transport- und Hilfsarbeiten übernehmen. In den Tiefkellern produzieren ukrainische Zwangsarbeiterinnen für die Rüstungsproduktion der Telefunken AG. Nach Gründung der DDR geht die Bierproduktion staatlich organisiert als Volkseigener Betrieb (VEB) weiter. Das letzte Bier am Standort Schönhauser Allee wird 1967 abgefüllt. Mit dem Jugendclub Franz-Club beginnt 1970 die kulturelle Nutzung des Areals. Der ganze Brauerei-Komplex erhält 1974 Denkmalstatus. Dennoch ist das Gelände 1990 vom Verfall bedroht. Mit dem Konzept, das in den folgenden Jahren entsteht, etabliert sich eine bis heute tragfähige Mischung aus kommerzieller und kultureller Nutzung.

    Der Sozialisierung der Arbeitswelt ist ein Abschnitt innerhalb der Meilensteine der Berliner Industriegeschichte gewidmet.


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    Adresse

    Schönhauser Allee 36
    10435 Berlin-Prenzlauer Berg

    Kontakt

    Tel.: 030/44 35 21 70
    info[at]tic-berlin.de
    www.kulturbrauerei.de

    Anfahrt

    U-Bahn: U2 (Haltestelle Eberswalder Straße o. Senefelderplatz)
    Tram: M1, M10, M12 (Haltestelle Eberswalder Straße)
    Nachtbus: N52 (Haltestelle Eberswalder Straße)

    Öffnungszeiten

    Gelände rund um die Uhr zugänglich
    Touristeninfo:
    Mo. bis So. 11:00 bis 19:00 Uhr

    Eintritt

    Gelände frei
    Kultureinrichtungen siehe Website

    Führungen

    Kostenloses Guidesystem für mobile Endgeräte
    Führungen auf Anfrage, kostenpflichtig

    Barrierefreiheit

    Eingeschränkt

    ERIH-Mitglied

    KulturBrauerei bei ERIH

    Best of

    Bier und Brot

  • Museum für Kommunikation Berlin

    Von Rauchzeichen, Rohrpost und Robotern 

    Ausstellung im Museum für Kommunikation mit Kindern und Tablet
    Museum für Kommunikation bei Nacht
    Roboter im Museum für Kommunikation
    Schwarz-weiß Foto, Lichthof im Reichspostmuseum um 1912
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    Erbaut
    1871 - 1874, 1898, Umbauten

    Bauherr
    Reichspostamt

    Architekt
    Carl Schwatlo u.a.

    Früher
    Kaiserliches Generalpostamt, Reichspostmuseum

    Heute
    Museum

    Im Museum finden verschiedene Workshops statt. Für Kinder und Familien sind einige Angebote dabei. | © Museum für Kommunikation Berlin, Foto: Michael Ehrhart

    Die Begrüßung im Museum für Kommunikation Berlin fällt überraschend aus: In der imposanten Eingangshalle heißen freundliche Roboter die Besucherinnen und Besucher willkommen. Dieses Museum ist ein Ort, an dem sich Menschen (und Roboter) begegnen, austauschen und unterhalten. Der Name des Museums ist dabei Programm. Schließlich geht es um bedeutende Fragen unserer Zeit:

    • Wie hat sich der Umgang mit Zeichen, Codes und Medien im Laufe der Zeit verändert?
    • Wie prägen neue Formen der Kommunikation unser privates und öffentliches Leben? 
    • Welche Zukunftsperspektiven gibt es für unsere Informationsgesellschaft?

    Kommunikation prägt schließlich schon immer das Leben der Menschen. Beginnend beim Rauchzeichen bis hin zum heutigen Smartphone – die umfangreiche Sammlung des Museums spiegelt unsere vielfältigen Formen von Kommunikation wieder. 1872 eröffnet das Museum als erstes Postmuseum der Welt. In der Schatzkammer befinden sich besondere Raritäten und kostbarste Exponate. Dazu gehören das erste "Telephon" von Johann Philipp Reis und die wohl berühmtesten Briefmarken: die Blaue und die Rote Mauritius.

    Interaktion ist im Museum für Kommunikation Berlin ausdrücklich erwünscht. So laden beispielsweise eine funktionsfähige Rohrpostanlage und ein Green-Screen-Studio zum Ausprobieren ein.

    Der Rundfunkgeschichte ist ein Meilenstein der Berliner Industriekultur gewidmet.

    Adresse

    Leipziger Straße 16
    10117 Berlin-Mitte

    Kontakt

    Tel.: 030/20 29 40
    mfk-berlin[at]mspt.de
    www.mfk-berlin.de

    Anfahrt

    U-Bahn: U2 (Haltestelle Mohrenstraße o. Stadtmitte), U6 (Haltestelle Stadtmitte)
    Bus: M48, 265 (Haltestelle U Stadtmitte/Leipziger Straße), 200 (Haltestelle Mohrenstraße)

    Öffnungszeiten

    Öffnungszeiten werktags:
    Di. 9:00 bis 20:00 Uhr
    Mi. bis Fr. 9:00 bis 17:00 Uhr
    Öffnungszeiten Sa./So./Feiertag:
    10:00 bis 18:00, geschl. am 24., 25. u. 31.12.

    Aufgrund der Coronamaßnahmen gibt es momentan abweichende Öffnungszeiten. Alle aktuellen Informationen unter www.mfk-berlin.de/besuch/

    Eintritt

    Erwachsene 6 €, Ermäßigungen
    bis einschl. 17 Jahre frei

    Führungen

    jeden Sonntag und mit Anmeldung

    Barrierefreiheit

    eingeschränkt

    Best of

    Kommunikation und Medien

  • Höfe am Südstern

    Kreuzberger Mischung 

    Höfe am Südstern mit Fassadengestaltung
    Die asymmetrische, malerische Fassade fügt sich gut in den stark begrünten Straßenzug an der Hasenheide ein. | © bzi, Foto: Anja Liebau

    Zu Beginn des 20. Jahrhunderts strömen Menschen aus dem gesamten Deutschen Reich in die Hauptstadt Berlin, auf der Suche nach Arbeit. Die Stadt muss schnell neuen Wohnraum schaffen und stampft Blockweise Häuser aus dem Boden. Eine Bauweise um 1900 ist die Kreuzberger Mischung, d. h. im Haus wird gewohnt und gearbeitet. Ein Beispiel für diese Mischnutzung sind die Höfe am Südstern.

    Das Gebäude hat zur Straßenseite hin eine prunkvolle Fassade, weil im Vorderhaus die Mittelklasse wohnt. Die repräsentativen Wohnungen haben oftmals eine winzige Mädchenkammer und einen Dienstbotenaufgang. Im Hinterhaus wiederum siedelt sich Gewerbe an. Es ist keine Seltenheit, dass in den Hinterhöfen auch Pferde- und Kuhställe untergebracht sind. Die Kühe versorgen die Bewohnerinnen und Bewohner der Höfe mit frischer Milch. Ein Kühlsystem gibt es zu der damaligen Zeit nicht.

    In den „Höfen am Südstern“ ist in einem der Seitenflügel der alte Pferdestall noch erhalten. Heute sind die Gewerbehöfe eine renommierte Adresse für Firmen aller Art.

    Adresse

    Hasenheide 54
    10967 Berlin

    Best of

    Produktion damals und heute

  • AEG-Humboldthain

    Imposante Fabrikstadt 

    AEG-Humboldthain, Backsteingebäude mit Kran
    AEG-Humboldthain, Fassadenansicht von der Straße
    AEG-Humboldthain, Montagehalle
    AEG-Humboldthain: das weitläufige Gelände mit Gewerbe und Forschung hat seinen industriellen Charme erhalten. | © GSG Berlin

    Motoren, Maschinen, Eisenbahnmaterial und elektrische Geräte: die AEG-Humboldthain produziert von 1894 bis in die 1980er Jahre.

    1894 muss das schnelle wachsende Unternehmen AEG, neue Flächen für die Produktion schaffen. Unweit der AEG-Apparatefabrik in der Ackerstraße entsteht daher nach und nach eine imposante Fabrikstadt am Humboldthain. Die Architektur der beiden Standorte unterscheidet sich jedoch deutlich. Die Fassade der Apparatefabrik schmücken florale Elemente und aufwendige Verzierungen. Am neuen Standort Humboldthain setzen Architekten wie Peter Behrens hingegen auf eine neue Architektursprache. Besonders beeindruckend ist die monumentale Montagehalle für Großmaschinen im Stil der Neuen Sachlichkeit. Ohne Ornamente, stattdessen mit strengen und klaren Formen, repräsentiert die Architektur der Montagehalle die industrielle Produktion im Inneren.

    1984 schließt der Standort AEG-Humboldthain und etliche Gebäude werden abgerissen. Das „Beamtentor“, gestaltet von Franz Schwechten, ist der ehemalige Eingang zum Gelände. Heute etwas verloren zwischen Neubauten in der Brunnenstraße 107 a, ziert das Denkmal ein Zahnrad als Symbol der Industrie. In den verbliebenen, denkmalgeschützten Fabrikgebäuden sind u.a. ein Gründerzentrum, Medienunternehmen und die TU Berlin untergebracht. Noch immer verbindet ein Tunnel die Standorte Apparatefabrik und Humboldthain miteinander. Touren durch den AEG-Tunnel bietet inzwischen der Berliner Unterwelten e.V. an.


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    Adresse

    Brunnenstraße, Gustav-Meyer-Allee, Voltastraße, Hussitenstraße
    13355 Berlin

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    Produktion damals und heute

  • Gasometer Fichtestraße (Fichtebunker)

    Der letzte seiner Art 

    Eingang zum runden Fichtebunker und Gasometer Fichtestraße
    Türen mit Schatten im Fichtebunker Fichtestraße
    Treppe und Registratur im Fichtebunker Fichtestraße
    Nummern an der Wand im Fichtebunker Fichtestraße
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    Erbaut
    1883 - 1884, 1942

    Bauherr
    Städtische Gasbehälter-Anstalt

    Architekt
    Johann Wilhelm Schwedler

    Früher
    Gasspeicher, Bunker

    Die Fassade des ehemaligen Gasometers Fichtestraße hat sich im letzten Jahrhundert kaum verändert. | © bzi, Foto: Florian Rizek

    Der Gasometer Fichtestraße ist der älteste Gasbehälter, der in Berlin erhalten ist. Eine Erkundung durch das Innere des runden Backsteinbaus führt Neugierige in die Zeit der Industrialisierung Berlins und auf eine Reise durch 200 Jahre Stadtgeschichte.

    1826 erhellen die ersten Gaslaternen das nächtliche Berlin. In den folgenden 20 Jahren baut ein Londoner Unternehmen die Straßenbeleuchtung stetig aus. Mitte des 19. Jahrhunderts übernimmt die Stadt die öffentliche Beleuchtung. Gas findet zunehmend auch in Privathaushalten Verwendung, deshalb steigt die Zahl der Gasanschlüsse auch mit der wachsenden Bevölkerung. Die städtischen Gaswerke Berlins entwickeln sich zum größten Gasversorger Europas. Die Gasanstalten produzieren kontinuierlich Gas, die Abnahme durch die Verbraucher aber schwankt. Deshalb müssen ausreichend Speicherbehälter zur Verfügung stehen. Auf freiem Feld entstehen in der Nähe der Hasenheide dazu ab 1874 vier nahezu baugleiche Gasbehälter aus Backstein. Der erhaltene Gasometer in der Fichtestraße entsteht 1883/84. Gleichzeitig beginnt die Elektrifizierung Berlins, deshalb verliert der Gasspeicher schon in den 1930er-Jahren seine Funktion.

    Während des Zweiten Weltkriegs wird der Gasometer in der Fichtestraße zu einem Großbunker ausgebaut. Hier sollen Mütter, die in kriegswichtiger Produktion beschäftigt sind, mit ihren Kindern Zuflucht finden. Ausgeruht sollen die Frauen zur Arbeit erscheinen. Für 6.500 Menschen ist der Bunker geplant – bis zu 30.000 drängen sich Ende des Krieges zusammen. Nach dem Krieg bietet der Bunker bis in die 1950er-Jahre durchziehenden Flüchtlingen einen Schlafplatz. Ein intaktes Dach ist viel Wert im kriegszerstörten Berlin – und so dient der fensterlose Bunker noch bis Anfang der 1960er-Jahre als Altenheim und Obdachlosenasyl. Danach nutzt der West-Berliner Senat den Bunker als Lager für einen Notvorrat an Konserven und Hygieneartikeln.

    Das Dach des Bunkers ist heute mit Lofts bebaut. Durch den weitgehend im Originalzustand erhaltenen Bunker führt seit 2008 der Verein der Berliner Unterwelten. Einst Leuchtgasspeicher und Zufluchtsort, konserviert dieser „Geschichtsspeicher“ heute die Geschichte der Stadt. 


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    Adresse

    Fichtestraße 6
    10967 Berlin

    Anfahrt

    U-Bahn: U7 (Haltestelle Südstern)
    Bus: M41 (Haltestelle Körtestraße)

    Öffnungszeiten

    Nur im Rahmen einer Führung zugänglich

    Eintritt

    Tickets im Vorverkauf erhältlkich, kein Ticketverkauf vor Ort

    Führungen

    Termine siehe Website
    www.berliner-unterwelten.de/fuehrungen/oeffentliche-fuehrungen/geschichtsspeicher-fichtebunker

    Die öffentlichen Führungen sind nicht für Kinder unter 7 Jahren geeignet.
    Festes Schuhwerk ist notwendig, warme Kleidung wird empfohlen.

    Barrierefreiheit

    nicht barrierefrei zugänglich

    Best of

    Krieg und FriedenStrom und Energie

  • Siemens Gründungsort

    Erfindergeist im Hinterhof 

    Siemens Gründungsort ist heute die Hotelkette Mövenpick
    In der Siemens-Repräsentanz von 1915 residiert heute die Hotelkette Mövenpick. | © bzi, Foto: Nico Kupfer

    Was für Steve Jobs und Apple eine Garage ist, ist für Siemens eine kleine Hinterhaus-Werkstatt. Die „Telegraphenbauanstalt Siemens & Halske“ begründet 1847 die über 100-jährige Entwicklung von SIEMENS zu einem weltweit agierenden Industriekonzern. Die Hauptverwaltung befindet sich ab 1901 neben dem Anhalter Bahnhof, heute Sitz der Zeitung „Der Tagesspiegel“.

    Ende des 19. Jahrhunderts zieht die Hauptverwaltung schließlich in die neu gegründete Siemensstadt in Berlin-Spandau. Die repräsentative Adresse in der Nähe des Regierungsviertels möchte das Unternehmen allerdings behalten. Daher entsteht an diesem Standort 1915 die neue Siemens-Repräsentanz, in der heute die Hotelkette Mövenpick residiert.


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    Adresse

    Siemens Gründungsort
    Schöneberger Str. 33

    Siemenshauptverwaltung
    Askanischer Platz 3

    Siemenshaus
    Schöneberger Str. 3
    alle 10963 Berlin-Kreuzberg

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    Forschung und Innovation

  • Hochbahnanlage Schönhauser Allee

    Vom Magistratsschirm zum Viadukt 

    Hochbahn der U-Bahnlinie U2, Schönhauser Allee
    Hochbahn mit U-Bahn an der Schönhauser Allee
    Die U-Bahnstation Eberswalder Straße an der Linie U2. | © tic, Foto: Friedel Kantaut etc.

    Kurios: An der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg fährt die U-Bahn als oberirdische Hochbahn auf einem Viadukt. Um technische Probleme beim Bau von Tunneln unter der Spree und Häuserzeilen zu vermeiden, entscheidet sich der Magistrat von Berlin 1913 nicht für eine Untergrundbahn, sondern für die preiswertere Hochbahn. Diese Hochbahn auf Stelzen verläuft parallel zur Straße und schafft eine weitere Verkehrsebene.

    Das technisch elegante Werk des U-Bahn-Architekten Alfred Grenander trägt damals den Spitznamen „Magistratsschirm“. Die Hochbahn über der Schönhauser Allee ist wie ein aufgespannter Schirm, unter dem die Berlinerinnen und Berliner wettergeschützt flanieren können. Proteste wegen Erschütterungen in den Häusern, Geschäftsschädigung, Lärmbelästigung und Fahrpreiserhöhungen sorgen anfangs für Unmut. Inzwischen steht die Berliner Hochbahn unter Denkmalschutz und ist aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken.

    Adresse

    von U-Bhf. Schönhauser Allee bis U-Bhf. Eberswalder Straße

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    Transport und Verkehr

  • Portikus Anhalter Bahnhof

    Tor zum Süden 

    Ruine des Portikus, Anhalter Bahnhofs
    Anhalter Bahnhof mit Vorplatz 1927
    Der Portikus ist der sichtbare Rest des Anhalter Bahnhofs. | © bzi, Foto: Nico Kupfer

    Am Askanischen Platz ragt eine beeindruckende Wand mit Rundbögen aus Backsteinen in die Höhe. Bis vor 70 Jahren gelangten Reisende durch diesen Portikus hindurch in eine gigantische Bahnhofshalle. Er ist der letzte Überrest der 34 Meter hohen und 170 Meter langen Halle des Anhalter Bahnhofs, fertiggestellt 1880. Ein Hallendach aus Glas überspannt frei und ohne jede Stütze die Gleise. Schnaufende Dampflokomotiven fahren ein und hüllen dadurch den Bahnsteig in beißenden Rauch. Ende des 19. Jahrhunderts herrscht geschäftiges Treiben vor und im Anhalter Bahnhof. Reisende kommen entweder mit Kutschen oder zu Fuß, um ihre Fahrt mit der Eisenbahn anzutreten. Die ersten Züge fahren nach Leipzig, Frankfurt und München. Der „Anhalter“ wird zum Tor des Südens. Vom Berliner Kopfbahnhof fahren Eisenbahnen nach Nizza, Athen und Neapel.

    Der Ausbau des Schienennetzes erfordert jedoch auch die Übermittlung von Informationen über Zugfahrten und Störungen. Die im Bahndamm verlegte Telegrafenlinie ist einer der ersten Aufträge der „Telegraphenbauanstalt Siemens & Halske“, die ihren Gründungsort in Sichtweite des Bahnhofs hat.

    Den Zweiten Weltkrieg übersteht das monumentale Gebäude von Architekt Franz Schwechten nur mit erheblichen Schäden. Die Teilung Berlins führt 1952 schließlich zur Einstellung des Personenverkehrs vom ehemaligen „Sehnsuchtsort“ Anhalter Bahnhof. Aufgrund von Einsturzgefahr beschließt der Senat die Sprengung. Das Gebäude erweist sich jedoch als widerstandsfähig. Drei Jahre lang versuchen sich Abrissfirmen am Bahnhof. Allein der Portikus bleibt als Überrest des Tors zum Süden erhalten.


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    Adresse

    Askanischer Platz 6-7
    10963 Berlin-Kreuzberg

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    Transport und Verkehr

  • Brauerei Groterjan

    Malzbier und Jugendstil 

    Außenansicht der Brauerei Groterjan in Prenzlauer Berg
    Villa der Brauerei Groterjan, Fassadenansicht
    Heute wird die ehemalige Brauerei Groterjan gewerblich genutzt. | © bzi, Foto: Anja Liebau

    Malzbierspezialitäten sind Ende des 19. Jahrhunderts das Kerngeschäft der kleinen Brauerei Groterjan in Berlin-Prenzlauer Berg. Der Braumeister Christoph Groterjan lässt sich 1894 das Rezept dafür patentieren. Zum Brauereibetrieb gehört ab 1897 ein typischer Berliner Festsaal mit Kegelbahn sowie ein Biergarten. Dort, auf dem Gelände einer ehemaligen Eisengießerei nah an der Schönhauser Allee, ist Platz für 1.500 Gäste. Der Schank- und Gaststättenbetrieb soll den Bierkonsum in der Brauerei Groterjan ankurbeln und für Umsatz sorgen.

    In unmittelbarer Nachbarschaft, in der Milastraße 1, errichtet der Braumeister 1907 seine architektonisch ambitionierte Villa als Wohn- und Verwaltungsgebäude. Bereits ein Jahr später geht der Gaststättenbetrieb in Konkurs. 1927 ziehen die „Mila-Lichtspiele“ dort ein, von 1966 bis 1990 probt dann die „Volksbühne“ am Rosa-Luxemburg-Platz in dem freien Saalbau.

    Die Groterjan Brauerei fusioniert 1914 mit der Weißbierbrauerei Gebhardt AG und zieht im selben Jahr an deren Standort in Wedding um – denn dieses Grundstück lässt sich noch erweitern. In den alten Brauereigebäuden in Prenzlauer Berg produziert zuerst eine Schokoladen-, dann eine Brotfabrik. 1961 geht die Brauerei Groterjan in der Schultheiss-Gruppe auf, 1978 wird letztmalig Groterjan abgefüllt.

    Nach einer umfassenden Sanierung in den 1990er-Jahren gibt es auf dem alten Brauereigelände in der Milastraße unter anderem ein Möbelgeschäft. In der ehemaligen Villa Groterjan empfängt heute ein Restaurant seine Gäste.

    Adresse

    Milastraße 1 – 4
    10437 Berlin

    Best of

    Bier und Brot

  • AEG-Tunnel

    Deutschlands ältester U-Bahntunnel 

    Dunkler AEG-Tunnel mit Schienen
    Produktion von Munition im AEG-Tunnel
    Gebäude und Kran auf AEG Hof Humboldthain
    AEG-Tunnel mit Schienen und Treppen
    i

    Erbaut
    1895 - 1897, 1911

    Bauherr
    AEG

    Architekt
    C. Schnebel, W. Lauter

    Früher
    Untergrund-Versuchsbahn

    Die Schienen der ersten elektrischen U-Bahn Deutschlands sind bis heute erhalten. | © Berliner Unterwelten e.V., Foto: Holger Happel

    Der AEG-Tunnel gilt als Vorläufer der Berliner U-Bahn. Ende des 19. Jahrhunderts werden die Straßen immer voller. Deshalb entbrennt in Berlin ein Wettstreit um neue Verkehrsmittel. Die AEG baut 1894 einen Tunnel nach dem Vorbild der Londoner U-Bahn, der ersten U-Bahn der Welt. Die 295 m lange Versuchsstrecke verbindet die Fabrikstandorte der AEG in der Ackerstraße und am Humboldthain. Arbeiterinnen und Arbeiter fahren mit elektrischen Zügen von A nach B und auch schwere Güter werden so transportiert. Dieser Versuchstunnel gilt heute als erster U-Bahn-Tunnel Deutschlands.

    Den Zuschlag für den U-Bahnbau erhält allerdings Siemens mit dem preiswerteren Konzept einer Hochbahn. Ab 1902 rollen in Berlin die ersten Züge. Der AEG-Tunnel ist betriebsintern und zu Testzwecken weiterhin in Betrieb. Im Ersten Weltkrieg nutzt die AEG den Tunnel als Produktionsstandort für Munition, im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzraum für die Werksangehörigen. Anfang der 1980er-Jahre werden die AEG-Fabriken am Humboldthain nach und nach geschlossen. 1984 ist endgültig Schluss, in der Folgezeit werden Teile der ehemaligen Fabrikstadt abgerissen. Der Tunnel steht zeitweilig unter Wasser.

    Die verbliebenen Gebäude sind heute denkmalgeschützt. Neues Leben ist eingezogen, beispielsweise ein Gründerzentrum, Gewerbebetriebe und Medienunternehmen. Dem Berliner Unterwelten e. V. gelingt es ab 2016, den Tunnel instand zu setzen und das historische Gleisbett freizulegen. Seitdem steigen Besucherinnen und Besucher bei geführten Touren hinab in den „ersten U-Bahntunnel Deutschlands“.   

    Ein Meilenstein der Berliner Industriegeschichte widmet sich der Entstehung des Berliner Nahverkehrs.

    Adresse

    Voltastraße 5-6
    (Hof neben Treppe 12.1)
    13355 Berlin

    Anfahrt

    U-Bahn: U8 (Haltestelle Voltastraße)

    Öffnungszeiten

    Nur im Rahmen einer Führung zugänglich
    Öffentliche Führungen nur für Personen ab 14 Jahren

    Eintritt

    Tickets im Vorverkauf erhältlkich, kein Ticketverkauf vor Ort

    Führungen

    Termine siehe Website
    Warme Kleidung wird empfohlen, festes Schuhwerk wird vorausgesetzt.

    www.berliner-unterwelten.de/fuehrungen/oeffentliche-fuehrungen/der-aeg-tunnel

    Barrierefreiheit

    Nicht barrierefrei zugänglich

    Best of

    Krieg und FriedenTransport und Verkehr

  • Deutsches Technikmuseum

    Mensch und Technik 

    Beleuchtete Buchstaben vor Technik Museum
    Oldtimer in Ausstellung Mensch in Fahrt
    Backsteingebäude im Park des Technikmuseums
    Mädchen beim Papierschöpfen im Technikmuseum Berlin
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    Erbaut
    1874 - 1879, 1908, 1912

    Bauherr
    Berlin Anhaltische Eisenbahngesellschaft

    Architekt
    Paul Faulhaber

    Früher
    Bahnbetriebswerk des Anhalter Bahnhofs

    Heute
    Museum

    Der große Schriftzug „Technik Museum“ weist den Weg in die Ladestraße. | © SDTB, Foto: Henning Hattendorf

    Wie entsteht Papier? Was ist eine Setzmaschine? Und warum braucht man Unterseekabel für ein funktionierendes Internet? Ein Besuch im Deutschen Technikmuseum ist eine Entdeckungsreise durch die Kulturgeschichte der Technik. Schauvorführungen, Mitmach-Angebote und die Experimentierstationen im Science Center Spectrum machen den Museumstag zum Erlebnis. Wer dann eine Pause braucht, stärkt sich in einem der Museumscafés in historischem Ambiente.

    Darüber hinaus ist der Museumspark des Deutschen Technikmuseums zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Überwachsene Gleisanlagen, zwei Ringlokschuppen mit Drehscheiben und ein weithin sichtbarer Wasserturm erinnern an das ehemalige Bahnbetriebswerk Anhalter Bahnhof. Laut, betriebsam und der Himmel voller Dampf – so sieht das Gelände um 1900 aus. Das Areal gehört damals zu einem der größten Verkehrsknotenpunkte Berlins. Als „Landschaft aus Eisen und Stahl“ beschreibt der Schriftsteller Joseph Roth 1924 das Gebiet um den U-Bahnhof Gleisdreieck. Im Zweiten Weltkrieg werden jedoch viele Gebäude und Anlagen zerstört. Nach dem Krieg folgt die Teilung der Stadt und der in West-Berlin gelegene Anhalter Bahnhof versinkt schließlich in einen Dornröschenschlaf.

    In Teilen des historischen Bauensembles am Gleisdreieck eröffnet 1983 das "Museum für Verkehr und Technik". Etwa hundert historische Berliner Techniksammlungen finden hier ein neues Zuhause. Das Haus und die Ausstellungen werden seitdem kontinuierlich erweitert. Ein "Rosinenbomber" der Luftbrücke 1948/49 auf dem Dach des modernen Erweiterungsbaus am Landwehrkanal ist inzwischen ein weithin sichtbares Aushängeschild des Deutschen Technikmuseums.

    Das Deutsche Technikmuseum ist Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH). Es ist Startpunkt unserer Radroute »Warmes Licht und kühles Bier«. Die Meilensteine der Berliner Industriegeschichte widmen dem Aufstieg Berlins zum Eisenbahnzentrum einen eigenen Abschnitt.


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    Adresse

    Trebbiner Str. 9
    10963 Berlin

    Kontakt

    Tel.: 030/9 02 54-0
    Mail an: info[at]technikmuseum.berlin
    www.technikmuseum.berlin

    Anfahrt

    U-Bahn: U1, U3, U7 (Haltestelle Möckernbrücke), U1, U2, U3 (Haltestelle Gleisdreieck)
    S-Bahn: S1, S2, S25, S26 (Haltestelle Anhalter Bahnhof)

    Öffnungszeiten

    Di. bis Fr.: 9.00 bis 17.30 Uhr
    Sa. und So.: 10.00 bis 18.00 Uhr
    Montag geschlossen

    Eintritt

    8€ | ermäßigt 4€
    Kinder bis 6 Jahre frei
    Freier Eintritt an jedem ersten Sonntag im Monat.
    Die Buchung von Onlinetickets wird empfohlen.
    www.berlin.technikmuseum/tickets

    Führungen

    Sa., So. und mit Anmeldung
    Täglich Vorführungen

    Barrierefreiheit

    Eingeschränkt
    www.technikmuseum.berlin/besuch/barrierefreiheit

    Best of

    Produktion damals und heuteTransport und Verkehr