Adresse
Hallesches Ufer 78
10963 Berlin-Kreuzberg
Abwasserpumpwerk (Radialsystem III)
Das Abwasserpumpwerk am Landwehrkanal gehört zum sogenannten Radialsystem, das Stadtbaurat James Hobrecht ab 1873 plante und anschließend umsetzte. Es ist das erste Abwasserpumpwerk Berlins, erbaut 1873-76. Mit ihm begann die planmäßige Kanalisierung der Berliner Abwässer.
Nach seiner Stilllegung wurde es 1978-1980 zum Lapidarium umgebaut, einer Sammlung von Kunstwerken aus Stein. Bis 2009 waren darin die Skulpturen der ehemaligen Siegesallee im Tiergarten zu sehen. Diese sogenannten „Puppen“ stellt seit 2016 die Zitadelle Spandau aus. 2009 kaufte eine Agentur das Gebäude. Inzwischen befindet sich im ehemaligen Abwasserpumpwerk der Kunstverlag Distanz von Christian Boros.
Adresse
Berliner Straße, Hadlichstraße
13187 Berlin-Pankow
Zigarettenfabrik Garbáty
Der jüdische Einwanderer Josef Garbáty gründete sein Zigarettenunternehmen 1881 an der Schönhauser Allee. Bereits 1906 konnte er für seine Zigarettenfabrik in Pankow neue Fabrikgebäude und eine Villa für seine Familie errichten lassen. Diesen Erfolg hatte er vor allem der Zigarettenmarke Königin von Saba zu verdanken. Als einer der größten Arbeitgeber Pankows war das Unternehmen aufgrund seiner Sozialpolitik sehr beliebt. Garbáty stellte auf dem Firmengelände unter anderem Pausenräume, eine Kantine und eine Betriebswäscherei für seine Mitarbeiter zur Verfügung. Besonders erwähnenswert ist die von Garbáty veranlasste Arbeitslosenversicherung neun Jahre vor der Einführung der staatlichen Versicherung.
Doch die Politik der Nationalsozialisten führte zur Enteignung und zur Flucht der meisten Familienmitglieder. Während der deutschen Teilung blieb die Produktion in der Zigarettenfabrik als Volkseigener Betrieb erhalten. Nach der endgültigen Schließung 1990 wird das Gebäude hauptsächlich als Gewerbefläche und Wohnraum genutzt.
Adresse
Schweizer Garten 75 - 84
10407 Berlin-Prenzlauer Berg
Kontakt
musikbrauerei.com/
contact@musikbrauerei.com
Tel.: 030 42802405
Schneider-Brauerei
Die ehemalige Schneider-Brauerei sticht im Bötzowviertel besonders hervor. Während rundherum neues Wohnen für die gehobene Mittelschicht entsteht, versprüht ein Teil der Bauwerke noch den Charme vergangener Zeiten. Einige Räumlichkeiten des Gebäudes werden heute als Musikbrauerei vermarktet und beherbergen vor allem Tonstudios, aber auch eine Konzerthalle.
Ein kleiner Vergnügungspark ergänzte seit 1967 die alte Brauerei. Der Betrieb der Weißbierproduktion stoppte mit dem Ende des Ersten Weltkrieges, während die Vergnügungsgeschäfte hier noch lange Zeit bis zum Ende der DDR weitergeführt wurden.
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Adresse
Teilestraße 13-16
12099 Berlin-Tempelhof
Sarotti-Schokoladenfabrik
Die Geschichte der Firma Sarotti begann 1852 in der Friedrichstraße, damals allerdings noch mit dem Verkauf von importierten Süßwaren. 1882 eröffnete Sarotti die erste eigene Fabrik am Mehringdamm. Innerhalb der nächsten Jahrzehnte expandierte das Unternehmen und die Belegschaft stieg auf rund 2.000 Personen an.
Aufgrund des großen Erfolgs entstand ab 1911 eine neue Schokoladenfabrik am Teltowkanal in Tempelhof. Von den ursprünglichen Bauten ist jedoch nach einem Brand im Jahr 1922 nur noch wenig erhalten. Der Architekt Bruno Buch plante den Neuaufbau der Fabrikanlage mit seiner gerasterten, modernen Fassade. Durch den automatisierten Betrieb produzierte Sarotti hier bis zu 300.000 Tafeln Schokolade täglich. Schließlich kam die Produktion in Tempelhof 2003 nach diversen Umstrukturierungen und Verkäufen endgültig zum Erliegen.
Erbaut
1914 - 1917, 1963
Bauherr
Schultheiss Brauerei AG
Architekt
Richard Schlüter
Früher
Mälzerei
Heute
Kultur- und Veranstaltungsort, Gewerbeflächen
Adresse
Bessemerstrasse 2-14
12103 Berlin-Schöneberg
Kontakt
Tel.: 030/7 55 12 48 00
info@malzfabrik.de
www.malzfabrik.de
Industriekultur erleben
Geheimtipps
Fahrradroute: Eisenbahn und Landebahn
Mitmachangebot: Erwachsene
Malzfabrik
Vom Malz zur Kultur
Aus Getreide muss Malz werden, bevor die Bierproduktion beginnen kann. Um 1914 ist die Schultheiss-Brauerei die größte Lagerbierbrauerei der Welt. Der Bedarf an Malz ist groß und so beginnt in Berlin-Tempelhof der Bau einer modernen Mälzerei. Von 1926 bis 1996 dominiert der süßliche Malzgeruch das Areal der Malzfabrik.
Die vier Darrhauben auf dem Dach sind heute das Wahrzeichen der Malzfabrik und erinnern gleichzeitig an den langen Prozess vom Gerstenkorn zum Malz. Vom obersten Stock bis nach unten in die Silos durchläuft das Korn mehrere Produktionsschritte. Dabei muss die Gerste zunächst feucht bleiben und gewendet werden bis sie keimt. Anschließend trocknet sie unter der Hitze von Kohleöfen zu Malz. Die Darrhauben auf dem Dach regulieren den Luftzug und leiten die feuchte Luft ab. Für den perfekten Durchzug drehen sie sich mit dem Wind.
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1996 stellt Schultheiss die Malzproduktion ein. Ohne die Bundeshilfen für West-Berlin ist der Betrieb nicht mehr tragbar. Die leerstehende Fabrik zieht die Club- und Kulturszene an. Der KitKatClub feiert einige Jahre lang im Maschinenhaus ausschweifende Partys. 2005 lässt die Real Future AG das Areal sanieren und entwickelt die Malzfabrik zu einem Standort für Start-ups mit Fokus auf Kunst, Kultur und Nachhaltigkeit.
In der Malzfabrik geht es kreativ, bunt und visionär zu. Sie bietet Raum für Veranstaltungen, neue Impulse und kreativen Dialog. An zwei Samstagen im Monat finden Führungen durch die ehemalige Mälzerei statt. Besucherinnen und Besucher gehen auf Entdeckungsreise durch die geheimnisvolle Fabrik. Das Gelände mit Park, Biotop und Strand ist frei zugänglich.
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Adresse
Luckenwalder Straße 3
10963 Berlin-Kreuzberg
Kontakt
www.kuehlhaus-berlin.com/
info@kuehlhaus-berlin.com
Tel.: 030 21005605
Industriekultur erleben
Kühlhaus II
Ein Kühlschrank aus Backstein
Die Bevölkerungszahlen explodieren Ende des 19. Jahrhunderts. Die Industrialisierung lockt immer mehr Menschen in die Metropole Berlin. Neue Maßstäbe für die Lagerung von Nahrungsmitteln sind gefragt. Im Jahr 1900 beginnt der Bau eines Kühlhauses am Gleisdreieck. Es ist die größte Kühlhaus-Anlage Berlins. Die rund 8.000 m² große Anlage der Gesellschaft für Markt- und Kühlhallen erhält bereits 1906/07 einen Erweiterungsbau, das Kühlhaus II.
Verderbliche Lebensmittel, die am Anhalter Güterbahnhof ankommen, gelangen schnellstmöglich in die nahe gelegenen Kühlhallen. Hier warten sie – durch Kälte konserviert – auf ihren Weitertransport. Für die Berliner Gastronomie sind die Kühlhallen nicht nur Garant für frische und kühle Lebensmittel. Begehrt ist auch das Stangeneis, das hier produziert wird. Um 1915 produziert die Eisfabrik in Kühlhaus I pro Tag bis zu 250 Tonnen Stangeneis. Vor der Zeit von elektrischen Kühlschränken nutzen Brauereien, Restaurants und die Industrie die großen Eisblöcke zum Kühlen.
Der Betrieb beider Kühlhäuser wird schließlich 1978 eingestellt. Die Bauwerke mit der mittelalterlich anmutenden Fassade gehen in den Besitz der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) über. Die BVG braucht Platz für einen Neubau. Nach dem Abriss von Kühlhaus I, Maschinen- und Kesselhaus im Jahr 1979, bleiben schließlich nur das Kühlhaus II und ein Verwaltungsgebäude bestehen. Letzteres ist seit 1983 denkmalgeschützt und beherbergt seitdem das Deutsche Technikmuseum. Das Kühlhaus II steht lange leer und wird erst 1989 unter Denkmalschutz gestellt. Seit dem Jahr 2011 ist es ein Ort für Veranstaltungen, Konzerte und Ausstellungen.
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Adresse
Milastraße 1–4
10437 Berlin-Prenzlauer Berg
Industriekultur erleben
Brauerei Groterjan
Malzbier und Jugendstil
Malzbierspezialitäten sind Ende des 19. Jahrhunderts das Kerngeschäft der kleinen Brauerei Groterjan in Berlin-Prenzlauer Berg. Der Braumeister Christoph Groterjan lässt sich 1894 das Rezept dafür patentieren. Malzbier gehört zu den obergärigen Bieren, wie auch die Berliner Weiße. Diese Biere lassen sich damals nicht lange lagern, weil sie schnell verderben. Anders als die untergärigen Biere, die Bairischen Biere. Sie lassen sich gut lagern und industriell herstellen, wie beispielsweise in der Pfefferberg-Brauerei.
Zum Brauereibetrieb bei Groterjan gehört ab 1897 ein typischer Berliner Festsaal mit Kegelbahn sowie ein Biergarten. Dort, auf dem Gelände einer ehemaligen Eisengießerei nah an der Schönhauser Allee, ist Platz für 1.500 Gäste. Der Schank- und Gaststättenbetrieb soll den Bierkonsum in der Brauerei Groterjan ankurbeln und für Umsatz sorgen.
In unmittelbarer Nachbarschaft, in der Milastraße 1, errichtet der Braumeister 1907 seine architektonisch ambitionierte Villa als Wohn- und Verwaltungsgebäude. Bereits ein Jahr später geht der Gaststättenbetrieb in Konkurs. 1927 ziehen die „Mila-Lichtspiele“ dort ein, von 1966 bis 1990 probt dann die „Volksbühne“ am Rosa-Luxemburg-Platz in dem freien Saalbau.
Die Groterjan Brauerei fusioniert 1914 mit der Weißbierbrauerei Gebhardt AG und zieht im selben Jahr an deren Standort in Wedding um – denn dieses Grundstück lässt sich noch erweitern. In den alten Brauereigebäuden in Prenzlauer Berg produziert zuerst eine Schokoladen-, dann eine Brotfabrik. 1961 geht die Brauerei Groterjan in der Schultheiss-Gruppe auf, 1978 wird letztmalig Groterjan abgefüllt.
Nach einer umfassenden Sanierung in den 1990er-Jahren gibt es auf dem alten Brauereigelände in der Milastraße unter anderem ein Möbelgeschäft. In der ehemaligen Villa Groterjan empfängt heute ein Restaurant seine Gäste.
Adresse
Louise 111
04924 Domsdorf
ERIH-Mitglied
Brikettfabrik LOUISE
Die älteste Brikettfabrik Europas liegt inmitten grüner Wälder: die Brikettfabrik LOUISE in Domsdorf in der Niederlausitz. Mit Dampfmaschinentechnik startete dort 1882 das Pressen von Braunkohle zu Briketts, die dann auch in Berlin die Wohnungen wärmten. In mehreren Abschnitten wurde die Anlage baulich und technisch erweitert.
Mit einer Tagesleistung von 600 Tonnen war die LOUISE eine der kleinsten Brikettfabriken in Deutschland. Die Produktion lief bis 1991. Entgegen der eigentlichen Planungen kam es nicht zum Abriss der Fabrik. Bereits 1992 öffnete die Brikettfabrik LOUISE für interessierte Besuchergruppen und erhält den Titel „Technisches Denkmal“.
Seitdem schreitet die Restaurierung der LOUISE Schritt für Schritt voran. Alle Räume und Maschinen sind im Original erhalten. Die sachkundigen Guides können bei den Fabrikführungen inzwischen bis zu 14 technische Anlagen in Bewegung setzen. Dadurch ist der Prozess der Brikettierung für Besucherinnen und Besucher leicht nachzuvollziehen.
Erbaut
1927 - 1928
Bauherr
August Wittler
Architekt
Kurt Berndt
Früher
Backhaus und Verwaltungsgebäude
Heute
Altenheim, Wohn- und Gewerbeflächen
Adresse
Maxstraße 2-4
13347 Berlin-Wedding
Brotfabrik Wittler
Gegründet 1898 als Bäckerei, entwickelt sich das Unternehmen von Heinrich und August Wittler durch die Einführung industrieller Produktionsweisen bis in die 1920er-Jahre zum zeitweise größten Brotproduzenten Europas. Die Brotfabrik aus dem Jahr 1908 erbauen die Wittlers zusammen mit einem Wohnhaus und Stall sowie Kesselhaus im Wedding. Die Entwicklung der Brotfabrik Wittler ist eng verbunden mit Krieg und Wirtschaftskrisen. In diesen Zeiten rückt die Frage der Versorgung der Menschen in der wachsenden Millionenmetropole Berlin besonders in den Fokus.
In den 1920er-Jahren und vor allem im Zweiten Weltkrieg setzt die Firma Elektroautos als Lieferfahrzeuge ein. Einer dieser Lieferwagen gehört heute zum Bestand des Deutschen Technikmuseums. 1928 nimmt die Firma ihr neues Hauptgebäude in Betrieb. Das Backhaus, verkleidet mit weißen Klinkern, dient einem automatisierten industriellen Produktionsablauf. Der Prozess beginnt mit den Rohstoffen im sechsten Stock. In den darunterliegenden Etagen wird der Teig gemischt und das Brot gebacken. Das verpackte Brot wird schließlich im Erdgeschoss verladen. Die drei gewaltigen Öfen backen zu dieser Zeit täglich 66.000 Brote.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ändern sich allmählich die Essgewohnheiten der Menschen. Die Brotfabrik Wittler kann sich nicht gegen die stärker werdende Konkurrenz aus Westdeutschland durchsetzen und muss schließlich 1982 Konkurs anmelden. Von der Blütezeit des Unternehmens zeugt heute noch die denkmalgeschützte Brotfabrik Wittler. Heute sind dort unter anderem ein Seniorenstift, Büros und Wohnungen untergebracht.
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Adresse
An der alten Ziegelei
03130 Spremberg OT Schwarze Pumpe
Braunkohlekraftwerk Schwarze Pumpe
Südlich von Cottbus errichtet die DDR in den 1950er Jahren das VEB Gaskombinat Schwarze Pumpe mit Anlagen zur Verwertung und Veredelung von Braunkohle. In den 1990er Jahren zunächst zurückgebaut, entstand auf dem Gelände des neuen Industrieparks das Braunkohlekraftwerk „Schwarze Pumpe“. Mit Rohbraunkohle aus den umliegenden Tagebauen erzeugt das Kraftwerk Strom. Anschließend gibt es Prozessdampf für die Brikettfabrik ab.
Inzwischen ist das Braunkohlekraftwerk Schwarze Pumpe nach vorheriger Anmeldung im laufenden Betrieb besuchbar. An der imposanten 1.600-Megawatt-Anlage und einem multimedialen Informationszentrum lässt sich die Funktionsweise des Hightech-Werks erklären. Eine Aussichstkanzel in 161 Metern Höhe ermöglicht nicht nur einen guten Blick auf den aktiven Tagebau der Region. Sondern auch auf das – durch Flutung von stillgelegten Tagebauen entstehende – Lausitzer Seenland.






















