Route 5

»Eisenbahn und Landebahn«

Tagesausflug: 20 km, 18 Sehenswürdigkeiten
Rundweg: ab/an Deutsches Technikmuseum
Strecke: Uferwege, Nebenstraßen und Radwege

Die Fahrradroute »Eisenbahn und Landebahn« führt in den Süden Berlins. Entlang der Stadtteile Kreuzberg, Tempelhof und Schöneberg entdecken Sie die Verkehrsadern des 19. und 20. Jahrhunderts.

Berlin ist seit dem 17. Jahrhundert eine wichtige Stadt für den Handel. Doch für die aufstrebende Industrie 200 Jahre später reichen die bestehenden Wasserwege nicht mehr aus. Immer mehr Kanäle und neue Bahngleise durchziehen daher Berlin und seine Umgebung. Riesige Bahnhöfe verändern das Stadtbild. Dazu gehört beispielsweise der Anhalter Bahnhof, der 1841 nahe des Potsdamer Platzes entsteht. Zahllose Passagiere, Waren und Güter kommen hier an. Infolgedessen weitet sich die Infrastruktur der Bahn rund um das riesige Areal am Gleisdreieck aus.

1906 eröffnet der 40 km lange Teltowkanal zusammen mit dem Tempelhofer Hafen. Industrie siedelt sich an den Ufern des Kanals an, auf dem Lastkähne Kohle, Baumaterial und Rohstoffe in die wachsende Stadt befördern.

Im 20. Jahrhundert kommen Autos, Lastkraftwagen und Flugzeuge als Transportmittel hinzu. Am Flugplatz Tempelhof starten und landen in den 1930er-Jahren sogar mehr Fluggäste als in Paris oder London.

Viele der historischen Verkehrsadern werden im Zweiten Weltkrieg beschädigt oder zerstört. Während der Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs in den 1950er-Jahren nimmt der Berliner Autoverkehr zu. Ab 1958 durchzieht die Stadtautobahn A100 West-Berlin. Die lebenswichtigen Verkehrsadern der Stadt verlagern sich seitdem von der Schiene auf die Straße.

  • Ladestraße des Anhalter Güterbahnhofs

    Der Bauch von Berlin 

    Ladestraße mit Ausstellungsräumen Deutsches Technikmuseum
    Ladestraße Anhalter Bahnhof historisch
    Ladestraße Science Center
    Beleuchtete Buchstaben vor Technik Museum
    In der Ladestraße des ehemaligen Anhalter Güterbahnhofs sind heute Ausstellungsräume des Deutschen Technikmuseums. | © SDTB, Foto: Malte Scherf, 2021

    Ende des 19. Jahrhunderts boomt der Verkehr auf der Schiene. Die schnelle Eisenbahn fährt nicht nur Reisende zu ihrem Ziel, sondern auch Waren und Güter von A nach B. Von A wie Anhalt nach B wie Berlin verläuft ab 1841 eine Eisenbahnlinie. Ihr nördlicher Endpunkt ist der Anhalter Bahnhof am Askanischen Platz. Bis in die 1870er-Jahre erstreckt sich das Gelände des Personen- und Güterbahnhofs bis zum Landwehrkanal. Passagiere und Post bevölkern ab 1880 die monumentalen Gebäude des Anhalter Bahnhofs. Auf dem Areal südlich des Kanals entstehen währenddessen ein zusätzlicher Güterbahnhof und ein Bahnbetriebswerk für die Wartung der Dampflokomotiven. Architekt Franz Schwechten entwirft sowohl den Personen- als auch den Güterbahnhof.

    Zwei Verwaltungsgebäude umrahmen 1880 den Eingang zur Ladestraße des Anhalter Güterbahnhofs. Dahinter erstrecken sich lange Ladeschuppen entlang der Schienen. Außen verlaufen Gleise, über die die Eisenbahn Waren liefert. Arbeiter entladen die Waggons im Akkord und stapeln die Frachtkisten in die Schuppen. Auf der innen liegenden Seite fahren Pferdefuhrwerke, später auch LKWs, um die Waren schließlich zu ihrem Ziel zu kutschieren. Der linke Ladeschuppen ist für den Empfang von Waren zuständig. Vom rechten Ladeschuppen aus tritt die Berliner Fracht ihren Weg in die weite Welt an.

    Eine separate Milchrampe sorgt für die tägliche reibungslose Verladung des frischen Produkts. Denn vor den Zeiten pasteurisierter Milch ist eine schnelle Abfertigung des verderblichen Lebensmittels besonders wichtig.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg verliert der Anhalter Güterbahnhof und damit die Ladestraße an Bedeutung. Obwohl auf West-Berliner Gebiet liegend, ist das Schienennetz der Reichsbahn der DDR unterstellt. Die Natur erobert sich mit der Zeit die verlassene Bahnanlage zurück, die Gebäude verfallen.

    1988 zieht das Deutsche Technikmuseum in die sanierten Lokschuppen des ehemaligen Betriebswerks. Zwei Jahre später eröffnet das Science Center Spectrum im erhaltenen Verwaltungsgebäude am Eingang der Ladestraße. Inzwischen befindet sich auch in dem anschließenden Ladeschuppen eine Ausstellung des Deutschen Technikmuseums. Der gegenüberliegende Versandschuppen beherbergt außerdem den Juniorcampus des Museums und die Probebühne des Theaters Berliner Ensemble.


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  • Yorckbrücken

    Berlins historische Lebensadern 

    Yorckbrücken S-Bahn Yorckstraße
    Yorckbrücken Yorckstraße
    Yorckbrücken Museumsbahn Technikmuseum
    Die Brücken überqueren die Yorckstraße und schaffen so eine zweite Ebene für den Verkehr. | © Foto: Andreas Muhs, 2014

    Berlins Entwicklung zur Metropole verläuft nicht ohne Konflikte. Ein Beispiel dafür sind die Yorckbrücken. 1862 legt Stadtplaner James Hobrecht seinen Bebauungsplan für das künftige Berlin vor. Darin enthalten ist der „Generalszug“, ein Boulevard, dessen Straßen und Plätze nach Feldherren benannt sind. Allerdings durchkreuzt eine Prachtstraße die Erweiterungspläne des Potsdamer und Anhalter Bahnhofs. Die Expansion des Schienennetzes ist wichtig, da auf diesem Weg lebensnotwendige Güter in die wachsende Stadt gelangen. Der Streit geht über mehrere Jahrzehnte.

    Wie so häufig entsteht ein Kompromiss, der nur teilweise zufriedene Parteien zurücklässt. Der Generalszug wird im Bereich der Bahnhöfe nach Süden verschoben und verschmälert. Der imposante Charakter des Boulevards geht in diesem Abschnitt verloren. Die Bahngesellschaften müssen im Gegenzug für das riesige Bahngelände eine neue Ebene oberhalb der Straßen schaffen. Deswegen wird beim Neubau des Anhalter Bahnhofs das gesamte Areal um 3 bis 4 Meter aufgeschüttet. Nach und nach entstehen über 40 Eisenbahnbrücken, die über die Yorckstraße führen. Diese Lebensadern führen zum Anhalter Güterbahnhof und versorgen die Metropole mit landwirtschaftlichen Produkten und Waren aller Art.

    Von den historischen Brücken sind 24 erhalten und stehen inzwischen unter Denkmalschutz. Vier Brückenneubauten sind nach 1995 dazugekommen. Die heutige Nutzung der Brücken ist vielseitig: die S-Bahn, die Fernbahn und die Museumsbahn des Deutschen Technikmuseums rollen über einige der Yorckbrücken. Eine weitere Brücke kann zu Fuß und per Rad überquert werden. Viele der „Kompromiss-Brücken“ liegen jedoch brach.


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  • Monumentenhallen

    Depot für fliegende Züge 

    Monumentenhallen Technikmuseum
    Monumentenhallen
    Monumentenhallen Zug Abteil
    Jedes Jahr im September ist das Depot des Deutschen Technikmuseums in den Monumentenhallen geöffnet. | © SDTB, Foto: Henning Hattendorf

    In Berlin-Kreuzberg, am südlichen Eingang zum Park am Gleisdreieck, liegen die Monumentenhallen. Von außen ist nicht zu erahnen, welche Schätze sich im Inneren verbergen.

    In den 1930er-Jahren dominieren Züge mit Dampfantrieb das deutsche Schienennetz. Doch die Welt verändert sich. Telefonie, Rundfunk und Presse beschleunigen gemeinsam mit U-Bahnen, Autos und Bussen den Takt der Gesellschaft. Auch das Reisen soll schneller werden. Ende 1932 startet ein Schnelltriebwagen auf der Strecke Berlin – Hamburg. Der sogenannte „fliegende Hamburger“ legt die Distanz mit einem Geschwindigkeitsrekord zurück. Nach nur 142 Minuten erreicht er sein Ziel. Ein Jahr später, im Regelbetrieb, schafft der Zug die Strecke sogar in 138 Minuten. Es dauert ganze 64 Jahre, bis ein ICE 1 der Deutschen Bahn diesen Rekord um 6 Minuten unterbieten kann.

    Mehrere Bauarten der stromlinienförmigen Züge mit Diesel- oder Elektrotriebwagen kommen in den folgenden Jahren zum Einsatz. Wenn sie nicht über das Schienennetz der Reichsbahn „fliegen“, befinden sich die Züge in Depots. Eines davon befindet sich an der Monumentenstraße. Hier wartet und repariert das Personal der Reichsbahn die Triebwagen.

    In den Monumentenhallen stehen noch immer viele Fahrzeuge, doch „fliegende Züge“ sind nicht mehr darunter. Das Deutsche Technikmuseum nutzt heutzutage die Hallen für das „Depot für Kommunalverkehr“. Großobjekte wie Omnibusse, S-Bahnen und Straßenbahnen reihen sich hier aneinander. Regelmäßig öffnen die Hallen im September an Sonntagen ihre Tore für Besucherinnen und Besucher. Die Museumsbahn und historische Busse pendeln an diesen Tagen zwischen Museum und Halle.

  • Kaufhaus des Autos (KADEA)

    Repräsentationsbau der Automobilindustrie 

    Opel KADEA Kaufhaus des Autos
    Opel Kadea Schöneberg Kaufhaus des Autos
    Opel Kadea Einfahrt Pförtnerloge Kaufhaus des Autos
    1918 eröffnet die Fahrräder- und Motorwagenfabrik Adam Opel in Schöneberg. | © KADEA Berlin GmbH

    Die Werkhalle im Hofbereich wird 1918 von der „Fahrräder- und Motorwagenfabrik Adam Opel“ errichtet. Die ehemals fünfschiffige Reparaturwerkstatt zeugt von der aufstrebenden Automobilbranche. 1961 eröffnet das Verkaufs- und Bürogebäude, ein typischer Neubau der Nachkriegszeit. Die Pförtnerloge mit ovaler Grundfläche spiegelt den Zeitgeist der 1960er-Jahre wider. 1993 übernimmt die AVAG Holding SE den Standort und führt ihn seit 2006 unter dem Namen Kaufhaus des Autos (KADEA) Berlin GmbH. In der historischen Werkhalle ist der Verkaufsraum von der Werkstatt nur durch eine Glaswand getrennt.

    Adresse

    Bessemerstraße 28–36
    12103 Berlin-Schöneberg

    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Eisenbahn und Landebahn

  • Bahnhof Papestraße / Südkreuz

    Verkehrsknoten und Bahnhof der Zukunft 

    Südkreuz Bahnhofsgebäude Papestrasse
    Südkreuz Zugang Papestraße 1983
    Bahnhof Südkreuz Eingang Glas
    Der Bahnhof Südkreuz steht an der Stelle des ehemaligen Bahnhofs Papestraße. Nur der Uhrenturm ist noch erhalten. | Micharl_foto, CC BY NC ND, via flickr, 2018

    Der 1901 errichtete Bahnhof Papestraße ist der Vorgängerbau des Bahnhofs Südkreuz. Hier kreuzten sich die Strecken der Dresdner und Anhalter Bahn mit der 1877 fertig gestellten Ringbahn. Nach 1945 verliert der Verkehrsknoten an Bedeutung. 1992 beschließt der Berliner Senat ein neues Konzept für die Eisenbahnlinien und S-Bahn-Strecken des wiedervereinigten Berlin. Der Bahnhof Südkreuz wird ab 2005 Berlins zweitwichtigster Bahnhof und ist einer von 16 Zukunftsbahnhöfen der Deutschen Bahn, die hier Konzepte für nachhaltige Mobilität testet.

    Adresse

    General-Pape-Straße 1–4
    12101 Berlin-Schöneberg

    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Eisenbahn und Landebahn

  • Kasernen General-Pape-Straße

    Militär und Eisenbahn 

    Kasernen Gedenkort SA-Gefängnis Papestrasse
    Geschichtsparcour Papestraße Kasernen
    Kasernen Gedenkort SA-Gefängnis Papestrasse
    In den ehemaligen Kasernen befindet sich der Gedenkort zum SA-Gefängnis Papestraße. | © Axel von Blomberg, 2021

    Preußen erkennt früh die militärische Bedeutung der Eisenbahn, die Soldaten und Material schnell zum Einsatzort bringt. Ab 1875 verbindet die Militäreisenbahn den Militärbahnhof Berlin, der sich hier befand, mit dem Schießplatz in Zossen. Ab 1892 entstehen auf dem Areal drei Kasernen und ein Wirtschaftsgebäude.

    Nach dem Ersten Weltkrieg lösen sich die Eisenbahntruppen auf. Im Jahr 1933 dient das Wirtschaftsgebäude für kurze Zeit als Gefängnis der nationalsozialistischen SA-Feldpolizei. Seit 2011 ist es als Gedenkort SA-Gefängnis für Besucherinnen und Besucher zugänglich. Die anderen Gebäude werden von Werkstätten, Kleingewerbe und dem Robert Koch-Institut genutzt.

  • Schwerbelastungskörper

    Größenwahn in Beton gegossen 

    Schwerbelastungskörper Beton Plattform
    Schwerbelastungskörper seitlich rund
    Zwischen April und Oktober kann die Plattform des Schwerbelastungskörpers bestiegen werden. | Paul Horsefield CC BY-SA via flickr, 2015

    Der Betonblock zeugt von den Planungen des Architekten Albert Speer, der vom NS-Regime mit dem radikalen Umbau Berlins zur „Welthauptstadt Germania“ beauftragt ist. Um die Belastbarkeit des weichen Sandbodens für den hier geplanten Triumphbogen zu berechnen, lässt Speer 1942 diesen Schwerbelastungskörper aufstellen. Er soll das Gewicht des gigantischen Bauwerks simulieren. Der fast 13.000 Tonnen schwere Betonklotz ist 14 Meter hoch und reicht 18 Meter in die Tiefe.

    Nach 1948 zeigt sich: Der Beton klotz ist stark in die Erde eingesunken, der Berliner Boden hat nicht standgehalten. Eine Sprengung des Belastungskörpers ist wegen der umliegenden Wohngebäude nicht möglich. Er bleibt erhalten und wird von der Deutschen Gesellschaft für Bodenmechanik bis 1977 für Messungen genutzt. Seit 2009 ist das Bauwerk ein Informationsort.

    Zwischen April und Oktober ist der Koloss zugänglich. Eintritt und Aufstieg zur Plattform sind ebenso wie Führungen kostenlos. Der Schwerbelastungskörper ist Teil des Geschichtsparcours Papestraße.

  • Natur-Park Schöneberger Südgelände

    Vom Bahnhof zur Stadtwildnis 

    Naturpark Schöneberger Südgelände
    Schöneberger Südgelände historisch Schienen
    Dampflok Südgelände Schöneberg
    Schöneberger Südgelände Rangierbahnhof
    Der Natur-Park Schöneberger Südgelände befindet sich auf einem ehemaligen Eisenbahnareal. | © bzi, Foto: Anja Liebau, 2021

    Inzwischen ist der Natur-Park Schöneberger Südgelände ein Ort der Erholung, Ende des 19. Jahrhunderts befand sich hier ein Rangierbahnhof. Zur Entlastung des Anhalter Güterbahnhofs wird der Rangierbahnhof Tempelhof 1891 errichtet und danach stetig erweitert. Zu Spitzenzeiten werden hier 130 Güterzüge pro Tag zusammengestellt oder aufgelöst.

    Von der einstigen Größe des dazugehörenden Bahnbetriebswerks zeugen heute beispielsweise der Lokschuppen und der 50 m hohen Wasserturm. 1952, nach Einstellung des Betriebs durch die DDR-Reichsbahn, beginnt die Rückeroberung durch die Natur. Anfang der 1980er-Jahre verhindert eine Bürgerinitiative den Bau eines neuen Güterbahnhofs und entwickelt die Idee eines Parks. 1993 endet schließlich die Bahnnutzung.

    Heute heißt das Gelände Natur-Park Schöneberger Südgelände. Besucherinnen und Besucher finden zwischen dem Grün des Parks zahlreiche Spuren des einstiegen Rangierbahnhofs.

    30 Vogelarten, 130 Wildbienenarten und 350 Pflanzenarten leben und gedeihen auf der Brachfläche des Rangierbahnhofs. Während des Bahnbetriebs reisten Samen und Insekten als blinde Passagiere per Zug an oder gelangten entlang der Bahntrassen ins Stadtzentrum. Durch den 2000 eröffneten Park führen Wege und Stege entlang des Verlaufs der alten Bahngleise. Radfahren ist untersagt. Die historischen Bauten und Relikte verbreiten Bahnnostalgie auf Schritt und Tritt, so auch zwei große Verkehrsbauwerke. Hier kreuzten sich die Anhalter und die Dresdener Bahn auf verschiedenen Ebenen.

  • Postpaketbahnhof / STATION Berlin

    Drehscheibe für Pakete 

    Postpaketbahnhof STATION Berlin
    Postpaketbahnhof STATION U-Bahn
    Postpaketbahnhof STATION Luckenwalder Straße
    Die Gebäude des Postpaketbahnhofs in Kreuzberg sind heute als die Eventlocation STATION bekannt. | Nasir Khan Saikat, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons, 2012

    Die Oberpostdirektion Berlin errichtet 1913 den Postpaketbahnhof, da die Personenbahnhöfe dem zunehmenden Paketverkehr nicht mehr gewachsen sind. Über 90 Jahre lang versorgt dieser Bahnhof die Berliner:innen mit Paketen aus der ganzen Welt. Die Hälfte aller in Berlin ankommenden und abgehenden Pakete, bis zu 400.000 Sendungen pro Tag, passiert den Bahnhof. Das Rangieren der Postwaggons übernehmen elektrische Lokomotiven von AEG und Siemens. Die später eingesetzte Diesellokomotive von Orenstein & Koppel ist heute Teil der Museumsbahn des Deutschen Technikmuseums.

    1997 verlagert die Post die Paketverteilung auf die Straße und gibt den Bahnhof anschließend auf. Seit 2005 ist der historische Postpaketbahnhof unter dem Namen STATION Berlin eine bekannte Event-Location.

    Das Areal rund um das Gleisdreieck, Anhalter Bahnhof und Postbahnhof ist Thema eines Forschungsprojektes des Berliner Zentrum Industriekultur. Gleisdreieck Online verknüpft Geodaten und historisches Material zu einer umfangreichen Karte: Eine Spurensuche durch zwei Jahrhunderte Eisenbahngeschichte.

    Adresse

    Luckenwalder Straße 4–6
    10963 Berlin-Kreuzberg

    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Eisenbahn und Landebahn

  • Gleisdreieck

    Kreuzungspunkt für U-Bahnen 

    Park am Gleisdreieck mit U-Bahn
    Gleisdreieck historisch Postkarte
    Gleisdreieck von oben
    Gleisdreieck Unglück 1908
    Der Park am Gleisdreieck eröffnet 2011. | © bzi, Foto: Max Braun, 2016

    Der Name Gleisdreieck beschreibt die ursprüngliche Anordnung der Schienen in einem Dreieck. Verschiedene U-Bahnlinien nutzen es zum Richtungswechsel. Doch diese Anordnung der Schienen erweist sich als fatal. 1908 verunglücken hier mehr als 17 Personen, als ein Wagen der U-Bahn von der Hochbahn stürzt. Zwei Züge waren in das Dreieck aus Schienen und Weichen eingefahren und gleichzeitig abgebogen. Ein Wagen rammte den anderen und stürzte in die Tiefe.

    Nach einem ähnlichen Unglück werden schließlich 1912/13 die Schienen auf mehrere Ebenen verlegt. So können sich die Züge der verschiedenen Linien gefahrlos kreuzen. Obwohl das eigentliche Dreieck aus Schienen nun verschwunden ist und an seiner Stelle ein Turmbahnhof ist, bleibt der Name bestehen: U-Bahnhof Gleisdreieck. Auch das benachbarte Umformerwerk führt diesen Namen, obwohl zu seinem Bau das eigentliche Dreieck aus Gleisen schon Geschichte ist.

    Auf dem früheren Gelände des Anhalter und des Potsdamer Güterbahnhofs liegt inzwischen der Park am Gleisdreieck. Nach der Teilung Berlins werden die Bahnhöfe von ihren Fernverbindungen abgeschnitten. Im Westen gelegen, aber unter Kontrolle der Reichsbahn der DDR stehend, verfallen die Bahnanlagen. 2011 bis 2013 eröffnet hier Berlins modernster Park mit Freizeitangeboten und baulichen Spuren der Vergangenheit. Heute durchqueren nur noch eine Fernbahn-Trasse und das Gleis der Museumsbahn das Gelände.

    Das Areal rund um das Gleisdreieck ist Thema eines Forschungsprojektes des Berliner Zentrum Industriekultur. Gleisdreieck Online verknüpft Geodaten und historisches Material zu einer umfangreichen Karte: Eine Spurensuche durch zwei Jahrhunderte Eisenbahngeschichte.


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    Adresse

    Luckenwalder Straße 6 b
    10963 Berlin-Kreuzberg

    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Eisenbahn und Landebahn

  • VAUBEKA Portalkran

    Größte historische Krananlage in Berlin 

    Außenansicht Verladekran
    Außenansicht Vaubeka Verladekran mit Spree
    Außenansicht Vaubekakran Detail Führerhaus
    Außenansicht Vaubeka Verladekran
    Der Vaubeka-Kran wurde von den Vereinigten Berliner Kohlenhändlern (VAUBEKA) genutzt. | © bzi, Foto: Max Braun, 2020

    Schmucklose Hallen, Betriebshöfe, kleine Bürocontainer: Hier am Teltowkanal wächst der VAUBEKA Portalkran als monumentale Eisenfachwerk-Konstruktion in die Höhe. Nichts an der heutigen Szenerie lässt erahnen, welche Rolle die größte historische Krananlage Berlins einmal in der Geschichte der Stadt gespielt hat.

    Im Winter 1948/49 wird hier fieberhaft Kohle umgeschlagen. Denn ohne Kohle wird die West-Berliner Bevölkerung diesen Nachkriegswinter nicht überstehen. Der Brennstoff kommt vom nahe gelegenen Tempelhofer Feld. Dort landen US-amerikanische Bomber im Halbstundentakt und fliegen über die sogenannte „Berliner Luftbrücke“ alles ein, was der Westen der geteilten Stadt während der „Berlin-Blockade“ zum Überleben braucht. Bereits im Juni 1948 hat die Rote Armee die Enklave West-Berlin von der Versorgung auf dem Land- und Wasserweg abgeriegelt. West-Berlin soll dadurch in die sowjetische Besatzungszone gezwungen werden.

    Der Portalkran am Teltowkanal kann in acht Stunden 500 Tonnen Kohle auf Kanalschiffe, Güterwaggons und Lkws verladen. Er steht in dieser Zeit nur selten still. Die Hälfte der über die Luftbrücke eingeflogenen Kohlenmenge wird hier schnell und effizient in der Stadt verteilt. Der Portalkran ist somit ein wichtiges Scharnier der Berliner Luftbrücke. Er trägt mit dazu bei, dass die Sowjets die Berlin-Blockade im Mai 1949 ergebnislos abbrechen müssen.

    1935 hatten die Vereinigten Berliner Kohlenhändler (VAUBEKA) den Verladekran errichten lassen. Die filigrane Ingenieurskonstruktion verbindet eine 122 Meter lange Verladebrücke mit zwei 22 Meter hohen Portalrahmen. Auf Schienen kann sich das gesamte Bauwerk 233 Meter parallel zum Kanal bewegen. Auf diese Weise gelangt sein Greifer an jede Stelle des Umschlagplatzes. Noch bis 1991 ist der VAUBEKA Portalkran im Dienst. Inzwischen ist er ein Denkmal für die frühe wirtschaftliche Bedeutung des Teltowkanals als Wasserstraße – und erinnert gleichzeitig an den schicksalhaften Berliner Winter 1948/49.

    Adresse

    Teilestraße 3-8
    12099 Berlin-Tempelhof

    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Eisenbahn und Landebahn

  • Ullstein-Haus Tempelhof

    Das modernste Druckhaus Europas 

    Außenansicht Ullstein-Haus Teltowkanal
    Eule Ullsteinhaus Ullstein
    Tempelhofer Hafen Ullsteinhaus
    Das Ullstein-Haus liegt am Temeplhofer Hafen direkt am Teltow-Kanal. | K. H. Reichert, 2015 via flickr, CC BY-NC

    Das 1927 eröffnete Ullstein-Haus prägt mit seiner vertikalen Fassade und dem imposanten Turm die Umgebung am Tempelhofer Hafen. Der von Eugen Schmohl entworfene Stahlbetonskelettbau zeigt sich nach außen mit einer expressiven Gestaltung aus Backstein und auffälligen Skulpturen. Im Inneren waren die Zeitschriften- und Bücherdruckerei sowie die Verwaltung des Ullstein-Verlags untergebracht. Die Nationalsozialisten enteigneten die Besitzer wegen ihrer jüdischen Herkunft. Erst nach dem Zweiten Krieg erhielten diese den Verlag wieder zurück.

    Das Ullstein-Haus zeugt von der Bedeutung Berlins als Zeitungsstadt. Die Axel Springer Gruppe druckte hier noch bis 1985 Zeitungen und Zeitschriften. In den 1990er-Jahren folgte die Umnutzung für verschiedene Gewerbe und Modefirmen. Entlang des Kanals kam zu dieser Zeit ein großer Anbau hinzu.

    Adresse

    Mariendorfer Damm 1-3
    12099 Berlin-Tempelhof

    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Eisenbahn und Landebahn

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    Kommunikation und Medien

  • Tempelhofer Hafen

    Vom Verkehrsknoten zum Freizeithafen 

    Tempelhofer Hafen mit Vögeln
    Historisches Bild Getreidespeicher Tempelhofer Hafen
    Tempelhofer Hafen Speichergebäude Dämmgerung
    Tempelhofer Hafen, Ullsteinhaus
    Der Tempelhofer Hafen ist umrahmt vom Ullsteinhaus rechts, dem Speicher links und der C. Lorenz AG dazwischen. | © Foto: Andreas Muhs

    Der Tempelhofer Hafen eröffnet 1906 zeitgleich mit dem Teltowkanal. Neben einer Zollstation hat der damals moderne Hafen auch eine maschinelle Transport- und Wiegeanlage. Im imposanten Speichergebäude lagern ab 1908 große Mengen an Zucker, Getreide und Tabak. Dank eines Eisenbahnanschlusses gelangen die ankommenden Güter schnell in die Umgebung. Damit sichert der Hafen die Versorgung des Berliner Südens.

    Nach Plänen der Ingenieure Christian Havestadt und Max Contag erbaut, liegt der Hafen 6 bis 8 Meter unter Straßenniveau und bietet Platz für etwa 10 bis 12 Lastkähne. Rund um den Hafen siedelt sich in den 1920er-Jahren vermehrt Industrie an, wie zum Beispiel das Telegraphenwerk der C. Lorenz AG oder das Ullstein-Haus.

    Der Hafen sowie das Speichergebäude erleiden starke Schäden im Zweiten Weltkrieg. 1951 beginnt der Wiederaufbau. Anschließend dient das Speichergebäude als Lager für die Berliner Senatsreserven. Mit diesen Vorräten wappnet sich West-Berlin bis Ende des Kalten Kriegs gegen eine mögliche erneute Blockade der Stadt. Nach dem Fall der Berliner Mauer siedeln sich Gewerbebetriebe und ein Schrottplatz an.

    2007 werden der Tempelhofer Hafen und das Speichergebäude grundlegend saniert. Seitdem hat ein Shoppingcenter die beiden unteren Etagen bezogen. In den Obergeschossen haben sich inzwischen Büros und Arzt-Praxen angesiedelt. Auch die anderen Gebäude auf dem Hafengelände werden vielfältig genutzt. Im Hafen liegen Freizeitboote und zwei Restaurant-Schiffe. Die historischen Krananlagen und die Wiegestation sind inzwischen restauriert und rekonstruiert. Sie tragen zu dem besonderen Ambiente des Hafens bei.


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    Adresse

    Tempelhofer Damm 227-235
    12099 Berlin-Tempelhof

    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Eisenbahn und Landebahn

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    Transport und Verkehr

  • ufaFabrik Tempelhof

    Von der Filmfabrik zum Visionslabor 

    Außenansicht des Biomarkts in der ufaFabrik
    Außenansicht der Schaubühne in der Abenddämmerung.
    Photovaltaikanlage auf dem Dach der Fimstudios.
    Neben einem Bio-Laden sind auf dem Gelände der ufaFabrik unter anderem ein Kinderbauernhof und eine Schule zuhause. | © Foto: Andreas Muhs

    Die ufaFabrik ist eine überregional bekannte Kultur- und Sozialeinrichtung am Ufer des Teltowkanals in Tempelhof. Das ehemalige Fabrikgelände des Filmkopierwerks gehörte zu einer Tochtergesellschaft der UFA (Universum Film AG). Nach der Einstellung der Produktion 1956 folgten schließlich viele Jahre des Leerstands. 1979 besetzte dann eine Schöneberger Kommune das Gelände und öffnete es für verschiedene soziale und kulturelle Aktivitäten.

    Rund 40 Menschen pachten inzwischen die Gebäude von der Stadt und leben hier dauerhaft. Neben dem vielfältigen kulturellen Programm ist die Nutzung von alternativen Energien und ökologischen Materialien eine weitere Besonderheit. Interessierte können sich in der ufaFabrik über Fragen der Energieversorgung und vieles mehr informieren.


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    Adresse

    Viktoriastraße 10-18
    12105 Berlin-Tempelhof

    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Eisenbahn und Landebahn

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    Kommunikation und Medien

  • Malzfabrik

    Malz, Basilikum und Kultur 

    Park und Backstein-Gebäude der Malzfabrik
    Darrhauben der ehemaligen Schultheiss-Mälzerei
    i

    Erbaut
    1914 - 1917, 1963

    Bauherr
    Schultheiss Brauerei AG

    Architekt
    Richard Schlüter

    Früher
    Mälzerei

    Heute
    Kultur- und Veranstaltungsort, Gewerbeflächen

    Die Malzfabrik ist heute nicht nur ein Veranstaltungsort, sondern bietet mit Park und Biotop auch Raum für Erholung. | © visitBerlin, Malzfabrik, Foto: Matthias Friel

    Aus Getreide muss Malz werden, bevor die Bierproduktion beginnen kann. Um 1914 ist die Schultheiss-Brauerei die größte Lagerbierbrauerei der Welt. Der Bedarf an Malz ist groß und so beginnt in Berlin-Tempelhof der Bau einer modernen Mälzerei. Von 1926 bis 1996 dominiert der süßliche Malzgeruch das Areal der Malzfabrik.

    Heute geht es in der Malzfabrik kreativ, bunt und visionär zu. Sie bietet Raum für Veranstaltungen, neue Impulse und kreativen Dialog. An zwei Samstagen im Monat finden Führungen durch die ehemalige Mälzerei statt. Besucherinnen und Besucher gehen auf Entdeckungsreise durch die geheimnisvolle Fabrik. Das Gelände mit Park, Biotop und Strand ist frei zugänglich.


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    Adresse

    Bessemerstrasse 2-14
    12103 Berlin-Schöneberg

    Kontakt

    Tel.: 030/7 55 12 48 00
    info[at]malzfabrik.de
    www.malzfabrik.de

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    Bier und Brot

  • Kühlhaus II

    Ein Kühlschrank aus Backstein 

    Kühlhaus 2 Gleisdreieck
    Kühlhaus II Schweinehälften
    Die Architektur des Kühlhauses erinnert an eine mittelalterliche Festung. | © bzi, Foto: Nico Kupfer, 2013

    Die Bevölkerungszahlen explodieren Ende des 19. Jahrhunderts. Die Industrialisierung lockt immer mehr Menschen in die Metropole Berlin. Neue Maßstäbe in der Nahrungsmittelversorgung und Lagerung sind gefragt. 1900 beginnt der Bau von Kühlhallen am Gleisdreieck, der größten Kühlhaus-Anlage Berlins. Die rund 8000 qm große Anlage der Gesellschaft für Markt- und Kühlhallen wird bereits 1906/07 um einen Erweiterungsbau bereichert. Die Produktion von Eis steigt bis 1915 auf 250 Tonnen pro Tag.

    Der Betrieb wird schließlich 1978 eingestellt. Das Bauwerk mit dem mittelalterlich anmutenden Gemäuer geht in den Besitz der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) über. Die BVG braucht Platz für einen Neubau. Nach dem Abriss bleiben nur das Kühlhaus II und ein Verwaltungsgebäude bestehen. Letzteres ist seit 1983 denkmalgeschützt und beherbergt mittlerweile das Deutsche Technikmuseum. Für das leer stehende Kühlhaus II folgte 1989 der Denkmalschutz. Seit dem Jahr 2011 dient es als Ort für Veranstaltungen.


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    Adresse

    Luckenwalder Straße 3
    10963 Berlin-Kreuzberg

    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Eisenbahn und Landebahn

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    Bier und Brot

  • Flughafen Tempelhof

    Monument und Zukunftsort 

    Flughafen Tempelhof Haupteingang mit Vorplatz
    Halle innen im Flughafen Tempelhof
    Picknick auf Tempelhofer Feld mit Flughafen
    Zeppelin über Menschen 1909
    i

    Erbaut
    1936 - 1939

    Bauherr
    Reichsluftfahrtministerium

    Architekt
    Ernst Sagebiel

    Früher
    Flugfeld, Flughafen

    Heute
    Keativwirtschaft, Kultur- und Veranstaltungsort

    2008 schließt der Flughafen Tempelhof. Und entwickelt sich seitdem zu einem Ort für Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft. | © Foto: Andreas FranzXaver Süß

    Wo einst Flugzeuge in den Himmel über Berlin abhoben, treffen sich heute Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Welt. Sie lassen auf dem Tempelhofer Feld die Seele baumeln, Drachen steigen oder kommen, um Veranstaltungen unter freiem Himmel zu besuchen. Das einstige Flugfeld ist die größte Freifläche der Welt, die mitten in einer Stadt liegt. Der Flughafen Tempelhof ist mit seinem langgestreckten Gebäude bei Führungen zu entdecken, er gilt als das größte Baudenkmal Europas.

    Schon bevor der erste Flughafen 1923 eröffnet, führen wagemutige Flugpioniere ihre Zeppeline und Flugmaschinen vor. Unter den Nationalsozialisten beginnt 1936 der Bau des monumentalen neuen Flughafens. Durch den hereinbrechenden Zweiten Weltkrieg bleibt das Gebäude jedoch unvollendet – und ist es bis heute. In den Hangars beginnt 1940 schließlich die Produktion und Reparatur von Kampfflugzeugen für den Krieg. Für die hier eingesetzten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter entstehen am Rande des Flugfelds mehrere Barackenlager. Viele von ihnen werden bei Bombardierungen des Flugfelds getroffen. Zum Kriegsende nimmt die sowjetische Armee den Flughafen ein und übergibt ihn im Juli 1945 an die US-Amerikaner.

    Die Luftbrücke 1948/49 macht den Flughafen weltberühmt. Im Minutentakt landen die Maschinen der Alliierten mit Hilfsgütern. Sie versorgen West-Berlin mit Lebensmitteln, Medikamenten und Heizmaterial während der Berlin-Blockade. In der Zeit der deutschen Teilung ist der Flughafen Tempelhof ein Symbol für Hoffnung und Freiheit. Der Luftweg ist eine Reiseroute von und nach West-Berlin ohne die Grenzkontrollen der DDR. Der zivile Luftverkehr endet schließlich 2008. Seitdem entwickelt sich der Flughafen Stück für Stück zu einem neuen Stadtquartier für Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft.

    Der »Wiege der Luftfahrt« ist ein Meilenstein der Industriegeschichte Berlins gewidmet.


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    Adresse

    CHECK-IN Besucherzentrum
    Platz der Luftbrücke 5, C2
    12101 Berlin-Tempelhof

    Anfahrt

    U-Bahn: U6 (Haltestellen Paradestraße oder Platz der Luftbrücke)
    Bus: 104, 248 (Haltestelle Platz der Luftbrücke)

    Öffnungszeiten

    Gebäude: nur im Rahmen einer Führung zugänglich
    Tempelhofer Feld: bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet

    Eintritt

    Gebäudeführung 16,50 €, Ermäßigungen
    Tempelhofer Feld frei

    Führungen

    Öffentliche Führungen täglich
    Gruppen auf Anfrage

    Führungen auf Deutsch und Englisch, weitere Sprachen auf Anfrage
    www.thf-berlin.de/fuehrungen/

    Barrierefreiheit

    derzeit keine barrierefreien Touren möglich

    Best of

    Krieg und FriedenTransport und Verkehr

  • Deutsches Technikmuseum

    Mensch und Technik 

    Beleuchtete Buchstaben vor Technik Museum
    Oldtimer in Ausstellung Mensch in Fahrt
    Backsteingebäude im Park des Technikmuseums
    Mädchen beim Papierschöpfen im Technikmuseum Berlin
    i

    Erbaut
    1874 - 1879, 1908, 1912

    Bauherr
    Berlin Anhaltische Eisenbahngesellschaft

    Architekt
    Paul Faulhaber

    Früher
    Bahnbetriebswerk des Anhalter Bahnhofs

    Heute
    Museum

    Der große Schriftzug „Technik Museum“ weist den Weg in die Ladestraße. | © SDTB, Foto: Henning Hattendorf

    Wie entsteht Papier? Was ist eine Setzmaschine? Und warum braucht man Unterseekabel für ein funktionierendes Internet? Ein Besuch im Deutschen Technikmuseum ist eine Entdeckungsreise durch die Kulturgeschichte der Technik. Schauvorführungen, Mitmach-Angebote und die Experimentierstationen im Science Center Spectrum machen den Museumstag zum Erlebnis. Wer dann eine Pause braucht, stärkt sich in einem der Museumscafés in historischem Ambiente.

    Darüber hinaus ist der Museumspark des Deutschen Technikmuseums zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Überwachsene Gleisanlagen, zwei Ringlokschuppen mit Drehscheiben und ein weithin sichtbarer Wasserturm erinnern an das ehemalige Bahnbetriebswerk Anhalter Bahnhof. Laut, betriebsam und der Himmel voller Dampf – so sieht das Gelände um 1900 aus. Das Areal gehört damals zu einem der größten Verkehrsknotenpunkte Berlins. Als „Landschaft aus Eisen und Stahl“ beschreibt der Schriftsteller Joseph Roth 1924 das Gebiet um den U-Bahnhof Gleisdreieck. Im Zweiten Weltkrieg werden jedoch viele Gebäude und Anlagen zerstört. Nach dem Krieg folgt die Teilung der Stadt und der in West-Berlin gelegene Anhalter Bahnhof versinkt schließlich in einen Dornröschenschlaf.

    In Teilen des historischen Bauensembles am Gleisdreieck eröffnet 1983 das „Museum für Verkehr und Technik“. Etwa hundert historische Berliner Techniksammlungen finden hier ein neues Zuhause. Das Haus und die Ausstellungen werden seitdem kontinuierlich erweitert. Ein „Rosinenbomber“ der Luftbrücke 1948/49 auf dem Dach des modernen Erweiterungsbaus am Landwehrkanal ist inzwischen ein weithin sichtbares Aushängeschild des Deutschen Technikmuseums.

    Das Deutsche Technikmuseum ist Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH). Es ist Startpunkt unserer Radrouten »Warmes Licht und kühles Bier« und »Innovation und Eleganz«. Die Meilensteine der Berliner Industriegeschichte widmen dem Aufstieg Berlins zum Eisenbahnzentrum einen eigenen Abschnitt.


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    Adresse

    Trebbiner Str. 9
    10963 Berlin

    Kontakt

    Tel.: 030/9 02 54-0
    Mail an: info[at]technikmuseum.berlin
    www.technikmuseum.berlin

    Anfahrt

    U-Bahn: U1, U3, U7 (Haltestelle Möckernbrücke), U1, U2, U3 (Haltestelle Gleisdreieck)
    S-Bahn: S1, S2, S25, S26 (Haltestelle Anhalter Bahnhof)

    Öffnungszeiten

    Di. bis Fr.: 9.00 bis 17.30 Uhr
    Sa. und So.: 10.00 bis 18.00 Uhr
    Montag geschlossen

    Eintritt

    8€ | ermäßigt 4€
    Kinder bis 6 Jahre frei
    Freier Eintritt an jedem ersten Sonntag im Monat.
    Die Buchung von Onlinetickets wird empfohlen.

    Führungen

    Sa., So. und mit Anmeldung
    Täglich Vorführungen

    Barrierefreiheit

    Eingeschränkt
    www.technikmuseum.berlin/besuch/barrierefreiheit

    Best of

    Produktion damals und heuteTransport und Verkehr